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Havelland trifft Mittelmark und rockt

Damsdorf Havelland trifft Mittelmark und rockt

Die Band Jon Doschie bringt fünf Musiker und einen Techniker aus zwei Landkreisen wöchentlich für harte Songs zusammen. Die Band, die am 15. Juli bei den Lehniner Sommermusiken „Rock im Kloster“ bringt, hat 45 Songs auf Lager, davon sind fünf eigene Kompositionen.

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Die fünf Musiker von Jon Doschie: Babette David, Denny Arndt, Johannes Wegner, Detlef Haikalis und Michael Blümchen (von rechts).

Quelle: Foto: Malo

Damsdorf. Der Raum ist nur 1,95 hoch, fensterlos und nicht unbedingt behaglich und doch für die vier Männer und eine Frau der Rock- und Coverband Jon Doschie wie ein Wohnzimmer. Es ist die gute Stube für harte Rockmusik. Die Bandmitglieder kommen aus Borkheide, Fichtenwalde, Göhlsdorf, Ketzin und natürlich Damsdorf, wo sie alle einmal die Woche bei ihrem Schlagzeuger Michael Blümchen zusammenkommen. Die Band, die am 15. Juli bei den Lehniner Sommermusiken „Rock im Kloster“ bringt, hat 45 Songs auf Lager, davon sind fünf eigene Kompositionen. Zum sechsten Mal rockt Jon Doschie das Kloster, genaugenommen die Feldscheune auf dem Stiftsgelände in Lehnin am Brandenburger Weg. Dort, wo der Theologe, Hausherr und Mann am Schlagzeug Michael Blümchen Geschäftsführer für den Unternehmensbereich Altenpflege ist.

Babette David im Probenraum eines Damsdorfer Eigenheims Die Ingenieurin verstärkt seit Jahresbeginn die Gruppe Jon Doschie

Babette David im Probenraum eines Damsdorfer Eigenheims. Die Ingenieurin verstärkt seit Jahresbeginn die Gruppe Jon Doschie.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Seit vier Jahren gibt es die Band in fast dieser Formation, seit Januar nun mit Sängerin Babette David, genannt Betty. Die 31-jährige Brandschutz-Ingenieurin aus Borkheide schafft es mit ihrer Stimme, die harten Klänge der Bass- und Leadgitarren zu durchdringen – so bei dem eingängigen Song „Want you to want me“ der amerikanischen Rockband Cheap Trick. Das Eigenheim in Damsdorf bebt.

Geschickt mit der Soundtechnik

Irgendwie passt auch die kurze Lockenfrisur der gebürtigen Potsdamerin zu dieser Musik der 70er Jahre. In flachen Pumps tippen ihre Füße zum Takt auf den ausrangierten Perserteppich. Wie ein Galopp preschen die Drums von Michael Blümchen durch den Probenraum.

Es gab ein Vorbands vor Jon Doschie. Lehmann & Co war so eine Band, bei der auch der gebürtige Niedersachse Michael Blümchen aus Alfeld an der Leine schon dabei war mit dem 53-jährigen und damit gleichaltrigen Detlef Haikalis. Dieser formt als Leadgitarrist den Stil der Band. Der Sozialpädagoge aus der Nähe von Stuttgart stellt die ältere Generation. Sein Sohn Sascha Deutschland, 23 Jahre alt und Computerfachmann, ist als Tontechniker Mitglied von Jon Doschie. Ihn hatte sein Vater stets im Schlepptau und irgendwann erwies sich der Filius als besonders geschickt mit der Soundtechnik.

Hausherr, Pfarrer und Geschäftsführer Michael Blümchen ist der Schlagzeuger der Band Jon Doschie

Hausherr, Pfarrer und Geschäftsführer Michael Blümchen ist der Schlagzeuger der Band Jon Doschie. In seinem Haus in Damsdorf proben die Hobbymusiker einmal die Woche.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Namensgeber von Jon Doschie ist der 26-jährige Johannes Wegner. Der Speditionskaufmann spendete seinen etwas verfremdeten Spitznamen Joshi für die Formation. Wegner ist Sänger und bespielt die Rhythmusgitarre. Der gleichaltrige Denny Arndt ist als selbstständiger Veranstaltungstechniker der Garant der Auftritte und als Bassist für die tieferen Töne zuständig. Arndt reist er wöchentlich von Ketzin nach Damsdorf an. Im Garten von Michael Blümchen schiebt sich mittwochabends ein Auto neben das andere. Havelland trifft Mittelmark und rockt.

Wer groß ist, muss im nur 1,95 Meter hohen Probenraum den Kopf einziehen

Wer groß ist, muss im nur 1,95 Meter hohen Probenraum den Kopf einziehen: Jon Doschie rockt und das Einfamilienhaus bebt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

900 Konzertbesucher wippten schon vor ihrer Bühne, als die Gruppe als Vorband von Six in Jessen spielte. „Wir füllen aber auch Säle, wenn wir alleine spielen“, sagt Detlef Haikalis, der griechische Wurzeln hat. Babette David und die Musiker fanden sich über eine Musikplattform. Als „toll, erfrischend und überraschend“ bezeichnet Haikalis die Stimme der jungen Frau. „Selbst schwierige Lieder wie Barracuda von Heart wuppt sie.“

Die Säule im Musikerleben der Band

Die Fans der Truppe „sind mittlerweile wie gute Freunde. Man kennt sich“, sagt Haikalis. „Wir entwickeln uns ständig weiter, striegeln Songs auch mal beim Covern gegen den Strich.“ So werde ein „keyboardlastiger Song“ von Depeche Mode für Gitarren umarrangiert. An diesem Abend proben die fünf Musiker die Playlist für „Rock im Kloster“. „All the small things“, all die kleinen Dinge, heißt einer der Songs. Für die vier Männer und eine Frau ist Jon Doschie eine Säule ihres Musikerlebens und damit schon was Großes.

Rock im Kloster

Acht bis zehn Auftritte pro Jahr absolviert Jon Doschie. Neben dem im Sommer obligatorischen „Rock im Kloster“ sind das Privatfeiern und Volksfeste, auf denen die sechs Hobbymusiker auftreten. Auch als Vorgruppen anderer Bands erhalten die Musiker Engagements.

Das Konzert „Rock im Kloster“ während der 41. Lehniner Sommermusiken beginnt am Freitag, 15. Juli, um 19.30 Uhr in der „Feldscheune“ auf dem Stiftsgelände in Lehnin am Brandenburger Weg.

Von Marion von Imhoff

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