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Potsdam-Mittelmark Harald Kretzschmar wird 85
Lokales Potsdam-Mittelmark Harald Kretzschmar wird 85
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07:05 23.05.2016
Harald Kretzschmar feiert am 23. Mai seinen 85. Geburtstag. Quelle: Christel Köster
Kleinmachnow

Ein Mann hat Geburtstag. Na und, könnte man denken. Im Falle des Zeichners und Autors Harald Kretzschmar, der am 23.Mai 1931 in Berlin geboren wurde und bereits seit 60 Jahren in der Berlin vorgelagerten Villenansammlung Kleinmachnow wohnt, verbietet sich solche Ignoranz nicht nur aus lokalpatriotischen Gesichtspunkten. Dabei ist Kretzschmar das glatte Gegenteil eines Berliners, Brandenburgers oder gar Preußen. Der kleine Harald wuchs in Dresden auf, ging dort auf die berühmte Kreuzschule. Als 14-jähriger Luftschutzhelfer wurde er Zeuge, wie die sächsische Kulturmetropole im infernalischen Kriegsfinale nahezu pulverisiert wurde. Schon in der Schulzeit fing er mit dem Zeichnen an. Zur hellen Freude seiner Mitschüler karikierte er den Lehrkörper. Das Abitur erhielt er trotzdem. Wahrscheinlich lag das auch daran, dass seine Porträts bis auf den heutigen Tag nie verletzend wirken. Erst nach dem Kunststudium, anfangs noch in Dresden und später nach dem Diplom in Leipzig, zog es ihn wieder in das Schwerefeld der großen Hauptstadt.

Junge Familie 1959 mit Frau Gisela und Sohn Joris. Quelle: Privat

Anders als sein berühmter Kollege Zille blieb er aber Sachse. Sein Credo lautet auch heute noch: „Ich bin ein in Berlin gebürtiger Sachse“. Kretzschmar ist in vielerlei Hinsicht ein mobiler Konstanter. Seine Frau Gisela und seine drei Kinder haben sich mit dem lebenslangen Primat der Kunst arrangiert. Wenn seine Tochter Julia, die Holzbildhauerin, über den Vater sagt: „Der Beruf war für ihn immer das Wichtigste“, klingt es nicht anklagend, sondern stolz. Dass auch seine Söhne, Joris und Jan, Architekt und Maler wurden, scheint logisch. Kretzschmars lebenslange Konstanten wie Kunst, Menschenliebe, Wandern und Schwimmen pflegt er bis heute. Auf einem Foto des Siebenjährigen sieht man, dass es Harald ernst ist mit den Wald- und Naturkontakten. Seine Tochter berichtet: „Er wandert bis heute und beim Baden im Schlachtensee ist er noch immer der Erste“.

Hochzeitsbild Oktober 1958: Gisela und Harald Kretzschmar Arm in Arm. Quelle: Privat

Von ganz anderen mobilen Konstanten schwärmen Kollegen und Fans gleichermaßen. Der Karikaturist Kretzschmar ist Zeichner, Lithograf, Radierer, Cartoonist, Illustrator, Autor, Kunstkritiker, Heimatkundler und einiges mehr. Er war Buchherausgeber, fertigte Porträt-Terrakotten und hat nur wenige ihm sinnreich erscheinende Erweiterung seiner Kreativität ausgelassen. Ginge das Gerücht herum, Kretzschmar plant ein Filmprojekt, man würde es glauben. Ihm verdankt das 1975 in Greiz gegründete „Satiricum“ maßgeblich seine Existenz. „Harald Kretzschmar hat viel dafür getan, dass sich die Karikatur gegen viele Widerstände in der DDR entwickeln konnte“, erinnert sich sein Kollege Bernd A. Chmura. Der Maler Peter Rohn bewundert nicht nur Kretzschmars „linearen und reduzierten Zeichenstil“, sondern auch dessen verbale Direktheit. „Der sagt, was er denkt und vermeidet jedes kunstreligiöse Gerede“, lobt Rohn. Andere sind, wenn der Name Kretzschmar fällt, sogar noch euphorischer. Die Malerin Barbara Raetsch befindet unumwunden: „Kretzschmar ist ein toller Mann! Ich habe allergrößte Hochachtung vor ihm! Wie seine Karikaturen, so sind auch seine Rezensionen und andere Texte bissig, scharfzüngig, klug und ehrlich!“

So wird der Mann, der nun seinen unglaublichen 85. Geburtstag feiert, dieses Ereignis wohl eher als einen der diversen Termine abhandeln, denn bereits am 29. Mai eröffnet im Landarbeiterhaus Kleinmachnow seine „Mediterra-Zeichnungen“-Ausstellung. „Komischerweise hat er immer Pläne gehabt. Ich kenne ihn nicht anders“, sagt die Tochter. Wir auch nicht, Julia. Alles Gute zum Geburtstag, Harald!

Von Lothar Krone

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