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Heimatverein lässt Dorfhistorie aufleben

MAZ zu Hause in Caputh Heimatverein lässt Dorfhistorie aufleben

Einerseits wird im Heimathaus Caputh die Dorfhistorie in Ausstellungen mit ortsprägenden Themen wie der Schifffahrt oder dem Obstbau erlebbar gemacht. Andererseits gibt der Heimatverein aber vor allem auch Künstlern aus dem Ort die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Im Heimathaus wartet unterdessen ein Unikat auf die Besucher.

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Reinhard Schmidt, Heidi Schner und Klaus Holtzheimer (v.l.) vor dem Heimathaus in Caputh.

Quelle: Luise Fröhlich

Caputh. Im Heimathaus Caputh scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Wäscheschrank liegen weiße Tischdecken, Geschirrtücher und Läufer gebügelt und akkurat übereinander. Im Mittelpunkt der „guten Stube“, die im Stil der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert eingerichtet ist, steht das Sofa. Denn das stammt von der Tochter von Magnus Zeller. Der expressionistische Maler und Grafiker lebte ab 1937 in Caputh und ist Ehrenbürger des Schifferdorfes. Immer am Wochenende können sich Besucher das Heimathaus ansehen und werden in den meisten Fällen von Lisa Krause empfangen. Die 90-Jährige war schon 1982 in der Arbeitsgruppe „Ortschronik – Heimatgeschichte“ in Caputh tätig – der Vorgänger des heutigen Heimatvereins.

2000 wurde er gegründet und hat 31 Mitglieder. Die Arbeitsgruppe bestand seinerzeit aus 17 Heimatfreunden, die schon damals zwei heimatgeschichtliche Schriften mit dem Namen „Wald-, Blütendorf und Strandbad Caputh“ herausgebracht hatten. Die Initialzündung für die Außenwirkung des Heimatvereins hat schließlich die Caputher Herausgeberin, Krystyna Kauffmann gebracht, sagt der Vorsitzende Klaus Holtzheimer. Das Gebäude des Heimathauses gab es damals zwar schon, allerdings drohte der Verfall. „Frau Kaufmann hat dann das Gelände und das Haus gemeinsam mit Handwerkern, dem Jugendclub und der damaligen Realschule auf Vordermann gebracht“, berichtet der 76-Jährige. So entstanden neben dem Heimathaus als Arbeitsbühne oder Schaufenster des Vereins auch ein Plumpsklo, eine Waschküche, die als Ausstellungsraum genutzt wird, und ein Schweinestall, in dem alte Werkzeuge lagern. Der Platz unter dem Nussbaum im Hof des Heimathauses sei zu einem Treffpunkt, besonders für alleinstehende ältere Caputher geworden, so Holtzheimer, der 1969 nach Caputh kam und bis 2002 als Lehrer arbeitete.

Bildband ist der neue Kassenschlager

Einerseits präsentiert der Verein die Dorfhistorie in Ausstellungen mit ortsprägenden Themen wie der Schifffahrt oder dem Obstbau. Das beinhalte aber auch die ganz typischen Dinge für Caputh wie das Sandmännchen, das Gummiwerk oder das ehemalige jüdische Kinderheim, so Holtzheimer. „Zweitens wollen wir den ortsansässigen Künstlern einen breiten Raum widmen“, sagt er. Neben den Profis kommen auch die Hobbykünstler zum Zuge. Verbündet mit dem Heimatverein ist zum Beispiel auch der Malzirkel, den der Ur-Caputher Walter Bier ins Leben gerufen und im vergangenen Jahr bereits zum 35. Mal durchgeführt hat. Aber auch Vereinsmitglieder selbst stellen sich und ihre Hobbys vor. „Wir hatten zum Beispiel schon einen Hobbyfotografen und eine Keramikergruppe“, erzählt Holtzheimer. Derzeit zeigt der Verein die Schau „Caputh – ein Schifferdorf an der Havel“.

Hinsichtlich der heimatkundlichen Forschungen war der Verein in diesem Jahr nicht untätig. Neben einem traditionellen Heimatkalender, der federführend von Kassenwartin Heidi Schner zusammengestellt und gestaltet wird, haben die Heimatfreunde einen Bildband zum 700-jährigen Bestehen ihres Ortsteiles herausgegeben. Wie bereits berichtet, handelt es sich um eine Postkartensammlung, die die Schifffahrt thematisiert. Dies sei der neue Kassenschlager, sagt der Vize-Vorsitzende Reinhard Schmidt. Zuvor war es das Buch „Was uns die Heimat erzählt“, das 2012 erschien und von Schülern vor 70 Jahren aufgeschriebene Aufsätze und Zeichnungen enthält. Davon gibt es bereits eine zweite Auflage, die auch noch nachgefragt ist.

Gemeinde Schwielowsee unterstützt

Unterstützung gab es von der Gemeinde Schwielowsee für die jüngste Veröffentlichung, ansonsten profitiert der Verein von der jährlichen Ausschüttung aus dem Budgettopf für Vereine, finanziert sich aber hauptsächlich durch Spenden und mit Hilfe von Förderern. Aufwandsentschädigungen gibt es für die Ehrenamtler nicht, sagt Holtzheimer. Die Mitgliederzahl ist, entgegen der Entwicklung bei vielen anderen Vereinen, gestiegen. Dennoch: „Wir sind natürlich dankbar über weitere Mitstreiter, die aus Freude kommen,“ so Holtzheimer.

Wanderungen für Senioren

Der Heimatverein setzt sich sehr dafür ein , die Heimat aktiv zu erleben. Die Idee fußt ein wenig auf der Tradition von „Wander-Willi“, Willi
Aftring, der Capuths wohl berühmtester Postbote war.

25
bis 30 Teilnehmer haben die regelmäßigen Seniorenwanderungen.

Diese kommen nicht nur aus Ferch, Geltow, Caputh und Potsdam, sondern auch aus Michendorf, Treuenbrietzen oder sogar Ludwigsfelde.

Das Heimathaus , Krughof 28 in Caputh, hat immer samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Luise Fröhlich

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