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Heimspiel für Riese und Ranja

Terrier-Meisterschaften in Beelitz Heimspiel für Riese und Ranja

Auf dem Beelitzer Sportplatz findet am 1. und 2. Oktober die sogenannte Klub-Leistungs-Siegerprüfung im Vielseitigkeitssport für Terrier statt – das sind so etwas wie die Deutschen Meisterschaften für diese Hunderasse. Mit dabei sind Dieter Riese und seine Hündin Ranja aus dem Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde – sie haben am Wochenende Heimspiel.

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Dieter Riese trainiert mit seiner Hündin Ranja.

Quelle: T. Lähns

Beelitz. Ranja ist ein Muster an Folgsamkeit: Brav wartet die Airedale Terrier Hündin am Ende des Übungsplatzes auf ein Zeichen ihres Herrchens. Erst als der das Kommando gibt, setzt sie sich blitzschnell in Bewegung und rast auf ihn zu. Aber wo andere Hunde vor Freude springen würden, bleibt sie ruhig stehen – und wartet wieder. Ranja apportiert, geht dabei auch über Hindernisse und hält neben ihrem Halter Schritt, wenn er läuft. „Halt“, ruft der unvermittelt und rennt weiter, ohne sich umzusehen. Ranja bleibt stehen. „Aber ein Stück ist sie noch mitgelaufen, Dieter“, monieren seine Vereinsfreunde von der Bank aus.

Dieter Riese aus Fichtenwalde nimmt mit Ranja schon seit Jahren an Wettkämpfen auf verschiedenen Ebenen teil. Der nächste, für den die beiden seit Wochen trainieren, wird ein Heimspiel: Am 1. und 2. Oktober findet auf dem Beelitzer Sportplatz die 68. Klub-Leistungs–Siegerprüfung im Vielseitigkeitssport – also die deutsche Meisterschaft - der Terrier statt. Für diesen Wettkampf, der vom „Klub für Terrier e.V. von 1894“ (KfT) gemeinsam mit der Ortsgruppe der Terrierfreunde Fichtenwalde und dem Fichtenwalder Hundesportverein veranstaltet wird, haben sich insgesamt 35 Teilnehmer aus allen Ecken des Landes qualifiziert, sagt Stadtsprecher Thomas Lähns.

Die Teams aus Zwei- und Vierbeinern haben dabei verschiedene Disziplinen zu durchlaufen – und die versprechen spannende Augenblicke für die Zuschauer. Dazu gehört neben der Unterordnung auch die Fährtenarbeit: Dabei müssen die Tiere über eine 600 Schritte lange Fremdfährte drei unterschiedlichen Gegenstände finden. Mitfiebern kann man, wenn die Hunde im Schutzdienst geprüft werden – also einen vermeintlichen Täter stellen. „Es geht darum, einen Helfer, der sich versteckt hält, nicht nur zu finden, sondern auch zu stellen und zu verbellen“, erläutert Dieter Riese. Das bedeutet, dass der Hund kein Fußbreit zurückweichen oder auf den Helfer losgehen darf. Aber auch das Festhalten am Arm gehört dazu – und das sofortige Loslassen auf Kommando des Hundeführers.

„Wenn es gut läuft, landen wir im Mittelfeld“, gibt sich Dieter Riese bescheiden und tätschelt seiner Hündin den Kopf. Ranja ist immerhin schon neun Jahre und damit älter als die meisten anderen teilnehmenden Vierbeiner. Ihr Mitbewerber Karat zum Beispiel ist gerade erst vier geworden. Der Airedale-Rüde trainiert als nächster mit Frauchen Marina Höhne auf dem Platz, für ihn steht der Schutzdienst auf dem Programm. Die beiden sind aus Blumenberg, einem Ort bei Ahrensfelde, angereist, um in Fichtenwalde zu trainieren. Aber wer weiß – mit ihrer Erfahrung hat Ranja einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Drei Jahre braucht es mindestens, bis man einen Hund soweit hat, dass er an Wettkämpfen teilnehmen kann, erklärt Riese. „Die Züchter und Hundesportler kennen sich und halten einen guten Draht zueinander – verbunden durch die Freude an den Tieren.“

Airedale Terrier, die durch ihren länglichen Kopf, die abgewickelten Ohren und das dichte schwarz-braune Fell bestechen, sind gehorsam, wachsam und vor allen mutig, erzählt Riese. „Im Ersten Weltkrieg wurden sie wegen ihrer Unerschrockenheit vom Militär als Melde- und Sanitätshunde eingesetzt.“ Das glaubt man gern, wenn man Karat beim Schutzdienst erlebt: Unerschrocken fällt der Hund auf Kommando dem laut rufenden und wild gestikulierenden Helfer in den – wohlweislich geschützten – Arm und lässt sich dabei sogar durch die Luft wirbeln. „Für den Helfer eine anspruchsvolle Aufgabe“ , erläutert Dieter Riese. Man brauche viel Erfahrung und Kondition, um den Hund dabei nicht zu verletzen.

Riese hat bereits vor 30 Jahren sein Herz an die Airedale Terrier verloren, er züchtet sie erfolgreich und nimmt mit ihnen an Wettkämpfen teil. Mit Ranja hat er sich bereits vier Mal für die bundesweite Leistungsprüfung qualifiziert. Einige der Disziplinen, die dabei geprüft werden, erinnern stark an Diensthunde bei der Polizei – und tatsächlich stammen die Regeln zumeist aus den Richtlinien der Ordnungshüter. Airedale-Terrier sind neben Deutschen und Belgischen Schäferhunden hierzulande als Schutz-, Drogen-, Sprengstoff- und Diensthunde sehr beliebt, was an ihren starkem Charakter, ihrer Unerschrockenheit aber nicht zuletzt an ihren freundlichen Wesen liegt. Denn die Hundeführer haben ihre Tiere rund um die Uhr bei sich – auch zu Hause, in der Familie. So wie die Mitglieder des Klubs für Terrier. Und wenn in den eigenen vier Wänden die Harmonie stimmt, dann klappt es auch auf der Wettkampfstrecke.

Von MAZonline

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