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Potsdam-Mittelmark Hoffnung auf Badesee bei Reetz gebremst
Lokales Potsdam-Mittelmark Hoffnung auf Badesee bei Reetz gebremst
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00:39 16.08.2015
In dieser Grube wird der Ton für die Röben-Klinkerwerke gewonnen. Quelle: Dirk Fröhlich
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Reetz

Die Röben-Klinkerwerke-GmbH & Co KG hat den geforderten Ausgleich für die in den vergangenen 20 Jahren erfolgten Eingriffe in die Umwelt geschaffen. Entsprechende Vereinbarungen eines städtebaulichen Vertrages mit der Gemeinde Reetz von 1997 sind erfüllt. Das hat das Leipziger Fachbüro Bioplan jetzt nach der Bestandsaufnahme der rund 140 000 Quadratmeter umfassenden Gesamtfläche dargelegt.

Allerdings macht sich für einen größeren Teil dessen eine Verlagerung notwendig, hat Hartmut König erklärt. Denn die landschaftverbessernden Maßnahmen sind teilweise auf jenem Gelände realisiert worden, das demnächst der Erweiterung des Tagebaus geopfert werden sollen. Deshalb wird das Einvernehmen mit der Kommune gesucht, um das Planfeststellungsverfahren voranbringen zu können, so der Bauamtsleiter in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates.

Wie berichtet will die Unternehmensgruppe aus Zetel/Niedersachsen hierzulande weitere 20 Jahre lang nach Ton schürfen und daraus Ziegel herstellen. Zu dem Zweck ist zunächst einmal der bis 2016 gültige Rahmenbetriebsplan gerade um ein weiteres Jahr verlängert worden. Danach soll aber die Ausdehnung gen Osten beginnen. Die Grube dort wird mit etwa 46 Hektar eine ähnliche Größe annehmen wie die jetzt geöffnete Fläche, die wiederum nach der Rekultivierung schrittweise aus dem Bergrecht entlassen werden soll. Mit einem Badesee, der zum Baden taugt und möglichst obendrein ökologischen Wert hat, wenn es nach den Wünschen der Einheimischen geht.

Grundlagen der Planung

Der Rahmenbetriebsplan regelt im Bergbau die Entwicklung eines Abbaugebietes. Aktuell gibt es für die Produktionsstätte in Reetzerhütten/Reetz noch ein bis 2017 gültiges Papier.

Ehe die Erweiterung möglich ist, muss ein Planfeststellungsverfahren – inklusive Bürgerbeteiligung bewältigt werden. Es ist für die Jahre 2016/17 in Vorbereitung.

Die Maßgaben zur tatsächlichen Rohstoffgewinnung werden im Hauptbetriebsplan verankert.

Für die Rekultivierung danach braucht es einen Betriebsabschlussplan.

Die Frage ist, ob der Untergrund überhaupt das Wasser halten kann. „Der Rohstoff, der vor Ort gefördert wird, ist jedenfalls nicht als Abdichtung nach unten geeignet“, sagt Ralf Borrmann. Der Technologiechef der Muttergesellschaft – Röben-Tonbaustoffe-GmbH – hat außerdem darauf hingewiesen, dass es vor allem die derzeitige Umleitung des Mahlsdorfer Grabens geschuldet sei, dass sich neben der B 246 mehr Wasser als sonst üblich sammelt. „Nicht ausgeschlossen ist freilich, dass in Zukunft bei Hitzeperioden wie jetzt die Senke trocken fällt“, sagt Erhard Tauer Gleichwohl der Werkleiter weiß, dass in den Nachbardörfern genau solch ein Kleinod gewünscht wird. Die Fachplanerinen Maria Faßke und Petra Strelczyk haben jedenfalls den Auftrag vernommen, mit den Partnerbüros zu prüfen, was geo- und hydrologisch möglich ist.

Mit der aktuell von den Biologinnen erstellten Bilanz sowie den mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Potsdam-Mittelmark abgestimmten Vorschlägen, die bisher verwirklichten Maßnahmen in Typ und Umfang gleich zu verlagern, steht er freilich nicht in Zusammenhang. Ebensowenig sind die einmal mehr zur Sprache gebrachten Probleme von Lärm-Emissionen, Verkehrsbelastungen und Bodenschutz in dem aktuellen Verfahren unter dei Lupe genommen worden.

Um so genauer wird erörtert, welche Äcker vor allem am Nordrand des Areals in Intensiv- oder Extensivwiesen umgewandelt werden, damit dort mehr biologische Vielfalt herrscht. Indes müsse nicht die ganze errechnete Fläche noch einmal hergerichtet werden. Die Streuobstwiese am Rand zu Reetzerhütten ist mit 35.000 Quadratmetern schließlich mehr als doppelt so groß geworden wie einst vorgesehen. Jetzt, da sie – im zweiten Versuch – tatsächlich als Biotop funktioniert und erhalten bleibt, könnten von anderen Forderungen ein paar Abstriche akzeptiert werden, wurde im Ortsbeirat erklärt. Das soganannte Werksgrün direkt an den Produktionsstätten wird ebenfalls bestehen bleiben.

Von René Gaffron

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