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Heilstätten bekommt ein Dorf für Kreative

Start für Bau von 50 Atelierwohnungen Heilstätten bekommt ein Dorf für Kreative

Zwei Berliner wollen das Dreier-Ensemble rund um das frühere Frauensanatorium in Beelitz-Heilstätten in ein Dorf für Kreative verwandeln. Geplant sind 50 Atelierwohnungen. Gedacht sind sie etwa für Maler, Musiker, Designer, Autoren oder Fotografen, die abseits der Hektik der Großstadt wohnen und arbeiten und doch in Reichweite der Metropole bleiben wollen.

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Blick in das frühere Küchengebäude. An dem Haus waren umfassende Sicherungsmaßnahmen vor allem an den Flachdächern nötig.

Quelle: B.G.

Beelitz-Heilstätten. In Beelitz-Heilstätten fällt der Startschuss für die Umsetzung einer originellen Idee, die drei altehrwürdigen Häusern eine neue Zukunft geben soll. Zwei Geschäftspartner aus Berlin wollen im sogenannten Quadranten D das Ensemble aus ehemaligem Frauensanatorium, Küche und Wäscherei in ein Dorf für Kreative verwandeln. Für das Hauptgebäude – das Sanatorium – liegt jetzt die Baugenehmigung vor, sagte Frank Duske, einer der beiden Projektentwickler. Die ersten Arbeiten haben begonnen, das Baubüro ist vor Ort eingerichtet, so Duske, der mit seinem Kompagnon Jan Kretzschmar die drei alten Bauten gekauft hat, um 50 Atelierwohnungen einzurichten.

Im Frauensanatorium und in der Wäscherei sollen 37 Eigentumsquartiere entstehen, in der ehemaligen Küche sind 13 Mietwohnungen geplant. „Ab Anfang Mai gehen wir mit den Anzeigen für die Mietwohnungen raus.“ Duske denkt, dass Ende des Jahres die ersten Mieter in das einstige Küchengebäude der früheren Lungenheilanstalt einziehen können.

Im Pavillon, wie er das Frauensanatorium jetzt nennt, könnten die ersten Quartiere im Frühjahr 2017 bezugsfertig sein. Gedacht sind diese Atelierwohnungen für Kreativschaffende. Maler, Designer, Fotografen, Musiker oder Autoren sollen dort wohnen und arbeiten. Beelitz-Heilstätten dient als Rückzugsgebiet ohne den Lärm und die Hektik der Großstadt und ist doch nahe genug dran am spannenden Berlin, so die Idee. „Vom Bahnhof Zoo sind es mit der Bahn 35 Minuten“, sagt Duske, der Heilstätten einen „urbanen Hybriden“ nennt: „Es ist im Wald und es ist doch kein Ort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, so der Projektentwickler. Ein halbes Dutzend der Studios sind laut Duske bereits verkauft. Die Atelierwohnungen, die zum Verkauf stehen, sind zwischen 45 und 175 Quadratmeter groß. Das kleinste Quartier kostet 133 000 Euro, das größte 360 000 Euro.

Refugium für Kreative

Refugium für Kreative: Frank Duske vor dem einstigen Frauensanatorium, in dem Atelierwohnungen entstehen sollen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit durchschnittlich 2000 Euro pro Quadratmeter liege man deutlich unter den Preisen in den Metropolen. „Hier können Familien Raum finden, die sich große Wohnungen in Berlin und Potsdam nicht leisten können“, sagt Duske. Auf Mieter wie Eigentümer warten interessante Kompromisse, die Heilstätten-Quartiere von klassischen Stadtwohnungen unterscheiden. Das Bad zum Beispiel ist 4,20 Meter hoch und hat ein Kreuzgewölbe. Und der ehemalige Speisesaal des Frauensanatoriums soll in ein gemeinschaftliches Kaminzimmer verwandelt werden.

„In dem früheren Küchengebäude gibt es auch einen zentralen Küchenraum, der sieben Meter hoch und 300 Quadratmeter groß ist“, erzählt Duske weiter. „Er ist fast vollständig mit Fliesen ausgelegt. Das hat man für die Ewigkeit gebaut. Wir lassen ihn fast unberührt.“ In solche Räume könnten „zum Beispiel Agenturen einziehen oder Fotografen ihren Set einrichten“.

Beelitz-Heilstätten

Die Lungenheilanstalt ist zwischen 1898 und 1930 gebaut worden. Gepflegt wurden Tuberkulose-Patienten. Zu Kriegszeiten diente sie auch als Lazarett für verwundete Soldaten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das 200 Hektar große Areal mit 60 Häusern als Militärhospital von der Sowjetarmee genutzt. Nach deren Abzug 1994 verfielen viele Gebäude.

Die drei Bauten, in denen die Atelierwohnungen entstehen, erhalten laut Investoren eine behutsame Kernsanierung und neue Technik, ohne die Spuren der Geschichte zu verwischen.

Auch wenn in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde so viel wie möglich aus dem Bestand erhalten werden soll, ist einiges an den drei Bauten nicht mehr zu retten. „Alle Holzteile müssen raus, weil sie kaputt sind. Die Häuser waren 25 Jahre lang vernagelt, das hat dem Holz nicht gut getan“, so Duske. Auch 300 Fenster und Zehntausende von Dachziegeln müssen neu angefertigt und kilometerweise Stromkabel verlegt werden. „Viele Bauarbeiter werden hier zwei Jahre zu tun haben und damit ihr Brot verdienen.“ Für die Investitionskosten gebe es noch keine abschließende Berechnung. „Ich denke, es wird ein Zehn- bis Zwölf-Millionen-Projekt sein“, sagt Duske: „Unser Wunsch ist, es Ende 2017 abzuschließen.“

Die Vorbereitung bis zum Start hat freilich einige Zeit gedauert. „Es ist wie bei einem großen Schiff, das langsam in Bewegung kommt. Wenn es sich aber bewegt, kann man es nicht mehr aufhalten“, sagt Duske.

Von Jens Steglich

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