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Herausforderer räumen klare Niederlage ein

Bürgermeisterwahl Treuenbrietzen Herausforderer räumen klare Niederlage ein

Der am Sonntag deutlich im Amt bestätigte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) erhofft sich für dritte Amtszeit eine neue Geschlossenheit in der Treuenbrietzener Stadtpolitik. Seine beiden Herausforderer aus Reihen der SPD und der CDU räumten am Montag ihr klare Niederlage ein. Einer von ihnen möchte politisch aktiv bleiben.

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Michael Knape (parteilos) darf im Rathaus Treuenbrietzen weitere acht Jahre auf dem Chefsessel als Bürgermeister arbeiten.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Der Wahlkampf um den Posten des Bürgermeisters von Treuenbrietzen ist schneller beendet als von vielen politischen Akteuren und Bürgern gedacht. Vor dem Wahlgang am Sonntag war allgemein eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten der drei Kandidaten erwartet worden.

So auch von dem nun mit 58,73 Prozent überraschend klar dominierenden Amtsinhaber Michael Knape (parteilos). „Immerhin waren als Herausforderer zwei Kandidaten aus großen Volksparteien angetreten“, sagt Knape am Montag der MAZ. Der bestätigte Amtsinhaber bekennt: „Diese Deutlichkeit habe ich überhaupt nicht erwartet“. Den Rivalen Mike Fetzer (SPD) und Alexander Waschetzko (parteilos, für die CDU) bescheinigt Knape einen „fairen Wahlkampf, der an Themen und Argumenten orientiert war“.

Finanzspritze vom Land erhofft

Für die weitere Zusammenarbeit in der – zumindest bis zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2019 unveränderten – Stadtverordnetenversammlung möchte der vom Treuenbrietzener Bürgerverein (TBV) und der Bürgerinteressenvereinigung Stadt und Dörfer/Stadtforum (BIV) als Mehrheitsfraktionen unterstütze Knape jetzt noch einmal direkt auf die übrigen Parteien zugehen. „In vielen Punkten sind wir gar nicht so weit auseinander. Vor allem für die großen Themen brauchen wir möglichst eine Geschlossenheit gerade auch nach außen“, sagt der bestätigte Bürgermeister. Dazu zählt er die Haushaltsproblematik. „Zu dieser sind wir weiter mit dem Innenministerium im Gespräch, um endlich eine erhoffte Sonderzuweisung zu erhalten, die massiven Einfluss auf unsere weitere Entwicklung haben würde“, so Knape. Dies werde vom Land „jedoch noch immer an enorme Bedingungen geknüpft, die uns zum Kaputtsparen oder zu Steuererhöhungen zwingen sollen“.

Erfahrung im Wahlkampf

Vor acht Jahren musste sich Bürgermeister Michael Knape – damals noch in Reihen der FDP – lediglich einer Herausforderin stellen.

Für die CDU ging 2009 Beate Rahn als parteilose Kandidatin ins Rennen. Die Polizistin unterlag dem Amtsinhaber mit 31 Prozent.

Der damals 39-jährige Bürgermeister blieb mit 69 Prozent der Stimmen im Amt. Die Wahlbeteiligung war mit 70 Prozent hoch.

Für seine erste Amtszeit hatte sich Knape im November 2001 gegen vier Bewerber durchgesetzt, nachdem Vorgänger Karsten Cornelius (SPD) das Amt vorzeitig aufgegeben hatte.

Um den Posten des Stadtchefs rangen damals auch Christoph Höhne aus Bardenitz, Rudolf Werner aus Treuenbrietzen und Gerd Uhl aus Lühsdorf.

Damals wurde eine Stichwahl nötig, nachdem Knape im ersten Urnengang 44,55 Prozent und Christoph Höhne 39,65 Prozent der Stimmen erzielt hatten. Die Stichwahl ging mit 58,82 Prozent der Stimmen an Michael Knape.

Oberste Priorität habe für den Bürgermeister zudem die Kindergarten- und Schulproblematik. „Hier müssen jetzt vor allem auch bauliche Konzepte her zum Thema Gesamtschule wie auch zur Grundschule, die in zwei Jahren sehr voll sein wird“, so der Rathauschef. „Aktiv nun stärker selbst gestalten, statt dazu von oben irgendwann gezwungen zu werden“, möchte Knape ferner die bereits gestartete Kooperation mit der Amtsverwaltung in Niemegk.

In der Stadt selbst bleibe die zuletzt vielfach geforderte, stärkere Einbindung von Bürgern in Entscheidungsprozesse eine große Herausforderung. Nach dem Auslaufen des bislang dazu noch geförderten Projektes „Transformbar“ müssten sich „die Abgeordneten dann womöglich zu einer Personalstelle für diese Aufgaben bekennen“, so Knape.

Die SPD um Frank Ernicke (li) schickte Mike Fetzer ins Rennen um die  Bürgermeisterwahl

Die SPD um Frank Ernicke (li.) schickte Mike Fetzer ins Rennen um die Bürgermeisterwahl.

Quelle: privat

Herausforderer Mike Fetzer (SPD) landete mit 23,48 Prozent der Stimmen aus seiner Sicht „ein motivierendes Ergebnis“ als „bislang politisch sicher noch unbekannter Neueinsteiger“. Es mache ihm Mut für eine Kandidatur zur Kommunalwahl 2019. Dazu hätten ihn auch Bürger und die SPD-Basis ermuntert. Bislang ist Fetzer bereits als Berufener Bürger in Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung aktiv.

Nicht genug Zeit für den Wahlkampf investiert

Alexander Waschetzko (CDU) zeigte sich am Montag gegenüber der MAZ „enttäuscht vom mageren Ergebnis“ mit 17,79 Prozent. „Ich hätte damit gerechnet, dass mich mehr Leute in Treuenbrietzen noch kennen und mir ihre Stimme gegeben hätten.“ Der Kandidat räumt ein, wegen beruflicher Verpflichtungen „womöglich nicht genug Zeit für den Wahlkampf aufgewendet zu habe, um mich und meine Ziele bekannter zu machen.

CDU-Ortschefin Anja Schmollack hatte Alexander Waschetzko als Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Treuenbrietzen gewonnen

CDU-Ortschefin Anja Schmollack hatte Alexander Waschetzko als Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Treuenbrietzen gewonnen.

Quelle: Thomas Wachs

CDU-Fraktionschefin Anja Schmollack habe den Wahlabend „mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen“. Die lokale Niederlage des CDU-Kandidaten in der Stadt sei durch den Sieg von Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) im Bundestagswahlkreis 60 gemildert worden.

Auch Schmollack spricht zur Bürgermeisterwahl von einem „fairen Wahlkampf auf Augenhöhe“. Er sei wie angekündigt „mit thematischen und nicht mit persönlichen Angriffen“ geführt worden. Aus ihrer Sicht habe die CDU „einen besseren Kandidaten als Alternative präsentiert. Doch war der Wechselwille nicht da“, sagt Schmollack. In der SVV wolle die CDU „trotz einiger Schnittmengen mit TBV und BIV weiter auch eigene Themen setzen“, so die CDU-Chefin.

Von Thomas Wachs

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