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Potsdam-Mittelmark Harmonisch, feinsinnig und skurril
Lokales Potsdam-Mittelmark Harmonisch, feinsinnig und skurril
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14:15 27.12.2015
„Das Maskenspiel“ von Wang Gang im Lendelhaus. Quelle: Lothar Krone
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Werder

Etwas zu prosaisch für das liebreizende Havelflair Werders und das poetische Potenzial der Künstler der Karin Weber Gallery Hongkong mutet der Titel der aktuellen Ausstellung im Lendelhaus an. „Globale Begegnungen“ jedenfalls wird der Besucher weder im Schatten einer zweihundertjährigen Eiche noch hinter der barocken Schmuckfassade des Lendelhauses erwarten. Etliche der acht Künstler aus drei Ländern entpuppen sich als bi-nationale Wesen.

Der 1976 in der russischen Kleinstadt Nowaja Ljalja geborene Greifswalder Maler Eugen Kunkel kam 1991 nach Deutschland und in seinen, wie fotorealistische Naturporträts gemalten kleinformatigen, düsterstummen Waldstücken kann der Betrachter die vorpommerschen Wälder oder sogar einen späten künstlerischen Nachhall der Wälder des Ost-Urals entdecken. Ebenfalls in Greifswald arbeitet der 1974 in Klaipeda geborene Holzbildhauer Edvardas Racevirius. Den Litauer zog es 2002 hierher. So bizarr wie seine Vita, die eine Priesterausbildung sowie ein Theologie- und Sozialpädagogik-Studium ausweist, so schräg und unkonventionell sind auch seine hölzernen Gestalten. Racevirius hat einen sichtlichen Spaß daran, sein Ausgangsmaterial, den Baumstamm, auch in der fertigen Plastik weiterleben zu lassen. Seine stets bemalten Figuren kämpfen halb fertig und erfolglos gegen jede Menge unbearbeitetes Holz an. So endet der Kopf eines Mannes in einem massigen Borkenstück als hätte der Herr seine Stirn gerade in eine Wand gerammt. Sämtliche seiner Figuren plagen sich dergestalt und hinterlassen dabei Frohsinn pur.

Ganz feinsinniger Ästhet und Kolorist ist der 1949 in Eberhardzell geborene Objektkünstler Willi Siber. Seine Arbeiten leben von ihrer gesteuerten Materialität und einem harmonischen Farbspiel. Hinter den weitgehend vom Zufall strukturierten Oberflächen seiner reliefartigen Tafelobjekte aber öffnet sich noch ein weiteres vom Künstler geschaffenes mikrokosmisches Universum.

Die Arbeiten der Berlinerin Tina Buchholtz haben diesen Schritt in die dritte Dimension nicht ganz vollzogen. Auch bei ihr aber wirken die starken Strukturen der Oberflächen und ziehen dadurch den Blick in eine imaginierte Tiefe. Die in den USA lebende Chilenin Luca Cruzat ist eine Dompteuse der Linien. Mit ihren rätselhaften Figuren und Fragmenten eröffnet sie wundersame und häufig skurrile Einblicke in das Reich der Phantasie. Aus dem Reich der Mitte dagegen kommt die Künstlerin Wang Xiaoluo. Ihre wunderbar zarten sepiafarbenen Frauenporträt-Tuschen hört der Betrachter englisch flüstern „wie sollte ich dich lieben“. Ebenfalls aus China stammt der in Paris lebende Wang Gang. Er ist mit einem Bilder-Quartett von solo sitzenden, altmodisch gekleideten Chinesen vertreten die einsam in sich ruhen. Sie wirken wie eine Zeitreise in ein verlorenes Leben, das es aber selbst hinter chinesischen Mauern nicht mehr gibt. Diesen Blick in das heutige China bietet Yang Shewei mit drei lebensgroßen Uniformierten, die er in ein extremes Hochformat presste.

Info: „Globale Begegnungen“, Alter Markt 21 , bis 10. Januar, Sa/ So, 14-17 Uhr und nach Absprache 0162 /7 29 06 10.

Von Lothar Krone

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