Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Helfer haben in Bad Belzig nur wenige Anlaufstellen

Hilfe für Flüchtlinge Helfer haben in Bad Belzig nur wenige Anlaufstellen

Das Schicksal der Flüchtlinge bewegt viele, Möglichkeiten zu helfen, gibt es viele. Doch wohin konkret man sich als Helfer wenden kann, wissen viele nicht. Denn eine zentrale Anlaufstelle für sie gibt es in der Kreisstadt bislang noch nicht.

Voriger Artikel
Pfusch-Handwerker betrügen Familie
Nächster Artikel
„Radler können entspannt zusammen sitzen“

Im Infocafé „Der Winkel“ können die Flüchtlinge miteinander und mit ihren Familien kommunizieren.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Die Hilfe für die Flüchtlinge aus Krisengebieten kommt in Bad Belzig allmählich in Gang. Menschen, die helfen wollen, haben es manchmal ziemlich schwer, den richtigen Anlaufpartner zu finden. Denn eine zentrale Anlaufstelle für Helfer gibt es in Bad Belzig bislang nicht. Auch der Blick auf das Internetportal www.ehrenamt-in-brandenburg.de hilft da nicht viel, da dort nur wenige der bestehenden Initiativen zu finden sind.

Jeder Helfer ist willkommen

„Eine zentrale Ansprechstelle wäre sehr wünschenswert“ sagt Benjamin Stamer vom Info-Café „Der Winkel“, wo man sich bereits seit Jahren um die Integration von Flüchtlingen bemüht. Wie groß der Bedarf ist, zeigt sich bei einem Besuch im Café, das an den fünf Öffnungstagen pro Woche immer gut besucht ist. Meist sind es Flüchtlinge, die hier übers Internet Kontakt zu ihren Familien aufnehmen können, sich miteinander austauschen oder mit ihren Sorgen und Problemen an die Café-Mitarbeiter wenden. „Wer uns dabei unterstützen will, ist immer willkommen“, sagt Stamer.

Wo Hilfe gebraucht wird

Zu den Ansprechpartnern für Helfer in Bad Belzig gehören:

Das Infocafé „Der Winkel“, Straße der Einheit 25, Telefon (033841) 43676

Die Freiwilligenkoordinatorin PM, Steffi Wiesner, Beratungszentrum im Fläming-Bahnhof, Telefon (033841) /4495-17

Das Übergangswohnheim für Asylsuchende, Weitzgrunder Weg 21, Telefon (033841) 42347.

Die Interkulturelle Begegnungsstätte „Klinke 1“, Hans-Marchwitza-Straße 1, Telefon (0162) 9010394.

Hilfsangebote der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde sind in Vorbereitung.

Denn die zwei festen und etwa 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind mit der Betreuung vor Ort, mit der Beratung und mit dem Übersetzen von Dokumenten, mit der Begleitung zu Arzt- und Amtsterminen und mit der Organisation von Veranstaltungen mit und für Flüchtlinge am Rand ihrer Möglichkeiten. Hilfsangebote in Form von Kleiderspenden gab es in den zurückliegenden Wochen so reichlich, dass man im Winkel in der vergangenen Woche sogar eine eigene Kleiderkammer einrichten konnte.

Miteinander sprechen hilft bei der Integration

Eine große Hilfe bei der Integration sind diejenigen, die Sprachkurse auf niederschwelligem Niveau anbieten. Angebote dieser Art gibt es nicht nur im Info-Café, sondern beispielsweise auch in der Begegnungsstätte „Klinke 1“ im Stadtteil Klinkengrund. Unterricht im behördlichen Sinne ist das meist nicht. Aber beim Miteinander-Sprechen lernen die Flüchtlinge trotzdem eine Menge. Auch hier ist jeder, der sich einbringen will, willkommen. Jeden zweiten Dienstag gibt es im Winkel einen Länderabend, der meist von den Flüchtlingen selbst gestaltet wird, gegenseitiges Kennenlernen und die Begegnung mit der jeweils anderen Kultur inklusive.

Dass Menschen, die helfen wollen, einfach vor der Tür stehen, hat Petra Lüttich, die das Bad Belziger Übergangswohnheim für Asylsuchende leitet, in den zurückliegenden Wochen mehrfach erlebt. Auch hier sind es meist Sachspenden, die abgegeben werden, und das Interesse, Flüchtlingen beim Erlernen der Sprache zu helfen. „Besser ist es jedoch, vorher anzurufen und einen Termin zu vereinbaren, damit wir dann auch Zeit zum Sprechen haben“, sagt Lüttich.

„Zehn bis zwölf Hilfsangebote gibt es pro Tag“

Wer wissen möchte, wo seine Hilfe gebraucht wird, kann sich auch an die Ehrenamtskoordinatorin des Landkreises wenden. „Etwa zehn bis zwölf entsprechende Anfragen für den gesamten Landkreis gibt es pro Tag“, sagt Steffi Wiesner. „Die Angebote reichen vom Deutschkurs und gemeinsamem Sprechen bis zu Wohnungsangeboten und zur Alltagsbegleitung. Wenn es den entsprechenden Bedarf derzeit in dem konkreten gar nicht gibt, versuche ich in Nachbarorte zu vermitteln.

Den größten Bedarf sieht Wiesner derzeit bei den Konversationsangeboten, bei der Begleitung zum Arzt oder zu Behörden und bei Spielen für Erwachsene. „Das können Schach, Mühle, Dame oder Backgammon sein, dass man auch in anderen Ländern kennt, oder Sportgeräte, zum Beispiel Fußbälle“. Kleiderspenden sind ihrer Meinung nach in den Kleiderkammern besser aufgehoben, da es den Flüchtlingen oft an Platz zum Aufbewahren fehlt. Für die Betreuung von Kindern gibt es in Bad Belzig derzeit nur wenig Bedarf, da die meisten Flüchtlinge hier Alleinstehende sind.

Von Uwe Klemens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg