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Potsdam-Mittelmark Heimatlose Zille-Gören
Lokales Potsdam-Mittelmark Heimatlose Zille-Gören
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00:18 25.10.2013
Emma-Maria Lange im Mai dieses Jahres bei letzten Arbeiten an der Gipsform für das Denkmal. Quelle: Stephan Laude
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Stahnsdorf

In Stahnsdorf scheint die Standortsuche für die von Emma Lange für die 750-Jahr-Feier des Ortes geschaffene Bronzeskulptur "Zille-Gören" nun überraschend genau in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Insbesondere der Heimatverein hat Vorbehalte angemeldet, ob der Stahnsdorfer Dorfplatz der richtige Standort für die Altberliner Göre ist.

Dort würde sie der "Soziokulturelle Verein 1A" gern sehen. Der Stahnsdorfer Künstler Eberhard Trodler hatte die Idee. Und die 1921 im schwäbischen Wasserfliegen geborene Bildhauerin - seit den 1960er Jahren eroberte sie mit ihrer Figur des "Pittiplatsch" die Herzen von Generationen von Kindern - war schnell zu begeistern. Betrachtet man die Gipsform - ein pausbäckiges Mädchen, das sein Geschwisterchen tapfer durch den tristen Alltag von Zilles "Lumpenproletariat" schleppt - denkt man unwillkürlich: Ja, das ist Zille sein Miljöh. Mittlerweile ist die Bronzeskulptur fertig. "Sie ist 1,20 Meter groß und wurde in zwei Teilen gegossen; am 4. Oktober wurde sie abgenommen", berichtet Christiane Golz, ebenfalls aktiv im Soziokulturellen Verein.

Der "Pinselheinrich" Zille erhielt nach seinem Tod am 9. August 1929 ein Berliner Ehrenbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. In der Gemeinde gibt es heute eine Zille-Straße und die Grundschule Heinrich Zille. Grund genug, dass die Skulptur, die die in Kleinmachnow lebende Emma-Maria Lange nach Zeichnungen des Malers schuf, einen Ehrenplatz im Ort bekommen soll. Doch der Dorfplatz sei dabei "sehr überdenkenswert", argumentierte der Heimatverein jüngst im Bauausschuss und bezieht sich auf den Denkmalschutz: Seit 1993 unterliegt das Erscheinungsbild des idyllischen Angers entsprechenden Vorschriften.

Eher könne man sich Emma-Maria Langes Zille-Gören etwa in der Heinrich-Zille-Straße vorstellen. "Dort, wo vor dem neuen Gymnasium und den Sportanlagen des RSV reger Besucherverkehr herrsche, sei ein angemessener Platz für die Skulptur", sagte Vereinsvorsitzender Jürgen Böhm der MAZ. Langes Bronzefigur selbst nennt Böhm "eine ganz feine Sache", und Trodlers Idee dazu eine "Würdigung der Leistung" der Bildhauerin. Der Soziokulturelle Verein sieht die Skulptur freilich weiterhin auf dem Dorfplatz. "Hier trifft man sich, hier werden Dorffest und Adventsmarkt gefeiert, hier gibt es Konzerte - unser Dorfplatz ist das Herz des Ortes, für Einheimische und Touristen", betont Golz. Entsprechend habe man erfolgreich Fördermittel beim Land und der Sparkasse eingeworben. Letztere hat sich laut Golz beeindruckt gezeigt von dem Projekt. "Der Antrag an die Denkmalschutzbehörde ist bereits in Arbeit." Nächste Woche soll es einen Vor-Ort-Termin mit einem Mitarbeiter geben. Eine gemütliche Bank und ein Zille-Lebenslauf sollen gemeinsam mit der Skulptur ihren Platz am Dorfteich einnehmen. Bereits im Mai möchte man die "Gören" feierlich enthüllen, sagt Golz - "wir werden weiter für den Standort kämpfen". Hintergrund des Konflikts ist offenbar auch, dass die ursprüngliche Idee, zur 750-Jahr-Feier ein Denkmal für den Ort zu gestalten, von Anfang an unterschiedlich gewertet wurde. So möchte der Heimatverein offenbar eher ein Denkmal mit historischem Inhalt, den Ort betreffend. Am Mittwoch trifft sich die Vorbereitungsgruppe zur 750-Jahr-Feier. "Danach wissen wir vermutlich mehr", hofft Jürgen Böhm.

Von Konstanze Wild

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