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Heilhaus-Vision sticht Klinik-Idee aus

Bad Belzig Heilhaus-Vision sticht Klinik-Idee aus

Eine Schönheitsklinik im Nordwesten der Kur- und Kreisstadt können sich die Mitglieder des städtischen Bauausschusses nicht vorstellen. Diese Vision aber stellte der Bad Belziger Bierbrauer Norbert Eggenstein in der jüngsten Sitzung des Gremiums vor. Doch mit Eggenstein gibt es weitere Interessenten für die verfügbare Fläche.

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Ihr Projekt hat bei den Stadtverordneten gute Aussichten: Esther Heese hofft, dass die Vision vom Heilort Wirklichkeit in Bad Belzig wird.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Eine Schönheitsklinik im Nordwesten von Bad Belzig können sich die Mitglieder des städtischen Bauausschusses nicht vorstellen. Diese Vision stellte der Bad Belziger Bierbrauer Norbert Eggenstein in der jüngsten Sitzung des Gremiums vor. Seit Anfang des Jahres führt der Unternehmer nach eigener Aussage Gespräche mit zwei interessierten Chirurgen. Eine abschließende Bewertung könne jedoch nicht vor Ende 2018 erfolgen.

Dessen ungeachtet will der Unternehmer, der auch Geschäftsführer der Eggenstein Vermögens- und Beteiligungsgesellschaft ist, das für das Vorhaben ins Auge gefasste 17 500 Quadratmeter große Grundstück nördlich des Lärchenweges an der Rosa-Luxemburg-Straße für diesen Zweck erwerben. Noch lieber wäre ihm jedoch, die Stadt würde dieses Grundstück – das seit etwa 25 Jahren für eine weitere Kurklinik reserviert ist – parzellieren und an interessierte Eigenheimbauer verkaufen.

Weitere Interessenten für die Fläche

Doch mit Eggenstein gibt es weitere Interessenten für die Fläche. Silke Grimm, Esther Heese und Heinrich Kronbichler vom Vorstand des gemeinnützigen Heilort-Vereins und der gleichnamigen Stiftung wollen dort ihre Vision vom Heilhaus Bad Belzig verwirklichen. Ein Ort, der Prävention, Gesundung und soziales Leben verbindet. Bereits vor zwei Jahren stellten sie diese Idee im Kommunalparlament vor. Damals konnten sich die Stadtverordneten jedoch nicht zu einem Verkauf des Grundstücks entscheiden und baten, die Idee vom Heilhaus weiter zu entwickeln.

Das hat das Trio getan. Es stellte seine Pläne abermals vor – inklusive eines erneuten Kaufvertrags, um die Vision verwirklichen zu können. Geplant ist der Bau eines Gesundheitszentrums mit Therapiebereichen, ein Mehrgenerationenhaus mit integrierter Kindertages- und Alterstagesstätte sowie ein Bio-Gästehaus mit Restaurant.

Ein Ort, der das gesamte Leben von der Geburt bis zum Tod beinhaltet

„Es sind keine Spinner im Projekt“, sagt Silke Grimm während der Präsentation. Die frühere Geschäftsführerin des Zentrums für experimentelle Lebensgestaltung (Zegg) betonte, dass die Vision vom Gesundheits- und Lebenszentrum kein Projekt des Zegg sei. Vielmehr habe man mit Medizinern aus Bad Belzig und anderen Orten bereits erste Kooperationspartner gefunden. „Das Heilort-Projekt umfasst mit dem Gesundheitszentrum, dem Bio-Gästehaus, dem Mehrgenerationenhaus und den Bildungsangeboten vier Dienstleistungsbereiche. Damit entsteht ein Ort, der das gesamte Leben von der Geburt bis zum Tod beinhaltet“, warb Grimm.

Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos): „Dieses Projekt passt in den Nutzungskreis von Krankenhaus, Reha-Klinik und Therme. Ich würde mich freuen, wenn es verwirklicht wird. Und es belastet unseren Stadthaushalt nicht.“

Erster Bauabschnitt bis 2020

Der Heilort-Verein und die gleichnamige Stiftung planen den Bau des Bio-Gästehauses mit Therapiebereichen, Palliativpflegedienst und Naturkindergarten bis 2020/21.

Fünf Millionen Euro erfordert die Umsetzung des Vorhabens.

Dieser erste Bauabschnitt soll durch Investoren, aus privatem Vermögen und Fördermitteln aus öffentlichen Quellen bereits finanziell abgesichert sein.

Von 2022 bis 2023 sollen das Mehrgenerationenzentrum und die Altentagesstätte mit einem Kostenvolumen von 3,5 Millionen Euro gebaut werden.

In einem dritten Bauabschnitt sollen bis 2025 zusätzliche Gebäude um Geburt und Sterben entstehen.

Das Kostenvolumen dafür wird auf 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Skepsis kam von Seiten der Christdemokraten, die zwar erklärten, nicht grundsätzlich gegen eine Klinikidee zu sein, die Fläche jedoch lieber als Bauland für junge Familien verwenden würden. Bauamtsleiter Christoph Grund bestätigte in diesem Zusammenhang, dass Bauland immer wieder angefragt werde – die Stadt in Sachen Eigenheimbau künftig jedoch in Richtung Bahnhofsnähe wachsen soll.

Anders als der Kaufantrag von Norbert Eggenstein wurde die Heilort-Idee von Silke Grimm, Esther Heese und Heinrich Kronbichler und der damit verbundene Grundstücksverkauf an das Trio durch den Ausschuss einstimmig empfohlen.

Von Christiane Sommer

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