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Potsdam-Mittelmark Henzes sind seit 65 Jahren ein Ehepaar
Lokales Potsdam-Mittelmark Henzes sind seit 65 Jahren ein Ehepaar
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11:20 22.04.2017
Verliebt wie am ersten Tag: Miroslawa und Erich Henze aus Pechüle sind seit 65 Jahren verheiratet. Quelle: Andreas Koska
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Pechüle

Manchmal muss man lange warten, bis sich endlich ein Mädchen in die lange Reihe der Nachkommen einreiht. Nachdem Miroslawa und Erich Henze zwei Jungen geboren wurden und in der Folgegeneration zwei Enkel das Licht der Welt erblickten, ist das Geschlecht bei den vier Urenkeln nun ausgeglichen. Zwei Jungs und endlich zwei Mädchen gehören nun zur Ahnenreihe. Mit ihnen allen gemeinsam wird jetzt das Fest der „Eisernen Hochzeit“ gefeiert.

Seit 65 Jahren sind die beiden 86-jährigen Senioren aus dem Treuenbrietzener Gemeindeteil Pechüle miteinander verheiratet. Am 23. April 1952 gaben sie sich das Ja-Wort. „Sie hat so toll Akkordeon gespielt, da habe ich sie angelächelt und sie hat zurück gelacht“, erinnert sich Erich Henze noch heute gut. Da waren beide 16 Jahre alt. Er sollte das Tanzvergnügen organisieren. Sie war ein Flüchtlingsmädchen aus Slawonien, einer Gegend in Kroatien, und die einzige im Ort, die ein Instrument spielen konnte. Die Ein-Frau-Kapelle brachte bis zu 80 Jugendliche zum Tanzen und das Herz von Erich Henze in Wallung.

Lange Spaziergänge am Keilberg

Das Paar näherte sich vorsichtig an, machte lange Spaziergänge über den Keilberg. Die Verbindung wurde in Henzes Familie nicht gern gesehen. „Ein Flüchtlingsmädchen, das ein eigenartiges Deutsch sprach, sich mit der Familie auf Kroatisch unterhielt und arm war, das ging nicht“, sagt Erich Henze und erinnert sich an die Widerstände. Schließlich stellte er seine Liebste der Großmutter vor und diese gab ihre Zustimmung.

Erich war für die Landwirtschaft zuständig, zuerst am elterlichen Hof, später in der LPG. Miro, wie Miroslawa gerufen wurde, war tüchtig. Nach einer Ausbildung zur Schneiderin machte sie gleich nach der Hochzeit ihre Meisterprüfung. Sie arbeitete später bei der PGH. Trotzdem gaben alle der jungen Verbindung eine schlechte Prognose. Konnte es denn gut gehen, sie katholisch, er evangelisch? Der Pfarrer sprach bei der Trauung von einer Mischehe, noch im Duktus der gerade erst beendeten braunen Zeit. Doch es ging gut. „Glaube, Liebe, Hoffnung“ lautete der Trauspruch der Henzes, an den sich beide bis heute halten.

In Usbekistan einen Kunden getroffen

Miro hat sofort das Melken gelernt. „Wenn ich einen Bauer heirate, muss ich ja mithelfen können“, sagt sie rückblickend. „Sie hat nur ein Seite, eine gute“, sagt ihr eiserne Ehemann und schaut seine Frau verliebt an.

Reisen waren die Passion der Eheleute. Schon vor der Wende zog es sie in die Ferne. Kreuzfahrten auf Wolga und Donau standen ebenso auf dem Programm, wie eine auf dem Schwarzen Meer. Der Baikalsee wurde erkundet und Mittelasien bereist. „Dort trafen wir einen Usbeken, der uns überschwänglich begrüßte“, erzählt Erich Henze. Den kannten die Pechüler als Kunden. Denn Miro nähte viel für Ehefrauen der russischen Offiziere aus der Garnison in Altes Lager.

Mit dem Wartburg nach Sarajevo

Im Jahr 1960 fuhren die Reisefans mit ihren Wartburg bis nach Sarajevo. „Wir sind auch wieder zurückgekommen“, sagt Miroslawa Henze lachend. Sie sah ihre alte Heimat Jugoslawien gern wieder. Abenteuer stecken Erich Henze immer noch im Blut. Ob eine Ballonfahrt, ein Rundflug in einem Ultraleichtflieger oder eine Panzerfahrt.

Der Senior probiert immer noch alles aus und hat dabei keine Angst. Dabei habe er ein glückliches Leben und sein größtes Glück sei „meine Miro“.

Von Andreas Koska

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