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Potsdam-Mittelmark Historische Fliesen durchbohrt – wer zahlt?
Lokales Potsdam-Mittelmark Historische Fliesen durchbohrt – wer zahlt?
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12:29 29.09.2016
Um den Schaden zu dokumentieren, wurden die dünnen Holzpaneele zum Teil entfernt.
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Bad Belzig/Brandenburg an der Havel

Der Schaden ist zwar nicht sichtbar, belastet die Geschäftsfrau Sylvia Lüdicke aber bereits seit drei Jahren. Seit dieser Zeit fordert sie die Wiedergutmachung von einer Berliner Handwerksfirma. Der Streit um durchbohrte historische Fliesen ist beim Amtsgericht Brandenburg gelandet.

Seit zwanzig Jahren ist Sylvia Lüdicke auf Miederwaren spezialisiert, die sie seit mehreren Jahren in ihrem Ladengeschäft in der Straße der Einheit in Bad Belzig anbietet. Ihr Ärger um die Wandfliesen begann, als das Ladenlokal noch eine Baustelle war und sie einen Regalaufbau vor der Holzpaneelwand anbringen lassen wollte.

Viele FLiesen hinter dieser Wand haben nun ein Loch. Quelle: MAZ

Die Holzpaneelen hatten frühere Ladenbesitzer aufgebaut, um die schönen alten Fliesen zu verdecken, die an frühe Zeiten erinnern, als sich in dem Haus aus dem späten 19. Jahrhundert eine Fleischerei befand.

Zeugen versichern, dass der Handwerker von den historischen Fliesen wusste

Was im Oktober 2012 passiert ist und gesagt wurde, als die dünne Modulwand montiert und die Kacheln durchbohrt wurden, ist vor dem Amtsgericht Brandenburg strittig. Die Ladeninhaberin, ihr Ehemann und eine weitere Zeugin versichern, dass der Handwerker auf die verborgenen historischen Fliesen aufmerksam gemacht und gebeten wurde, vorsichtig an die Arbeit heranzugehen. Der Monteur, eigentlich ein gelernter Kaufmann, sollte aufpassen, dass er nichts beschädigt oder kaputt macht. Darüber hat er sich nach Darstellung der Ladeninhaberin hinweg gesetzt. „Pass doch uff, da sind Fliesen dahinter“, soll der Ehemann mit dem Handwerker geschimpft haben, weil er hörte, wie der Bohrer durch die dünne Holzwand auf die Kacheln traf. Eine andere Zeugin sagt im Gericht aus, auch sie habe gehört, wie die Eheleute mit dem Mann geschimpft haben.

Handwerker will nichts von den wertvollen Fliesen gewusst haben

Der 55 Jahre alte Außendienstmitarbeiter der beklagten Firma ist sich keiner Schuld bewusst. Die Ladeninhaberin habe ihm nichts von den Fliesen gesagt, denn sonst hätte er diese Arbeit abgelehnt. Seine Kollegin, die beim Anbringen der Wand assistierte, berichtet dem Gericht, dass die beiden erst von den Fliesen erfahren hätten, als das zweite Modul bereits befestigt war und sämtliche Löcher bereits gebohrt waren.

Wahrscheinlich hätte gar nicht gebohrt werden müssen, wie der als Zeuge geladene Tischler Robert Warnke sagt. Er erklärt dem Gericht, dass die Module mit dem falschen Werkzeug und überdimensionierten Dübeln an den Holzpaneelen befestigt wurde. Mit einem Akkuschrauber und Schrauben wäre der gleiche Zweck besser erreicht worden.

Fest steht, dass nun mindestens 15 dicke Löcher die denkmalgeschützten Fliesen durchbohren. Eine Berliner Fachfirma bescheinigt der Ladeninhaberin, dass das Nachbrennen der beschädigten Fliesen rund 2600 Euro kosten würde. Die Rechtsanwälte der streitenden Parteien haben noch Gelegenheit zur Stellungnahme, ehe das Gericht Ende Oktober das Urteil spricht.

Von Jürgen Lauterbach

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