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Potsdam-Mittelmark Schloss Reckahn: Zeitreise ins 18. Jahrhundert
Lokales Potsdam-Mittelmark Schloss Reckahn: Zeitreise ins 18. Jahrhundert
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18:28 15.10.2018
Wie ein Gemälde aus alter Zeit: Darsteller des Vereins Maison Voltaire gaben im Reckahner Schloss Einblicke in die Geselligkeit des 18. Jahrhunderts. Quelle: Christine Lummert
Reckahn

In Berlin ist es zu laut, zu eng und schmutzig obendrein. Wer die Ruhe genießen will und frei durchatmen möchte, macht sich auf ins Umland. Worüber sich die Hauptstädter heute beschweren, lieferte auch vor 250 Jahren schon Grund zur Klage. Dabei war Berlin damals nur Preußens Hauptstadt und zudem um ein vielfaches kleiner.

Froh und glücklich waren und sind deshalb die Metropolen-Geplagten, wenn sie in Brandenburg Freunde haben, die sie mit offenen Armen empfangen. Während die Städter die Beschaulichkeit genießen, freuen sich die Gastgeber in der Provinz, dass sie die neusten Nachrichten aus der großen Welt direkt frei Haus geliefert bekommen.

Historisches Schauspiel mit Musik und Tanz

Im Herrenhaus Reckahn wurde diese Tatsache jetzt zur Grundlage eines kleinen Schauspiels mit Musik und Tanz. Die Idee zu dem geselligen Salon-Nachmittag mit historischem Anstrich hatten Silke Siebrecht-Grabig, die Leiterin der Reckahner Museen und ihre Mitarbeiterin Marita Müller. „Aus Anlass des Geburtstages von Friedrich Eberhard von Rochow am 11. Oktober haben wir zum ersten Mal so eine Veranstaltung organisiert“, sagte Siebrecht-Grabig, die selbst als Hausdame im authentischen Kostüm im voll besetzten Musiksaal des Herrenhauses vor das amüsierte Publikum trat.

Hilfreich in der Verwirklichung dieser Zeitreise in das ausgehende 18. Jahrhundert war zudem, dass Marita Müller sich im Potsdamer Verein Maison Voltaire engagiert und auch selbst detailgetreu die historischen Kostüme nachschneidert.

Nach dem Ausflug in die Vergangenheit war das Publikum zum Verweilen im Park des Reckahner Schlosses aufgefordert. Quelle: Christine Lummert

Aus den Vereinsmitgliedern des Maison Voltaire rekrutierten sich die Darsteller für das gesellige Zusammentreffen. Die Texte stammten überwiegend aus historischen Quellen der Zeit, genauso wie die musikalische Unterhaltung, die meisterhaft von der Sopranistin Dörthe Maria Sandmann, begleitet von Armin Thalheim am Klavier, dargeboten wurde. Vor allem Lieder von Carl Friedrich Zelter, Johann Friedrich Reichardt und Johann Abraham Peter Schulz rundeten die detailverliebte Zeitreise ab.

Die Dame des Hauses lädt nach Reckahn ein

Steht sonst der große Schulreformer Friedrich Eberhard von Rochow bei den Veranstaltungen im Reckahner Schloss oft im Mittelpunkt, lag der Fokus jetzt vor allem auf seiner Ehefrau Christiane Louise. Da der Hausherr auswärts weilte, verschaffte sich Frau von Rochow Abwechselung, indem sie Gäste zu sich nach Reckahn einlud. Dazu zählten der Berliner Kritiker und Verleger Friedrich Nicolai, die Schriftstellerin Elisabeth von Recke sowie das Ehepaar Christiane und Hans Moritz von Brühl.

Nach eleganten Verbeugungen nahmen die vornehmen Damen und Herren zu einem geselligen Nachmittag Platz und plauderten über die aktuellen Probleme der Zeit. Natürlich wurden auch hochstehende Themen der Aufklärung angeschnitten. Schnell kam die illustre Runde aber auf die auch schon im 18. Jahrhundert wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen.

Darsteller in historischen Kostümen nahmen das Publikum im Reckahner Schloss mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Quelle: Christine Lummert

Die Mode durchlief schließlich gerade einen bedeutenden Wandel. Während für einen Auftritt am Hof der Witwe von Friedrich dem Großen noch Reifröcke und gepuderte Haare gefragt waren, feierten die zeitgenössischen Modejournale schon die Befreiung der Frauen von zu viel Tand. Vor allem die langen Schleppen gehörten der Vergangenheit an. „Zu bedauern ist nur, dass die Straßen jetzt nicht mehr so schön sauber sind wie früher“, wurde ironisch angemerkt.

Von Christine Lummert

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