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Hier wird bald am Supermarkt geheiratet

Brück Hier wird bald am Supermarkt geheiratet

Das Brücker Standesamt zieht um. Künftig kann in Räumen des bisherigen Einkaufskomplexes geheiratet werden. Die Expansion in die Nachbarschaft soll die Amtsverwaltung auch mit weiteren Büros bürgerfreundlicher machen. Den Umzug lässt sich das Amt einiges kosten.

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Zuletzt war hier ein Fitnessstudio etabliert. Claudia Hobohm von der Amtsverwaltung Brück zeigt Räume am Einkaufskomplex, die nun als Bürgerbüro und Standesamt dienen sollen.       

Quelle: Andreas Koska

Brück. Wo Frauen kürzlich noch ihre Fitness trainierten und ein Bürocenter seine Waren verkaufte, kann im Planestädtchen bald geheiratet werden. Das sieht ein Konzept für eine neue Raumstruktur der Amtsverwaltung vor. Diese braucht mehr Platz und möchte bürgerfreundlicher werden. Deshalb werden nun mehrere Räume im benachbarten Gebäudekomplex angemietet. Insgesamt rund 340 Quadratmeter.

Der Amtsausschuss billigte diese Idee in seiner jüngsten Sitzung. „Wir brauchen den Platz. Außerdem sollen die Angebote zunehmend barrierefrei nutzbar sein“, erklärt Marko Köhler. In die neuen Räume soll ein Bürgerbüro einziehen. Dort können Bürger sämtliche Angelegenheiten regeln, die schon jetzt im „Mobilen Bürgerbüro“ beispielsweise bei Sprechzeiten in Borkheide und Golzow erledigt werden. „Falls jemand einen Sachbearbeiter benötigt, wird sofort ein Termin vereinbart“, verspricht der Amtsdirektor. Für Bürger, die schlecht Treppen steigen können, werde der Mitarbeiter im Bürgerbüro das Anliegen besprechen.

Auch das Standesamt hatte eine barrierefreie Lösung gewünscht. Das Trauzimmer befindet sich bislang in der ersten Etage. Zudem ist es recht klein. Jetzt soll es mit in die neuen stufenlosen Räume ziehen. Dann wären die Trauungen auch für größere Personengruppen zugänglich. Mehr Platz gebe es dann auch für Hochzeitskutschen. Brautpaare sollen direkt aus dem Wagen in das Trauzimmer schreiten können.

„Im alten Gebäude gewinnen wir dadurch drei neue Zimmer und einen Mitarbeiterraum“, sagt Köhler. Der alte Sitzungssaal werde geteilt, eine bisher versteckte Tür wieder nutzbar gemacht und auch das Trauzimmer wird zum Büroraum. „Der Sitzungssaal zieht ebenfalls um. Es wird unten flexible Schiebewände geben, so dass man den großen Raum entsprechend verändern kann“, erläuterte der stellvertretende Amtsdirektor, Lars Nissen, in der Sitzung des Amtsausschusses. Auch der Revierposten der Polizei werde ein Büro im neuen Verwaltungsbereich erhalten.

Die Kaltmiete für den neuen Komplex werde acht Euro je Quadratmeter betragen. Die Verwaltung geht von weiteren Kosten in Höhe von einem Euro je Quadratmeter aus. Der Mietvertrag werde über zehn Jahre abgeschlossen und alles in allem circa 327 000 Euro betragen. „Die Kosten fallen geringer aus als bei der einzig möglichen Alternative mit Ausbau des Dachbodens“, sagte Nissen: „Und dann hätten wir immer noch keine Barrierefreiheit“.

Für den Umbau des Bestandsgebäudes samt Aufzug wurden von einem Planungsbüro Kosten von etwa einer halben Million Euro veranschlagt. Den Umbau in den neu angemieteten Räumen übernehme indes der Vermieter, hieß es im Amtsausschuss. Außerdem ist eine engere Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt geplant, die ihren Mietvertrag für die Nachbarräume ebenfalls um zehn Jahre verlängert hat.

Nachdem die Handelskette Netto als fast letzter Nutzer zunächst überlegt hatte, dort auszuziehen, habe sich die Lage dort jetzt grundlegend verändert. Das Domizil hat nun einen neuen Besitzer gewechselt und der drohende Leerstand scheint abgewendet. Der Discounter hält nicht nur am Standort fest, sondern unterstützt dessen Expansion in die Räume der einstigen Schlecker-Drogerie. Für die Zeit des Umbaus im zweiten Quartal 2018 werde wohl ein temporärer Ersatzbau für den Verkauf errichtet.

Die Bauaufsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark habe inzwischen Zustimmung zum Umbau signalisiert, hieß es in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Der neue Investor aus Nordrhein-Westfalen will ferner den Parkplatz verändern. Nutzer, die lediglich die Amtsverwaltung aufsuchen, sollen dann trotzdem auch offiziell den Parkplatz nutzen dürfen.

Von Andreas Koska

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