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Hinreißende Bildhauerin stellt in Lehnin aus

Galerie am Klostersee Hinreißende Bildhauerin stellt in Lehnin aus

Emerita Pansowová kann sich, wie sie selbst halb scherzend eingeräumte, nur schwer von ihren künstlerischen Geschöpfen trennen. Um so schöner ist es, dass es der Bildhauerin für eine Ausstellung in der Galerie am Klostersee in Lehnin gelungen ist, 26 ihrer Skulpturen und Zeichnungen für einige Wochen herzugeben.

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Mit Blumen: Emerita Pansowová bei der Vernissage in der Galerie am Klostersee vor einer ihrer Skulpturen.

Quelle: privat

Lehnin. Emerita Pansowová kann sich, wie sie selbst einmal halb scherzend eingeräumt hat, nur schwer von ihren künstlerischen Geschöpfen trennen. Um so schöner ist es, dass es der Bildhauerin für eine Ausstellung in der Galerie am Klostersee in Lehnin gelungen ist, 26 ihrer Skulpturen und Zeichnungen für einige Wochen herzugeben. Dort sind ihre Skulpturen und Zeichnungen nun noch bis zum 25. Mai zu besichtigen. Die Zeichnungen sind Studien, die Emerita Pansowová zumeist vor den Skulpturen in deren Vorbereitung fertigte.

Der Besuch lohnt sich sehr, denn die Anmut, Zartheit, Verletzlichkeit und doch auch Kraft, die die aus Bronze und Gips gearbeiteten Figuren ausstrahlen, ist bemerkenswert. Da ist die „Kleine Stehende“, 60 Zentimeter hoch. Sie wirkt fast nackt, trotz des angedeuteten Kleides, den Kopf halb gewandt, ist sie trotz des kalten, schweren Materials, aus dem Emerita Pansowová sie geschaffen hat, wie in einer kurzen Bewegung innehaltend, so lebendig. Ähnlich wirkt die überlebensgroße Skulptur „Die Schreitende“, die im Park vor der Galerie den Blick auf sich zieht. Galerieleiter Eckhart Haisch rühmt deren Fußhaltung und fühlt sich an ägyptische und griechische Kulturschätze erinnert. „Es ist eine hinreißende Blöße, aber nicht erotisch, sondern rein, klar und natürlich“, sagt Haisch.

Die Skulpturen in der Galerie am Klostersee stehen einzeln auf schmalen Podesten

Die Skulpturen in der Galerie am Klostersee stehen einzeln auf schmalen Podesten.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Die Figuren scheinen, in sich zu ruhen, dem Betrachter zu vertrauen. Fast kindlich wirken sie, die Körperformen nur angedeutet.

Da gibt es auch das Relief „Woher, wohin?“ mit der fragenden, nur zu erahnenden Kopfbewegung über die Schulter. So ist viel zu entdecken, nachzudenken und sich in die Figuren einzufühlen, wären sie aus Fleisch und Blut. Was wohl könnten sie denken, was würde sie gerade innerlich bewegen, könnten sie sich bewegen.

Die Schreitende, eine Figur der Künstlerin Emerita Pansowová vor der Galerie im Lehniner Institut für Kunst und Kultur

Die Schreitende, eine Figur der Künstlerin Emerita Pansowová vor der Galerie im Lehniner Institut für Kunst und Kultur.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Die Deutsch-Slowenin Emerita Pansowová feierte vor wenigen Tagen ihren 71. Geburtstag. Sie lebt in Prenden bei Wandlitz und studierte in Bratislava und Berlin-Weißensee Bildhauerei. Die Künstlerin schuf zu DDR-Zeiten mehrere Skulpturen für den öffentlichen Raum in Berlin und erhielt 1985 den Willi-Lammert-Preis der Akademie der Künste der DDR. 1991 folgte ein Förderstipendium des Berliner Senats für Kultur. Ihr Sohn Till ist ebenfalls Bildhauer geworden. Mit ihm stellte sie vor zwei Jahren ihre Skulpturen in Zehdenick aus. Die Künstlerin wirkte somit zu DDR-Zeiten mit ihren Arbeiten wie nach der politischen Wende.

Es gibt ein Foto von ihr aus dem Jahr 1971, auf dem sie wie eine Zwillingsschwester der Lovestory-Schauspielerin Ali MacGrow aussieht, lange glatte dunkle Haare, dunkle Augen. Emerita Pansowová ist die Tochter eines Ungarn und einer Deutschen. Sie wurde in der heutigen Slowakei geboren. Mit ihrem Mann zog sie 1966 nach Ost-Berlin und wurde später Meisterschülerin an der Akademie der Künste der DDR.

Info: Finissage mit der Künstlerin ist am Sonntag, 21. Mai, um 15 Uhr. Zu finden ist die Galerie Am Klostersee 12 b in Lehnin, geöffnet dienstags bis sonntags von 11 Uhr an bis 18 Uhr. An den Wochenenden ist auch das Ufercafé geöffnet.

Von Marion von Imhoff

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