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Potsdam-Mittelmark Händler wollen Ortszentrum mehr beleben
Lokales Potsdam-Mittelmark Händler wollen Ortszentrum mehr beleben
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21:00 06.12.2017
Dem Marktplatz fehlt noch die Aufenthaltsqualität, die die Bergholz-Rehbrücker dazu ermuntert, sich zum oder nach dem Einkauf dort zu treffen. Quelle: H. Helwig
Bergholz-Rehbrücke

Der Nuthetaler Hauptort Bergholz-Rehbrücke hat eine gute Einzelhandelsmischung. Die Vielfalt an Geschäften und Dienstleistungen wie Banken, Versicherungen, Reisebüro oder Fahrschule sowie an Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen, Physiotherapie, Apotheke und Sanitätshandel ist beeindruckend für einen Ort dieser Größe. Die hochwertigen Anbieter im Einzelhandel belegen die höhere Kaufkraft der Bergholz-Rehbrücker gegenüber umliegenden Orten. Der Wochenmarkt an jedem Freitag auf dem Marktplatz ist eine gelungene Ergänzung zu diesem Branchenmix, sagt der Berliner Diplomingenieur Torsten Wiemken. Sein Büro für Standortentwicklung hat in Bergholz-Rehbrücke Stärken und Schwächen der Handelsstruktur untersucht, um Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung des Ortszentrums herauszufinden.

Denn genau darum sorgen sich die Geschäftsleute rund um den Marktplatz und in der Ladenstraße. Dort stehen zwar nur drei Gewerbeeinheiten leer. Doch die verwaisten Räume sind sehr präsent. Der Demografiewandel und der wachsende Online-Handel verringern die Zahl der Kunden. Noch lebt in Nuthetal ein Mix aus 45- bis 60-jährigen arbeitsfähigen Einwohnern, die den Umsatz sichern. Doch der Trend geht in Richtung 60 plus, sagt Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke).

Hinzu kommt eine Zergliederung der Handelsstruktur, die zwischen dem Marktplatz und einigen Geschäften und Dienstleistern am hinteren Ortsrand eine räumliche Lücke reißt. Dem Marktplatz selbst fehlt eine attraktive Aufenthaltsqualität. Ein Café müsste her, und die Geschäfte sollten sich auch nach außen hin mehr für ihre Kundschaft öffnen, empfiehlt Wiemken. Er vermisst darüber hinaus eine auffälligere Bewerbung des Ortszentrums. Die vorhandenen Schilder werden von potenziellen Kunden kaum wahrgenommen, räumen selbst die Händler ein. „Die Werbung soll nicht die Einwohner anziehen. Die wissen, dass Sie da sind“, sagt der Standortenwickler. Vielmehr sollen jene drei Prozent mehr Kunden gelockt werden, die sich damit vielleicht zusätzlich erreichen lassen.

Fünf beherzte Kaufleute um die Apothekerin Claudia Hilbert haben schon eine Initiative ergriffen und im Internet die Seite „Marktplatz Rehbrücke“ eingerichtet, auf der sich Interessenten über Branchen und Angebote in Bergholz-Rehbrücke informieren können. Mittlerweile stellen rund 20 Geschäfte und Dienstleister ihre Offerten auf dieser Plattform vor. Mit Aktionen wie dem Frühlingsfest, dem Nuthetaler Kunst- und Handwerkermarkt, dem Herbst-Spezial oder der Ladies Night am Rehgraben haben die Kaufleute schon einige Kunden zurück- beziehungsweise neu gewinnen können. „Doch es gibt noch zu wenige Geschäftsinhaber, die mitmachen“, bedauert die Apothekerin. Ihre Gruppe will den Marktplatz zu einem Treffpunkt machen, an dem man sich zum oder nach dem Einkauf trifft. Nicht zufällig hat die Nuthetaler Gemeindeverwaltung die Akademie „2. Lebenshälfte“ und die Gemeindebibliothek in die Ladenstraße geholt. „Wir erhoffen uns davon auch einen stärkeren Zulauf für die Geschäfte“, erklärt Bürgermeisterin Hustig.

Was den Geschäftsleuten offensichtlich fehlt, ist eine feste Gemeinschaft, die sich regelmäßig trifft, um gemeinsam Vermarktungsstrategien zu erarbeiten. An einem solchen Netzwerk wollen die Händler aber jetzt intensiv arbeiten.

Familiengesundheitstag im nächsten Jahr auf dem Marktplatz

Über das Ortszentrum soll auch in der dritten Familienkonferenz des Bündnisses für Familie in Nuthetal diskutiert werden, die am 24. Februar 2018 im Mehrgenerationenhaus in Bergholz-Rehbrücke stattfindet.

Ein Familiengesundheitstag soll am 21. April 2018 auf dem Marktplatz in Bergholz-Rehbrücke veranstaltet werden. Der Gesundheitstag wird in der Zeit von 14 bis 18 Uhr durchgeführt

Von Heinz Helwig

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