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Potsdam-Mittelmark Heidelbeere auf dem Vormarsch
Lokales Potsdam-Mittelmark Heidelbeere auf dem Vormarsch
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00:54 16.07.2016
Pflücken in Familie: Mandy Diab (r.) aus Niedergörsdorf mit ihren Kindern Theodor (11 Monate) und Melina (5) sowie Nicole Dorn (l.) aus Coswig mit ihren Kindern Jona (2) und Jamie (7) und Oma Rita Bester (M.). In Klaistow können Beeren auf zehn Hektar selbst gepflückt werden. Quelle: B. Gartenschläger
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Klaistow

Als die Blaubeere in die Beelitzer Region kam, sprach irgendjemand vom „schlafenden Riesen“. Damit war freilich nicht die Größe der Beere gemeint, sondern ihr Potenzial, im Laufe der Zeit zu einer Frucht heranzureifen, die gern gekauft und oft gegessen wird. Die Heidelbeere ist kein schlafender Riese mehr, konstatierte Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD), dem es am Freitag vorbehalten war, als erster Redner die Brandenburger Beerensaison auf dem Spargel- und Erlebnishof in Klaistow zu eröffnen.

Dass die Heidelbeere auf dem Vormarsch ist, belegen Zahlen. Die Anbaufläche nimmt stetig zu – allein von 2014 (117 Hektar) auf 2015 (166 Hektar) wuchs sie brandenburgweit um 41 Prozent. Von einer bemerkenswerten Karriere sprach auch Matthias Freude, Präsident des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, der den Heidelbeerbauern zwei Dinge wünschte: dass die Kirsch-Essig-Fliege sich von der Beere fernhält und die Deutschen den Amerikanern nacheifern – bei ihren Konsumgewohnheiten. Die Amerikaner essen sechs Mal mehr Heidelbeeren, sagte er.

Die Deutschen setzen aber zur Aufholjagd an. Die Nachfrage steigt und Betriebe in der Region haben einen großen Markt vor der Tür – Berlin mit 3,6 Millionen Menschen. Der Landrat riet noch, die hiesigen Heidelbeeren zu einer eingeführten Marke zu machen. Vielleicht könnte man sie die „Beelitzer Blauen“ nennen, sagte er.

Mit Markennamen haben die Betriebe in der Region Erfahrung. Viele Heidelbeerbauern sind von Haus aus Spargelbauern, die ihre Saison mit den „Blauen“ verlängern. Es gibt frühe und späte Sorten, so dass von Juli bis Mitte September geerntet werden kann. Dass der Heidelbeeranbau langsam Spargel-Dimensionen annimmt, zeigt sich am Gastgeber der Saisoneröffnungsfeier. Der Familienbetrieb Buschmann und Winkelmann in Klaistow startete 2003 auf anderthalb Hektar, dieses Jahr sind es 125 Hektar. Im vergangenen Jahr wurden 316 Tonnen Heidelbeeren geerntet. „Diese Saison erwarten wir einen Ertrag von 600 Tonnen“, so Ernst-August Winkelmann. Er rechnet in den nächsten drei Jahren sogar mit einer weiteren Verdoppelung der Erntemenge. Wie in der Spargelzeit fürs Edelgemüse hat der Betrieb inzwischen auch Verkaufsstände für Heidelbeeren in Berlin und Brandenburg. Und mittlerweile sind es fast 300 Saisonarbeiter aus Polen und Rumänien, die in Klaistow Heidelbeeren ernten. Auch hier nähert man sich den Dimensionen der Spargelzeit an.

Blaue Beeren

Die in Deutschland angebauten Heidelbeeren stammen von nordamerikanischen Wildformen ab. In den USA werden Kulturheidelbeeren bereits seit mehr als 100 Jahren angebaut.

Dort gibt es Bauern, die 80 Jahre alte Heidelbeerkulturen auf einer Fläche von 10 000 Hektar anbauen, sagte Ernst-August Winkelmann.

In Beelitz hat die Karriere der Kulturheidelbeere im Jahr 2000 begonnen, als sie im Stadtwald auf zehn Hektar angepflanzt wurde, weiß Manfred Schmidt, Chef des Spargelvereins ist.

Spargelbauern waren die treibenden Kräfte, um diese Beere in die Region zu holen. Drei Jahre habe man vorher darum gekämpft, sagte Schmidt.

Von Jens Steglich

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