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Herrenhölzer: Vom Volksgut zum Spargelhof

Zuhause in Neubensdorf Herrenhölzer: Vom Volksgut zum Spargelhof

Der jetzige Verwalter Ekhard Wolter blickt auf die Geschichte in Herrenhölzer und die Entwicklung des Gutes nach dem Dornröschenschlaf zurück. Heute gehört der Betrieb westlich der Stadt Brandenburg, der auch Erdbeeren und Blaubeeren anbaut, zu den größten Spargelerzeugern der ganzen Region.

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Das Stammteam des Gutes Herrenhölzer steht in den Startlöchern für die neue Saison.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Herrenhölzer. Vor der Wende lebten im kleinsten Bensdorfer Ortsteil 16 Familien. Heute ist es die Hälfte. In beiden inzwischen erweiterten Wohnblocks sind während der Saison die Erntehelfer untergebracht. Spargel aus Herrenhölzer ist ein Begriff.

„Nach der Bodenreform wurden auf 300 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche keine Kleinbauern angesiedelt, sondern das Volksgut Herrenhölzer gegründet“, erzählt der jetzige Betriebschef Ekhard Wolter. Es sei eine Außenstelle des VEG Brandenburg gewesen. Von den Erzählungen seines verstorbenen Vaters weiß der 53-Jährige, dass damals Schulklassen hinströmten, um die moderne Technik zu bewundern. Das Gut habe den ersten Dampfpflug in Bensdorf gehabt, den ersten vollmechanischen Mähdrescher. Bis 1974 wurde Ackerbau und Viehzucht gemeinsam betrieben.

Mit der Wende kam der große Umschwung

Im Zuge der Welle der Kooperation hatte das VEG auf dem Hof dann Schweinemast, Milchviehhaltung und Kälberzucht, während die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) und später die LPG die Felder bestellte. Patienten der Landesklinik, die in die Arbeitswelt integrierte werden sollten , verrichteten in Herrenhölzer leichtere Arbeiten. Leiter war erst Fritz Kroop aus Reckahn, dann viele Jahre Martin Paul, dem der kleine Ortsteil die Straße zu verdanken hat, zuletzt Joachim Milz.

„Mit der Wende kam für das Volksgut 1990 der große Umschwung“, erzählt Wolter. „Alle Tiere wurden abgeschafft, Ställe ihrem Selbstlauf überlassen, Arbeitsplätze gingen verloren. Die Flächen wurden von der zentralen Verwaltung in Brandenburg stiefmütterlich bewirtschaftet.“ Das Gut fiel in einen Dornröschenschlaf, der acht Jahre währen sollte.

Eigentümer sind zwei Hessen

Bis Landwirt Bodo Mönich und Unternehmer Jürgen Streit aus Hessen es 1998 von der Treuhand kauften, um Spargel anzupflanzen. Wolter wurde Verwalter, auch wenn ihm dieser Schritt wegen der da noch existierenden Agrargenossenschaft „Märkisch Ceres“, bei der er nach seinem Vater der Pflanzenchef war, nicht leicht gefallen sei. Mit Traktorist Günter Preuk fing der Diplomlandwirt auf der „Hölze“ an, wo er als Schüler seine ersten Treckerstunden absolvierte und als Student seine erste Luzerne säte. Die ersten weißen Stangen seien 2000 mit vier Festangestellten und 40 Erntehelfern gestochen worden. Anbautechnik und Verfahren wurden peu à peu verfeinert und die Spargelfläche von anfangs 40 auf inzwischen 150 Hektar aufgestockt.

Heute beschäftigt das Gut laut Wolter neun Festangestellte sowie in der Saison 250 ausländische Erntehelfer und 120 Einheimische. Spargel vom Erzeuger mit dem Doppeladler, der noch Erdbeeren und Blaubeeren hat, wird von Dänemark bis in die Schweiz vertrieben und an mehr als 50 Verkaufsständen in der Region angeboten. Im Laufe der Jahre investierten die Eigentümer einiges. „Seit vier Jahren steht der Betrieb finanziell auf eigenen Füßen“, betont Wolter nicht ohne Stolz. Jüngste Errungenschaft ist eine neue Mehrzweckhalle.

Von Claudia Nack

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