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Potsdam-Mittelmark Hobbyautorin legt achten Band vor
Lokales Potsdam-Mittelmark Hobbyautorin legt achten Band vor
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07:40 27.11.2017
Karin Hanusch hat zahlreiche Zeitungsausgaben durchforstet und den achten Band der Brücker Geschichten vorgelegt. Diesmal mit Erlebnissen aus der Wendezeit. Quelle: Andreas Koska
Brück

Die Zeit ist schnelllebig. Davon ist Karin Hanusch überzeugt. „Bei Lesungen stelle ich gern Fragen nach Ereignissen der letzten Jahre und bitte um Zuordnung“, berichtet die Brücker Schreibfrau. Dabei hat sie festgestellt, dass schon nach kürzester Zeit den Lesern eine genaue Terminierung nicht mehr möglich ist. Das hat sie dazu bewogen, eine neue Buchreihe zu beginnen. Nach sieben Bänden mit Geschichten aus Brück und Umgebung ist sie jetzt zur Jahreschronistin geworden.

„Der erste Band der neuen Reihe liegt nun vor. Nur damit konnte ich meinen Mann dazu bewegen, mir zu helfen“, sagt die 76-jährige Autorin lächelnd. Ehemann Klaus Hanusch habe im Vorjahr spaßhaft schon mit der Scheidung gedroht, wenn es noch einen Band der Brücker Geschichten geben sollte. Dass er das nicht ganz ernst gemeint hat, beweist seine wiederholte Hilfe. „Nur weil es etwas Neues ist, mache ich noch mit“, gibt er offen zu.

Zwei Chronisten leisteten Vorarbeit

Karin Hanusch hatte festgestellt, dass es zwar eine von den beiden Brücker Chronisten Kurt Zoglowek und Fritz Bock verfasste Zeittafel des Planestädtchen gibt. Doch endet diese 1984. Darüber hinaus gebe es keine Zusammenstellung von Ereignissen. Deshalb hat sich Karin Hanusch vorgenommen, diese Lücke zu schließen. Seither ist sie häufig im Kreisarchiv anzutreffen.

Bis zu fünf Stunden täglich verbringt sie an den Tischen im Keller der Kreisverwaltung am Papendorfer Weg. Die Nutzungsgebühren bezahlt sie aus eigener Tasche. Jede Ausgabe der Märkischen Volksstimme und der Märkischen Allgemeinen Zeitung durchforstet sie akribisch nach Meldungen aus Brück.

In dem nun neu vorliegenden Band der Schreibwerkstatt liegt der Schwerpunkt auf der Wendezeit. Die Zeittafel vom Jahr 1989 bis 2000 dokumentiert jedes Ereignis, mag es scheinbar noch so unbedeutend sein. Vom Dachstuhlbrand in der LPG in der Silvesternacht 1988/89 bis zum Abriss der alten Schule am Nikolaustag 1999 reicht das Kalendarium. Das Jahr 2000 darf Jörg Hertwig, früherer NVA-Offizier in Brück und spätere Lokaljournalist eines Wochenblattes, mit seinen Erinnerungen beginnen.

Insgesamt 1835 Seiten Historie

Die Buchvorstellung zum neue Band der „Brücker Geschichten“ findet statt am 28. November, 14Uhr, im Awo-Raum am Einkaufszentrum Brück, Ernst-Thälmann-Straße 58.

Alle bisherigen Bände haben insgesamt 1835 Seiten und wiegen mehr als drei Kilogramm.

Während die ersten Bände noch von der Brücker Schreibwerkstatt herausgegeben wurden, verantwortet Karin Hanusch die letzten vier Bände allein.

Nach der chronologischen Auflistung schließen sich in dem 236 Seiten starken Band Episoden und Kurzgeschichten aus den dargestellten Jahren an. Dabei sind es keine abgeschlossenen längeren Artikel sondern Erinnerungsfetzen an die „Wendezeit“, die „Nachwendezeit“ und die beginnende „Neuzeit“, wie Hanusch die Periode unterteilt. Sie berichtet von Bürgerinitiativen und Busfahrplänen, Besuchen in Berlin (West) und Begrüßungsgeld.

So findet auch der Abschied der „Volksstimme“ eine besondere Erwähnung: „Eine Zeitung braucht das Land, MV erscheint ab 3.Oktober als Ihre Märkische Allgemeine, Ihr Abo bleibt bestehen“, wird in der letzten Ausgabe des MV angekündigt.

Bürger steuerten Erinnerungen bei

Insgesamt haben 32 Brücker Bürger der Autorin Erinnerungen zugeliefert. Daraus sind 66 Geschichten und Episoden entstanden. Diese können Besucher schon zur Buchvorstellung am Dienstag kennen lernen. „Es ist schon toll, wie die Brücker mitfiebern“, erzählt Karin Hanusch. Ihr lägen schon mehr als 60 Vorbestellungen für das neu Buch vor. „Zudem wird auch schon nach dem Folgeband gefragt“, berichtet die Autorin. Dieser soll Ende 2018 erscheinen. Dann gehe es um die Jahre 1995 bis 2000.

„Die ersten 63 der insgesamt wie immer rund 240 Seiten sind schon geschrieben“, erzählt Karin Hanusch. Allerdings treibt die Seniorin auch eine spezielle Sorge um: „Was passiert mit den Unterlagen, wenn ich nicht mehr da bin?“. So wie sie hätten auch viele Vereine der Stadt eigene Chroniken, die ebenfalls aufbewahrt werden sollten. Karin Hanusch wäre dafür ein Heimatmuseum am liebsten. „Dafür wäre das Bahnhofsgebäude bestens geeignet“, sagt die Brückerin.

Von Andreas Koska

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