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Potsdam-Mittelmark Herr Müller-Lüdenscheid kommt auf die Bühne
Lokales Potsdam-Mittelmark Herr Müller-Lüdenscheid kommt auf die Bühne
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16:12 12.03.2018
Die neue Direktion der Michendorfer Volksbühne führt das Theaterhaus seit Anfang Januar 2017: Steffen Löser (l.) und Christian A. Schnell. Quelle: Jens Steglich
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Michendorf

„Die Ente bleibt draußen! – Ich bade immer mit dieser Ente...“ Der Dialog zwischen Herrn Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner gehört zu den legendären Szenen aus Loriots komischer und humorvoller Welt. Der feinsinnige Quietscheenten-Streit der beiden Herren, die sich in der Zimmernummer irrten und gemeinsam in der Badewanne landen, kommt in Michendorf auf die Bühne. Genauso wie der 66-Jährige Rentner Erwin Lindemann, der im Lotto gewonnen hat und beim Aufsagen seines Textes vor den Kameras eines Fernsehteams am Ende alles durcheinander haut: „Ich heiße Erwin und bin Rentner... Und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herrenboutique in Wuppertal“.

Loriots gesammelte Werke haben am 27. April 2018 Premiere in der Volksbühne in Michendorf, kündigten Christian A. Schnell und Steffen Löser an. Die beiden Leiter des Michendorfer Theaterhauses hatten am Donnerstag zum Pressegespräch eingeladen, um den Spielplan für die zweite Theatersaison unter ihrer Direktion vorzustellen. Anfang 2017 hatten sie das Theater in der Potsdamer Straße von Siegfried Patzer übernommen. Die neuen Leiter des Theaters, das 70 Menschen pro Vorstellung Platz bietet, sind zufrieden mit dem Startjahr und gehen von 3700 Besuchern in 2017 aus. „Für’s erste Jahr ist das wunderbar. Im nächsten Jahr wollen wir die 4000er Marke knacken“, sagte Schnell.

Dazu beitragen soll unter anderem die Operette „Im Weißen Rössl“, die am 5. Januar in der Michendorfer Volksbühne Premiere haben wird. Einen Vorgeschmack auf das Lustspiel mit den Evergreens („Was kann der Sigismund dafür...“) gibt es schon Ende dieses Jahres. Erstmals lädt das Theater zu einer Silvestergala ein – mit einer Voraufführung der Operette, Buffet, Sekt und Feuerwerk. „Nach der Aufführung feiern Publikum und Ensemble ins neue Jahr hinein“, sagte Steffen Löser. Am 2. März steht die nächste Premiere der Theatersaison 2018 auf dem Programm: „Sonny Boys“, eine Komödie von Neil Simon, die 1975 mit Walter Matthau und George Burns verfilmt wurde. „Wir haben überlegt, wer die zwei Altstars sind, die das spielen können“, sagte Christian A. Schnell, der hinzufügte: „Hochkarätiger kann man die Komödie, die weit über Klamauk hinaus geht, hier an der Volksbühne nicht besetzen.“ Die Rolle der in die Jahre gekommenen Schauspieler, die sich verkrachen, übernehmen in der Michendorfer Inszenierung Gaststars, die schon zu DDR-Zeiten Publikumslieblinge waren: Heinz Behrens (85) und Herbert Köfer (96), der vom Deutschen Rekord-Institut mit Urkunde gerade bescheinigt bekommen hat, dass er der älteste aktive Schauspieler der Welt ist.

Die Jugend spielt einige Tage später in der Volksbühne die Hauptrolle – im Stück Burning Love von Fitzgerald Kusz. Die tragische Teenagerliebe überschrieb ein Kritiker mit „Romeo und Julia auf der Autobahn“. Es gibt bereits Anfragen, etwa vom Gymnasium in Beelitz. „Bei dem Stück können wir auch mobil sein und es in der Schule spielen“, sagte Schnell.

Auch einen Sprung nach Potsdam wagt die Michendorfer Volksbühne. Die Tragödie „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ soll in Michendorf geprobt und in der Potsdamer Nikolai-Kirche gespielt werden. Premiere ist am 28. September 2018, vorgesehen sind acht Vorstellungen. Mehr wollten die Theatermacher noch nicht verraten – mit Verweis auf eine extra dafür geplante Pressekonferenz. Die Aufführungen in der Nikolaikirche sollen mit Unterstützung der Kirchengemeinde Tradition werden, so Schnell.

Für die kommende Theatersaison kündigte er zudem „Hänsel und Gretel“ an. Das Märchen der Gebrüder Grimm wird am 4. November nächsten Jahres Premiere in Michendorf haben. Im gleichen Monat kommt „Charleys Tante“, eine Komödie von Brandon Thomas, auf die Bühne. Auf dem Programm stehen außerdem einige Konzerte und Gastspiele. Zu Gast ist unter anderem Dorit Gäbler, die Schauspielerin und Chansonnière, die am 14. April nach Michendorf kommt.

In der zu Ende gehende Theatersaison 2017 zeigt die Volksbühne das erste Mal ein Kinderstück: „Pinocchio“. Schulen und Kitas aus der ganzen Region haben bereits für fast 600 Kinder Karten gebucht. Premiere ist am 13. November. Im Theaterjahr 2017 war bisher „Ekel Alfred“ das mit Abstand meist besuchte Stück, sagte Schnell, dem vorschwebt, eine Jugend- und eine Seniorentheatergruppe an der Volksbühne zu etablieren. Eine Wiedervereinigung mit der „Kleinen Bühne Michendorf“, die 2014, nach einem Streit mit dem früheren Theaterleiter Siegfried Patzer, eigene Wege ging, ist nicht in Sicht. Der Konflikt sei eine Altlast, „die nie unsere gewesen ist“, sagte Löser: „Diese Kuh müssen andere vom Eis holen.“ Christian A. Schnell regte an, die Spielpläne etwa für die Premieren miteinander abzustimmen. Er finde ansonsten, dass sich Volksbühne und Kleine Bühne mit ihren unterschiedlichen Ausrichtungen gegenseitig befruchten.

2017 gibt es Klassik und den Messias im Theater

Dieses Jahr steht auch noch einiges in der Volksbühne auf dem Programm.

Am 5. November gibt es eine Premiere der besonderen Art. „Mit Maté Szücz (Solist bei den Berliner Philharmonikern) und Michèle Gurdal, die als eine der aktuell besten Pianistinnen der Welt gilt, betreten zwei international gefeierte Künstler die Michendorfer Volksbühne“, kündigte Uwe Große-Wortmann an, Vorsitzender der Michendorfer Bühnenfreunde, die das Theater unterstützen.

Am 1. Dezember 2017 hat das Stück „Messias“ von Patrick Barlow Premiere, eine liebevoll erzählte Satire auf die Weihnachtsgeschichte.

Von Jens Steglich

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