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Potsdam-Mittelmark Herr Bäcker erklärt das Wetter
Lokales Potsdam-Mittelmark Herr Bäcker erklärt das Wetter
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00:17 22.03.2017
Das Gesicht aus dem Morgenmagazin: ARD-Meteorologe Donald Bäcker war am Freitag zu Gast in der Fläming-Bibliothek in Rädigke. Quelle: Danilo Hafer
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Rädigke

Der Meteorologe und ARD-Wettermoderartor Donald Bäcker redet gerne übers Wetter. Und das nicht nur täglich ab fünf Uhr im Morgenmagazin der ARD. Am vergangenen Freitag hielt der Wetterexperte in der Fläming-Bibliothek Rädigke einen knapp zweistündigen Vortrag darüber, wie vielfältig Wolken sein können, was das Besondere an extremen Wetterlagen ist und wie es das Wetter schließlich ins Fernsehen schafft. Die Fläming-Bibliothek war bis auf den letzten Platz ausverkauft.

Denn der gebürtige Neuruppiner hatte auch die eine oder andere Anekdote über den Fläming mitgebracht. An eine erinnere er sich besonders gerne, beschreibt diese doch auch gleich die Besonderheit des Flämings: Den frühen Schneefall. Zu DDR-Zeiten arbeitete Donald Bäcker in der Neuruppiner Wetterstation. An einem Abend betrug die Temperatur dort um die 1,7 Grad Celsius, als gerade die Wetterdaten der Station aus Wiesenburg übermittelt wurden. „Dort hatten wir die gleichen Niederschlagswerte wie in Neuruppin, es war aber über ein Grad kälter“, erinnert sich Bäcker. Der Meteorologe rechnete fest damit, dass es noch in der Nacht in Wiesenburg schneien müsste. Und tatsächlich. „Am nächsten Morgen erhielt ich einen Anruf aus der Wetterwarte und der Kollege erzählte von einem totalen Schneechaos, zehn Zentimeter Neuschnee. In Neuruppin fiel nicht eine Flocke.“

Die Höhe macht den Unterschied

Der Grund für den frühen Schneefall in Wiesenburg sei die Lage. „Die rund 150 Meter Höhenunterschied waren hier der entscheidend, warum es bei fast der gleichen Wetterlage im Fläming schneit, in Neuruppin aber nicht“, erklärt Donald Bäcker.

Zur Person

Donald Bäcker wurde 1968 in Neuruppin geboren und machte eine Ausbildung zum Technischen Assistenten für Meteorologie an Wetterstation Neuruppin und Potsdam.

Neben seiner Tätigkeit als Leiter der Wetterstation in Neuruppin studierte Bäcker an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.

1999 begann Bäcker seine Laufbahn als Wettermoderator in der Firma von Jörg Kachelmann. Bekannt wurde er vor allem durch seine Präsentation des Wetterbrichtes im ARD-Morgenmagazin.

Bäcker lebt auch heute noch in Walsleben bei Neuruppin und arbeitet in Berlin und München.

Extremes Wetter sei ihm indes das liebste. „Ein Hochdruckgebiet bringt zwar schönes Wetter, ist für einen Wetterbeobachter aber total langweilig“ erzählt er. In den USA gebe es durch die kalten Luftströmungen aus Kanada viel extremeres Wetter. „Da ist es an einem Tag 20 Grad warm und am nächsten fällt Schnee, das könnte ich mir hier auch mal vorstellen“, sagt Bäcker mit einem Augenzwinkern.

Auch Dieter Frenzel aus Grimme, gleich hinter der Grenze zu Sachsen-Anhalt, beobachtete viele Jahre lang das Wetter in seiner Heimat und ließ sich, wie so oft, auch diese Veranstaltung in der Fläming-Bibliothek nicht entgehen. „Ich habe über 40 Jahre das Wetter beobachtet und alles aufgeschrieben, leider sind die Aufzeichnungen irgendwann verloren gegangen“, erzählt er. Für seine Wettervorhersage hatte er eine ganz eigene Methode. „Man kann am Nebel erkennen, ob das Wetter gut oder schlecht wird, und an den Tieren, wann der Winter einbricht“, erklärt er.

Wiesenburger Wetterstation automatisiert

Die Wetterwarte in Wiesenburg ist inzwischen voll automatisiert. Der Mensch wurde dort, wie auch an anderen Orten, durch vollautomatische Messeinrichtungen ersetzt. Sehr zum Bedauern des Wetterexperten. „Das ist ein trauriger Trend, weil uns diese Stationen lange verlässliche Daten geliefert haben. Die moderne Technik ist zwar sehr präzise, aber auch anfällig für Fehler“, sagt Bäcker. Bei Schneefall in Kombination mit Wind könne es schnell zu Schneeverwehungen kommen, die von Messapparaturen als hoher Neuschnee gemessen werden. „Allerdings ist diese Entwicklung nicht aufzuhalten, 2019 soll sogar die Wetterwarte auf dem Brocken geschlossen werden.“

Sodann erklärte der Meteorologe noch, wie es das Wetter eigentlich ins Fernsehen schafft. „Da die Wetterredaktion des Morgenmagazins nur aus mir besteht, kann ich Grunde machen, was ich will“, sagt Bäcker. Stimmen sollte es aber schon, denn sonst bekommt der Wettermoderator womöglich noch böse Briefe. Vorgekommen sei das schon. Eine eigene große Fernsehshow strebt Donald Bäcker übrigens nicht an, verriet er am Freitag: „Ich will Wetter machen und fertig.“

Von Danilo Hafer

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