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Potsdam-Mittelmark Haussee wird in magischem Blau erstrahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Haussee wird in magischem Blau erstrahlen
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17:58 25.07.2017
Die Lichtinstallationen von Rainer Gottemeier tauchen die Landschaft in eine besondere Stimmung. Quelle: MAZ/Rainer Gottemeier
Petzow

Rainer Gottemeier spielt mit dem Wasser. Er nimmt die Seen auseinander, dreht sie um und gibt ihnen auf dem Papier verschiedene Farben. Heraus kommt eine neue Entdeckung, die er den „Potsdamer Stiefel“ nennt. Er bezeichnet die Lage und die Aneinanderreihung der hiesigen Seenlandschaft zwischen dem Großen und Kleinen Zernsee, der Wublitz, der Havel, dem Schwielowsee, dem Glindowsee, dem Plessower See und dem Haussee in Petzow als Glanzpunkt auf dem Stiefelgespann. „Für mich war das auf der Karte so deutlich erkennbar. Es ist eine tolle Findung“, sagt der 68-jährige Künstler.

Seit einem Jahr nun arbeitet er an der Konzeption für die LichtinstallationLichtachsen im Potsdamer Stiefel“, die er ab 9. September auf dem Haussee im Petzower Park zeigt. Gewidmet ist sie den 700-Jahr-Feiern in Werder, Caputh und Ferch. Das Kulturforum Schwielowsee konnte als Kooperationspartner gewonnen werden.

Eine ähnliche Lichtinstallation zeigte Rainer Gottemeier bereits in Hannover am Maschsee. Quelle: MAZ/Rainer Gottemeier

Aquatische Installation, lichthaltige Poesie oder visualisierte Cosmographie – viele Worte beschreiben Rainer Gottemeiers Kunst und die Fantasie, die dahinter steckt. Schon lange beschäftigt sich der gebürtige Berliner mit der Region und ist bereits zum dritten Mal in Petzow zu Gast. Zuletzt hat er verschiedene Lichtinstallationen in Schwerin, Hannover, Braunschweig oder in seinem Wohnort Potsdam gezeigt. Dort postierte er 2006 Lichtachsen im Tiefen See oder präsentiere im vorigen Jahr seine „Lichtachsen reloaded“ im Schlosspark Sacrow. Erfahrung hat er hinsichtlich Lichtinstallationen schon einige gesammelt, aber jedes Konzept ist anders, wie er verrät. Initiiert wurde das neue Projekt von Potsdam-Mittelmarks Kulturreferentin Doris Patzer, die Rainer Gottemeier nach einem möglichen Beitrag zu den Jubiläen fragte.

Betrachter erleben die Geburt einer neuen Landschaft

„Das Ereignis lässt die Kulturlandschaft in einem neuen Licht erscheinen“, sagt Rainer Gottemeier. Dafür sorgen 24 pulsierende Lichtstelen, die im Wind auf den Wellen schwanken und Bilder in den Seespiegel zeichnen. Diese Stelen sind als Ellipse im See verankert, die wiederum als Symbol und Reminiszenz an die sogenannte „Gärtner-Ellipse“ dient. Die kam als eine Kurzformel der eingesetzten Geometrie zur Gestaltung von Landschaftsgärten im 17. und 18. Jahrhundert zur Geltung. „Die Ellipse hat im Erleben und Betrachten der Lichtkunst, also im Spaziergang um den See, die symbolische Gestalt einer Umlaufbahn“, erklärt Rainer Gottemeier. Die Landschaft könne so, mit etwas Abstand, als lebendige Struktur wahrgenommen werden, in der man selbst ein Teil der Szenerie ist. „Es ist ein künstlerischer Vorschlag, sich und die Welt wiederzufinden“, so der Künstler.

Rainer Gottemeier kennt den Petzower Haussee bereits von zwei vorherigen Ausstellungen. Quelle: Luise Fröhlich

Der „Potsdamer Stiefel“ setzt sich aus Merkmalen der Landschaft, wie Orten, Architekturen, Museen, Denkmälern, naturräumlichen Besonderheiten, Straßenkreuzungen oder Infrastrukturen zusammen, die punktuell auf die Seefläche übertragen werden. Sinnbildlich, so sagt Rainer Gottemeier, erleben die Betrachter die Geburt einer neuen Landschaft. Die Grundidee liegt darin, zu erkennen, dass nicht alles so bleiben muss, wie es ist. Die Welt kann neu zusammengesetzt werden. Während der 1200 Schritte um den Haussee in Petzow soll die Lichtinstallation den Betrachter berühren und in eine verinnerlichende Sichtweise überführen.

Gottemeier war zunächst als Musiker tätig

Förderer sind das Brandenburgische Kulturministerium, die Staatskanzlei, der Landkreis Potsdam-Mittelmark, die Mittelbrandenburgischen Sparkasse sowie die Stadt Werder.

Der Eintritt im Petzower Park bleibt für die Zeit der Ausstellung kostenlos.

Rainer Gottemeier wurde 1949 in Berlin geboren und lebt und arbeitet in Potsdam.

1980 begann er mit der Arbeit als Bildender Künstler, nachdem er zunächst als Musiker und Komponist tätig war.

Seine Kunst ist mehrfach prämiert. 2015 gewann er etwa mit einer Lichtinstallation den 1. Preis beim Kunstwettbewerb in Oberschleißheim (Kunst am Bau).

Die 24 blau leuchtenenden Stelen werden durch eine Vielzahl von Signallichtbojen und weißen Kugelfedern umschlossen und durchdrungen. „Sie visualisieren ein über den See ausgebreitetes Lichtpunktnetz, das in der Dämmerung nach und nach zu leuchten beginnt“, beschreibt Rainer Gottemeier sein Konzept. Für die Installation der verschiedenen Lichter braucht der Künstler ein paar tausend Meter Seil und etliche Kabel. Mit einem Boot fahren seine Helfer und er auf den See heraus und platzieren die Bojen und Lampen.

Vorbote führt an den „Potsdamer Stiefel heran“

Im Kontext der aquatischen Lichtinstallation bereichern Land-Art-Projekte die Kunst im Tageslicht. Während Rainer Gottemeier also die Sterne vom Himmel holt, lässt der Harry Sinske mit „hyperBella“ das Gras wachsen und Brigitta C. Quast vergoldet mit Stelen als magische Brennpunkte die Landschaft. Die Künstlerin vergoldete bereits Steine im Görlitzer Park in Berlin oder ließ Blattgold auf der Wupper schwimmen. Das Kunstprojekt ist zwar erst ab 9. September für knapp zwei Monate zu sehen, doch Rainer Gottemeier hat schon jetzt einen Vorboten entworfen. Es ist eine postkartengroße Ankündigung, die auf der Vorderseite die auseinandergenommenen Seen zeigt und thematisch an den „Potsdamer Stiefel“ heranführt. Der Heimatverein Petzow hat die Lichtinstallation im Park in die große 24-Stunden-Wanderung Potsdam-Havelland am Sonnabend, 7. Oktober, integriert. Mitten in der Nacht werden die Wanderer am See vorbeikommen und die Lichter bewundern können, wie der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Friedrich sagte. Die Ausstellung endet am 29. Oktober.

Der Vorbote für Gottemeiers Ausstellung Quelle: Repro/MAZ

Von Luise Fröhlich

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