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Potsdam-Mittelmark Historische Turmvilla muss weichen
Lokales Potsdam-Mittelmark Historische Turmvilla muss weichen
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20:50 16.03.2018
Die Jahnsche Villa in Glindow ist vor etwa vier Jahren saniert worden. Quelle: Luise Fröhlich
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Glindow

Die Tage der Jahnschen Villa am Glindower See scheinen gezählt. Seit einer Woche steht ein grüner Container vor dem Haus, vorbereitende Arbeiten für den Abriss haben begonnen. Damit tritt das ein, was die Kietz-Bewohner und der Ortsbeirat befürchtet haben. Die Stahnsdorfer Firma „HS Immobilien & Handels GmbH“ hatte das Erbbaurecht vor ein paar Jahren von der Jahnschen Stiftung erworben und das Turmhaus saniert. Jetzt will sie es abreißen und Wohnungen mit Blick auf den See bauen. „Die Villa ist ein markanter und prägender Teil unseres Ortes. Wir haben uns lange dafür eingesetzt, dass sie erhalten bleibt“, sagt Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (Freie Bürger).

Abgesehen von dem Abriss beunruhigt ihn aber auch, was die Firma mit dem Grundstück vor hat. Versuche herauszufinden, wie viele Geschosse und Wohnungen entstehen sollen, seien gescheitert. Einer Einladung des Glindower Ortsbeirates vor einem Jahr seien die Investoren nicht nachgekommen. Das Unternehmen selbst war für eine Stellungnahme zum geplanten Bau gestern nicht zu erreichen.

Villa ist nicht denkmalgeschützt

In dem Gebäude war bis zum Jahr 2002 eine Schule für Körperbehinderte untergebracht. Fast 30 Mädchen und Jungen wurden am Glindower See betreut. Nach dem letzten Willen der Stifterin Luise Jahn (1842–1916) befand sich dort bis in die 1960er Jahre ein Krankenhaus mit Entbindungsstation, Operationssaal und Röntgenraum für die Ziegeleiarbeiter und ihre Familien. Nach Informationen der Stadt Werder und des Landkreises soll an dieser Stelle nun ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt vier Etagen entstehen. Darin kommen 29 barrierefreie Wohnungen unter. Seitens der Stadt sei gemeinsam mit der Denkmalbehörde geprüft worden, ob der Abriss verweigert werden kann, wie Werders 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), auf Anfrage bestätigte. Die Prüfung ergab, dass die Villa nicht unter Denkmalschutz steht. Im Kietz, für den es seit 2005 einen Bebauungsplan gibt, gilt dieser Status nur für die Kirche, ein Schmiedegehöft und ein Bündnerhaus.

Der Bauantrag, den die Investoren beim Landkreis eingereicht haben, entspreche laut Stadtverwaltung den Festsetzungen des B-Planes. Eine Baugenehmigung liegt der Firma vor und auch der Abriss der Villa ist ordnungsgemäß angezeigt worden. Ausgewiesen ist das Areal im B-Plan als sogenanntes „Mischgebiet“. Das heißt, dass dort Wohnungen und Gewerbe erlaubt sind. Wohnhäuser können als Einzel- und Doppelhäuser sowie in Hausgruppen errichtet werden. Auch wie die Fassade aussehen soll, regelt der Plan. Demnach können die Häuser in hellem Putz, als Fachwerk oder mit Sichtmauerwerk aus gelben, roten oder ockerfarbenen Ziegeln gestaltet werden. Ausnahmen gelten für Geschäftsbereiche.

Der Stadt sind die Hände gebunden

Sigmar Wilhelm sprach den drohenden Abriss der Jahnschen Villa bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Werder an. Er fragte, ob die Verwaltung die Investoren zu einer Bauausschusssitzung einladen könnte. „Die Öffentlichkeit soll von den konkreten Plänen erfahren“, so der Ortsvorsteher. Christian Große betonte, dass die Stadt nicht mit dem Abriss einverstanden war, allerdings keinen Handlungsspielraum hatte. Außerdem könne sie die Veröffentlichung der Pläne von den Investoren nicht einfordern.

Im alten Dorfkern

Der Glindower Kietz bezeichnet den alten Ortskern des Dorfes. Dort befinden sich neben Wohnhäusern zum Beispiel die Dorfkirche, das Heimatmuseum, das Kleine Seerestaurant, Arztpraxen und eine Yogaschule.

Die Turmvilla steht an der Ecke Jahn­ufer/Luise-Jahn-Straße. Zuletzt stand das Gebäude einige Zeit leer und soll vorher als Wohnhaus genutzt worden sein.

Von Luise Fröhlich

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