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Potsdam-Mittelmark Heimat auf Zeit im Ankerhaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Heimat auf Zeit im Ankerhaus
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02:16 17.03.2018
Hans Hansen und Anke Frenzel helfen den jungen Männern auf ihrem Weg im fremden Land. Quelle: Luise Fröhlich
Caputh

Seit zwei Jahren beherbergt das Ankerhaus in Caputh alleinreisende junge Flüchtlinge. Die erste 14-köpfige Gruppe kam im Frühjahr 2016 aus Bremen. Von ihnen wohnen aktuell noch sieben junge Männer im einstigen Hotel. Der Rest ist entweder bei Familien untergekommen, hat andere betreute Wohngemeinschaften gefunden oder die Volljährigkeit zum Anlass genommen, in ein Gemeinschaftsheim des Kreises umzuziehen. Hans Hansen, Fachbereichsleiter für stationäre Hilfen beim Verein „Job“, leitet das Ankerhaus von Beginn an und hat einige Jugendliche kommen und gehen sehen. Zwischen März 2016 und Februar 2017 wurden 35 Jugendliche aufgenommen. Aktuell leben 15 junge Männer aus sechs Nationen im Ankerhaus. Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Unklar ist, ob sie alle in Deutschland bleiben dürfen.

Fast alle Jugendlichen haben einen Asylantrag gestellt und blicken auf ganz unterschiedliche Ergebnisse, wie Hans Hansen berichtet. Eine Hand voll Geflüchtete aus Syrien, Somalia und Eritrea haben eine Aufenthaltserlaubnis oder subsidiären Schutz. Dieser greift ein, wenn weder der Flüchtlingsschutz noch die Asylberechtigung gewährt werden können und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht. Vier junge Männer haben eine Ablehnung erhalten, sind aber noch geduldet. Sie stammen aus Afghanistan und Gambia. Andere Ankerhaus-Bewohner warten noch auf das Ergebnis ihres Antrags oder des Klageverfahrens. „Die Frage nach dem Asylstatus schwebt wie ein Damoklesschwert über den Jugendlichen“, erzählt Hans Hansen. Ungeachtet des Ergebnisses gelte für alle Bewohner das gleiche Prinzip: Sie lernen die Sprache, gehen zur Schule, suchen eine Ausbildung und üben soziale Integration. „Das sind Leistungen, die die jungen Menschen schrittweise meistern müssen“, so der Einrichtungsleiter.

Automechaniker und Tischler sind die beliebtesten Berufe

Zwei Jahre lang besuchen die Jugendlichen zum Beispiel das Oberstufenzentrum in Werder und absolvieren dort eine Berufsvorbereitung. Manche sind an Schulen in Wilhelmshorst, Beelitz oder Potsdam untergekommen. „Die Besonderheit ist, dass manche mit dieser Berufsvorbereitung überfordert und andere wieder unterfordert sind“, sagt Hans Hansen. Die Ausbildung stelle eine deutliche Anforderung an die jungen Männer dar. „Einige, die zu uns kommen, haben in ihrer Heimat schon gearbeitet und haben ein bestimmtes Bild im Kopf, von dem was sie machen wollen“, berichtet er. Wenn sie dann merken, dass zur dualen Ausbildung nicht nur die Arbeit mit Händen, sondern etwa auch mathematisches Verständnis gehört, ebbe die Begeisterung schon mal ab.

Zu den beliebtesten Berufen zählen der Automechaniker und der Tischler, sagt Anke Frenzel. Sie ist die pädagogische Hausleitung und ebenfalls seit zwei Jahren dabei. „Aktuell sind einige in der Lehre, zum Beispiel zum Zahntechniker oder Friseur“, berichtet sie. Auch die Sprache bereite keine großen Probleme mehr. Konnten die Jugendlichen Deutsch anfangs hauptsächlich verstehen, plaudern sie mittlerweile gut miteinander. „Geholfen hat dabei auch, dass es viele verschiedene Nationen waren und es keine Sprachverwurzelungen gab. Dadurch haben sie es gleich auf Deutsch probiert“, erklärt Hans Hansen. Dank Unterstützung von Caputher Vereinen und Ehrenamtlern klappt nicht nur die Integration ins Arbeitsleben, sondern auch ins soziale Umfeld. „Anfangs waren die Caputher neugierig und hilfsbereit, aber auch skeptisch. Wir haben aber immer offensiv mit den Nachbarn gesprochen. Unser Haus stand immer offen und viele haben uns Hilfe angeboten“, sagt der Einrichtungsleiter. Sie reichte von Freizeitaktivitäten über Sachspenden bis hin zu Nachhilfe und dem Umzug der Fahrradwerkstatt vom Netzwerk der Hilfe nach Caputh, die ursprünglich bei der Erstaufnahmestelle in Ferch aufgebaut wurde, die wiederum Ende 2016 schloss.

„Ein Stück Geschichte schreiben“

In den zurückliegenden Jahren haben Anke Frenzel und Hans Hansen etliche besondere Momente erlebt. „Wir könnten viele kleine Geschichten erzählen“, sagt Anke Frenzel. Herausstellen möchte sie davon aber keine. „Als wir hier angefangen haben, hatte ich keine großen Erwartungen. Ich dachte aber schon, dass wir ein Stück Geschichte schreiben und ich bin sehr froh, dass es einen so positiven Verlauf genommen hat“, so die pädagogische Leiterin. Hans Hansen zieht eine ähnliche Bilanz: „Besonders waren die Momente, in denen wir innegehalten haben. Es gab natürlich Krisen, aber eben auch viele Erfolge.“ Das spiegele sich auch in den Caputhern selbst wieder. „Wenn die Leute sagen, dass sie aus dem Ankerhaus gar nichts mehr hören, dann haben wir alles richtig gemacht“, so der Leiter weiter.

Info: Am 22. Juni lädt das Ankerhaus zum dritten Mal zu Hausführungen, Gesprächen und Spielen beim Tag der offenen Tür ab 15 Uhr ein.

Mietvertrag läuft noch bis Ende 2018

Im vorigen Jahr hat die Firma Taruk International, die von Melanie Haape geführt wird, das Ankerhaus in einer Zwangsversteigerung erworben. Hans Hansen bezeichnet die neuen Besitzer als „Glücksfall“. Haape war von Anfang an daran interessiert, dass das Hotel eine Flüchtlingsunterkunft bleibt.

Bis Ende 2018 läuft der Mietvertrag mit Job e.V., was eine gute Planungssicherheit zulasse. Was danach mit dem Heim passiert, ist noch unklar.

Von Luise Fröhlich

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