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Potsdam-Mittelmark Hier erlebt der Apfel eine Renaissance
Lokales Potsdam-Mittelmark Hier erlebt der Apfel eine Renaissance
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18:55 07.09.2017
Leo Hödel aus Coburg hat im Workspace Coconat in Klein Glien die erste Apfellieferung der mobilen Mosterei getestet – und für lecker befunden. Daraus kann nun Saft entstehen. Quelle: Christin Iffert
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Schmerwitz

Anfang September haben Sascha Gostynski und Boris Papprott aus Schmerwitz den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt – mit einer mobilen Mosterei. Ihr klares Ziel: Dem Apfelsaft aus der Region zu einer Renaissance zu verhelfen.

Für Streuobstwiesen- und Apfelbaumbesitzer ist damit eine gute Nachricht verbunden. Weite Wege, die bislang mit dem Wunsch, Obst vermosten zu lassen, verbunden waren, gehören der Vergangenheit an. „Auf dem alten Gutshof in Klein Glien befindet sich unser fester Standort“, erklärt Gostynski. Bei größeren Mengen verspricht das Duo mit der mobilen Presse, zu den Kunden zu fahren. Von diesem Angebot dürften Streuobstwiesenbesitzer in besonderem Maße profitieren. Entfällt dadurch nicht nur der mühsame Transport der Äpfel, sondern auch der Rücktransport der Säfte.

Die Neu-Unternehmer Sascha Gostynski (links) und Boris Papprott machen aus den Äpfeln vom Biohof nun Säfte. Quelle: Christiane Sommer

Mit der Mosterei verwirklichen die Jungunternehmer zugleich einen lang gehegten und gründlich durchdachten Plan. „Die eigentliche Idee stammt jedoch von unseren Frauen“, räumt Papprott ein. Auf den Geschmack gekommen, war die Vision von der mobilen Mosterei für sie anfangs ein vager Plan, der jedoch immer mehr reifte. Neu angelegte Streuobstwiesen, alte Apfelbaumalleen und viele Kleingärten im Hohen Fläming, deren Besitzer sie im Frühjahr in der Entscheidung bestärkten, das Wagnis einzugehen. „Es gibt in der hiesigen Region viele Menschen, die selbst gemosteten Saft schätzen“, so ihre Erkenntnis.

Aus der Region – für die Region

Jetzt steht der Start in die erste Saison unmittelbar bevor. Werden in diesem Herbst nur Äpfel, Birnen und Quitten verarbeitet, soll künftig auch aus Beerenobst leckerer Saft gepresst werden. Unter dem Motto: Aus der Region – Für die Region. Das besondere dabei: Wer einen Termin zur Apfelabgabe vereinbart hat, kann später zuschauen, wie aus den runden Vitaminspendern wohlschmeckende Säfte werden – die hinterher gleich wieder mit nach Hause genommen werden können.

Die mobile Mosterei wurde mit rund 45 Prozent bei einer Gesamtsumme von 70.000 Euro gefördert. Quelle: Christin Iffert

Für die 70 000 Euro teure Anschaffung der mobilen Mosterei inklusive der erforderlichen Verpackungen zum Abfüllen des Saftes in Flaschen oder sogenannte „Bagin Boxen“ erhielten die Jungunternehmer eine Förderung aus dem Leader-Programm der Europäischen Union. Sie trug auf Empfehlung der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel rund 45 Prozent der Kosten. „In den vergangenen Jahren ist uns aufgefallen, dass viele Menschen die weiten Wege in die Mostereien nach Werder/Havel oder Ketzür beklagten. Wir glauben, dass das Projekt gut in die Zeit passt und wünschen ihm viel Erfolg“, sagt Regionalmanager Heiko Bansen. „Es ist die erste mobile Mosterei, die von uns gefördert wird.“

Nächster Stichtag: 10. Oktober

Die Lokale Aktionsgruppe Fläming/Havel hat eine Regionale Entwicklungsstrategie erarbeitet. Sie gilt bis 2020 für viele Kommunen des Landkreises Potsdam-Mittelmark, außer Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Werder/Havel.

Für öffentliche und private Vorhaben, die den Zielsetzungen entsprechen, kann Geld aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER), unter anderem Leader-Programm oder Richtlinie zur Förderung der Agrarstruktur, eingesetzt werden.

Die Lokale Aktionsgruppe Fläming/Havel berät Antragsteller und schlägt dem Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Groß Glienecke vor. Dieser Behörde obliegt die endgültige Entscheidung.

Weit über 100 Vorhaben wurden in der aktuellen Phase seit 2014 schon erfolgreich auf den Weg gebracht.

Für die nunmehr sechste Runde stehen hierzulande drei Millionen Euro zur Verfügung.

Die Formblätter für die Projekte müssen bis 10. Oktober eingereicht sein

www.flaeming-havel.de

Kita- und Schulprojekte rund um den Apfel geplant

Gleichwohl es zuletzt schon ähnliche Angebote gab – einst mit der Annahme auf Gut Schmerwitz, das mit dem Safthersteller in Hohenseefeld kooperierte und mehrere Jahre auf dem nahen Biohof Grützdorf, wo aber inzwischen neue Besitzer eingezogen sind.

Dass die erste Mostsaison der beiden Gründer gerade in ein schlechtes Apfeljahr fällt, nehmen der Wildnispädagoge und der Sozialarbeiter gelassen. So können sie zumindest langsam in ihr neues Arbeitsfeld hineinwachsen. Dessen ungeachtet haben die beiden viele Pläne. Neben Schul- und Kitaprojekten, die rund um das Thema Apfel angeboten werden sollen, wollen sie mit Apfelsäften – die eine ideale Basis für köstliche Saftpartnerschaften darstellen – auch experimentieren. Variationen eines Apfel-Minz- oder Apfel-Rosmarin-Saftes sind angedacht. Bis es soweit ist, schwören die beiden Jungunternehmer jedoch auf puren Apfelsaft oder Apfel-Ingwer- und Apfel-Birnen-Saft.

Info: Mobile Mosterei Hoher Fläming, Standort Coconat - Klein Glien 25 in Bad Belzig. Informationen und Termine unter www.mosterei-flaeming.de, per Mail an: saft@mosterei-flaeming.de sowie unter 0174/8 70 81 11.

Von Christiane Sommer

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