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Hickhack um Dienstreise nach Tschechien

Wieder Posse in Stahnsdorf Hickhack um Dienstreise nach Tschechien

Darf er oder darf er nicht? Der Bürgermeister von Stahnsdorf, Bernd Albers, pochte beim Gemeinderatsvorsteher auf zügige Unterzeichnung seines Dienstreiseantrages nach Tschechien. Weil er sie nicht wie gewünscht erhielt, kritisierte er den Vorsteher und sagte schon mal die Reise ab. Doch längst soll die Zustimmung in seinem Mail-Fach gelegen haben.

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Ceska Lipa hat einen hübschen Marktplatz, den Stahnsdorfs Bürgermeister bald kennenlernen kann. Foto: ImageBroker

Stahnsdorf. Es ist Faschingszeit, die Narren sind los. Und in Stahnsdorf geht’s wieder mal drunter und drüber. Sress miteinander haben zum wiederholten Mal der Gemeindechef Bernd Albers (Bürger für Bürger) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Dietmar Otto (SPD). Das Verhältnis der beiden Männer gilt als äußerst angespannt. Diesmal geht es um eine Dienstreise von Albers in die tschechische Stadt Ceska Lipa, die eventuell Partnerstadt von Stahnsdorf werden könnte.

Am 22./23. Februar soll die Reise stattfinden. Bis zum Freitag hatte Albers nach seinen Angaben noch keine Genehmigung dafür von Otto bekommen, obwohl der Dienstreiseantrag bereits am 15. Januar gestellt worden war. Am 4. Februar machte Albers Otto in einer Mail noch einmal Druck und kündigte darin an, die Dienstreise absagen zu müssen, wenn die Genehmigung nicht bis zum „5. Februar Dienstschluss“ eintrifft. Freitagmittag meldet sich dann der Bürgermeister aus dem Winterurlaub mit einer über seinen Pressesprecher verschickten Mail, in der er bekannt gibt, „schweren Herzens“ die geplante Dienstreise abzusagen, weil der Vorsitzende der Gemeindevertretung die Unterschrift unter den Dienstreiseantrag „beharrlich verweigert“.

Stahnsdorfs  Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger)

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger).

Quelle: Olaf Möldner

Das stimmt nicht, kontert Otto, und verwahrt sich gegen die „falschen Behauptungen“. Er hatte sich noch von allen Fraktionschefs Grünes Licht für die Reise geben lassen und dann seine Zustimmung in einer auch der MAZ vorliegenden Mail vom 1. Februar Albers übersandt. Der wiederum liest im Urlaub aber keine Dienst-Mails, wie er am Montag der MAZ sagte. Gut möglich also, dass die Genehmigung – laut Albers Ultimatum fristgemäß – seit 1. Februar in dessen Dienst-Mail-Eingang liegt. Unterschrieben sei der Antrag auch jetzt noch nicht, so Albers am Montag weiter. Otto bestätigt das, weil für ihn nicht erkennbar sei, ob Albers mit dem Privat- oder Dienstwagen fahren will. Albers: „Dienstwagen ist im Antrag angekreuzt.“ Aber er sagte auch, dass er nun doch nach Ceska Lipa fahren wolle, wenn die Fahrt genehmigt sie.

Also Sturm im Wasserglas oder Wahlkampf? Immerhin soll am 17. April ein neuer Bürgermeister gewählt werden und die SPD hat gerade eine 37-jährige Kandidatin ins Rennen um den Chefsessel geschickt.

Als „schädliche Außenwirkung“ zum Beginn einer Städtepartnerschaft bezeichnet Gerold Melzer (Bürger für Bürger) das öffentliche Hickhack um die Reise. Daniel Mühlner (CDU) kritisiert, dass Albers „wieder den anderen den Schwarzen Peter zuschieben will“ und und die Zusammenarbeit durch Intransparenz erschwere. Dem Vorwurf, er würde es „immer alleine“ machen wollen, widersprach Albers. Laut Mail vom 15. Januar hatte er Otto als Vorsitzenden der Gemeindevertretung angeboten, mit nach Tschechien zu fahren. Doch der lehnte ab. Von dem Angebot hatten außer Melzer alle anderen Fraktionschefs offenbar nichts gewusst, wie Harald Mushack (Linke) bestätigte, weshalb nun Vorschläge von anderen Fraktionären zur Reisebegleitung kommen.

Der FDP-Vertreter in der Gemeindevertretung, Christian Kümpel, bedauert das seit Jahren „kleinliche Gezänk“ zwischen SPD und Bürgermeister. „Befürchtet man denn nicht, dass sich Stahnsdorf so zum Gespött aller politisch interessierten Bürger macht“, fragt Kümpel.

Städtepartnerschaft gewünscht

Laut Beschluss der Gemeindevertretung sucht Stahnsdorf seit November 2014 eine Partnerstadt.

In einer Bürgerumfrage hatten sich im Frühjahr vergangenen Jahres rund 53 Prozent der Teilnehmer für die Suche nach einer Partnerstadt in Tschechien ausgesprochen. Daraufhin nahm die Gemeinde Kontakt zu einem Dutzend Kommunen im grenznahen Raum auf.

Interesse an einer Partnerschaft zeigten Semily und Ceska Lipa. Im September 2015 war Albers zu Gesprächen in Semily, Ende Oktober 2015 war eine Delegation aus Ceska Lipa in Stahnsdorf und lud ihrerseits Albers ein.

Von Claudia Krause

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