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Potsdam-Mittelmark Hebammen: Wichtige Stützen in einer aufregenden Zeit
Lokales Potsdam-Mittelmark Hebammen: Wichtige Stützen in einer aufregenden Zeit
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06:25 15.03.2018
Tanja Stahn erwartet ein Baby und lässt sich während der Schwangerschaft von Hebamme Andrea Hennig begleiten. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Dutzende Babyfotos schmücken die Wände in der Hebammenpraxis von Ines Flechner, Andrea Hennig und Ariane Klein in Bad Belzig. Die Fotogalerien von verschlafenen, aufgeweckt dreinschauenden und lächelnden Knirpsen sind im ständigen Wachsen begriffen.

Allein im vergangenen Jahr betreuten die drei Hebammen knapp 200 Frauen während der Schwangerschaft und im Wochenbett und boten Geburtsvorbereitungs- und -nachsorgekurse an.

Die Hebammen Ariane Klein, Ines Flechner und Andrea Hennig (v.l.). Quelle: Christiane Sommer

Seit knapp anderthalb Jahren hat die Praxis ihr Domizil am Busbahnhof. Der Umzug, darauf weisen die drei Geburtshelferinnen noch einmal hin, stellte keine Neugründung dar. „Wir haben damals nur die Räume gewechselt“, so Flechner.

Während der Kreißsaal am hiesigen Standort des Ernst-von-Bergmann-Klinikums gerade geschlossen worden war, rückten die Geburtshelferinnen ins Zentrum der Kur- und Kreisstadt. Nicht unbedingt ein Zusammenhang, aber doch nicht ohne gewisse Symbolik.

Eine Schwangere kam sogar aus Sachsen-Anhalt

Die Frauen, die im vergangenen Jahr das Angebot nutzten, kamen aus Bad Belzig, Brück, Treuenbrietzen, Niemegk, Görzke und Umgebung. Eine werdende Mutter nahm sogar die lange Anfahrt aus Reuden (Sachsen-Anhalt) in Kauf. „Viele Frauen waren schon während ihrer ersten Schwangerschaft bei uns und kamen beim zweiten Kind wieder“, erzählt Andrea Hennig.

Einer Schätzung zufolge nutzen etwa 80 Prozent der Schwangeren die von Krankenkassen finanzierten oder bezuschussten Angebote, mit denen sie zugleich bestens auf die Geburt vorbereitet werden.

So wie Tanja Stahn aus Bergholz. Die 30-Jährige erwartet in Kürze ihr erstes Kind. Das Baby soll in der Geburtsklinik Lutherstadt Wittenberg das Licht der Welt erblicken. Die Entbindungsklinik liegt etwa 40 Minuten Autofahrt von ihrem Wohnort entfernt und damit nicht in unmittelbarer Nähe.

Immer mehr Väter bei Geburt dabei

Hebammenhilfe umfasst die Beratung und Betreuung während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Sie kann von jeder Schwangeren, Gebärenden oder entbundenen Frau in Anspruch genommen werden.

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Auch immer mehr Väter sind bei der Geburt ihrer Kinder dabei.

Um darauf vorbereitet zu sein, können sie ebenfalls an den Geburtsvorbereitungskursen in der Hebammenpraxis teilnehmen.

Weitere Infos unter: www.hebammen-in-belzig.de

Die Entfernung bis in die nächstgelegenen Geburtskliniken in Brandenburg, Potsdam, Luckenwalde, Dessau, Lutherstadt Wittenberg und Zerbst sind fast zwei Jahre nach Schließung der Geburtshilfe-Abteilung im Krankenhaus Bad Belzig noch immer ein mit Ängsten verbundenes Thema unter Schwangeren.

So zumindest die Erfahrung der drei Hebammen. „Die Sorge, es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus zu schaffen, wird immer wieder geäußert“, sagt Andrea Hennig.

Und es ist nicht die einzige Sorge, die werdende und frisch gebackene Mütter äußern. Neben der Angst, keinen Kitaplatz für den Nachwuchs zu bekommen, war im vergangenen Jahr die vorübergehend nicht pünktliche Auszahlung des vom Bund bereitgestellten Elterngeldes durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark ein mit Sorgen verbundenes Thema.

Die Hebammen Ariane Klein, Ines Flechner und Andrea Hennig (v.l.). Quelle: Christiane Sommer

Die gute Nachricht, die das Hebammentrio zumindest aus seiner Praxis verkünden kann, lautet indes: Es gibt wieder mehr Geschwisterkinder. „Zumindest gefühlt. Drei ist die neue Zwei“, sagt Ariane Klein lachend. Weshalb sich die drei Hebammen, denen ein sehr guter Ruf vorauseilt, über mangelnde Arbeit nicht beklagen können.

So schwierig wie in Berlin, Potsdam und Umgebung, wo ob des Kinderbooms und der allgemein nicht gerade optimalen Arbeitsbedingungen ein Mangel an Geburtshelferinnen besteht, sind die Verhältnisse im Hohen Fläming aktuell nicht.

„Die Praxis hier wurde mir empfohlen“, verrät auch Tanja Stahn. Nach dem Tipp folgte ihrerseits der Blick auf die Internetpräsenz er drei Damen und darauf der erste Anruf. Die 30-Jährige fühlt sich bestens betreut und durch die Hebammen optimal auf die bevorstehende Geburt vorbereitet.

Bei Anfragen zu Hausgeburten wird an Geburtshäuser verwiesen

Hausgeburten bieten die drei Frauen, die zusätzlich in Kliniken in Brandenburg/Havel und Lutherstadt Wittenberg als Hebammen fest angestellt sind, jedoch nicht an. Bei entsprechenden Anfragen verweisen sie jeweils auf Geburtshäuser.

Unter den 280 Erdenbürgern, die in 2017 in Bad Belzig und Treuenbrietzen, den Ämtern Brück und Niemegk sowie der Gemeinde Wiesenburg/Mark begrüßt werden konnten, waren auch sieben Hausgeburten.

Von Christiane Sommer

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