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Hohe Einbußen auch bei der Apfelernte

Obstanbau in Werder Hohe Einbußen auch bei der Apfelernte

Neben den Süßkirschen hat der Spätfrost im April die Äpfel besonders hart getroffen. Das macht sich jetzt kurz vor Erntestart natürlich bemerkbar. Auf den Märkten in Werder geistert die Frage umher, ob es denn Äpfel geben wird. Die Antwort des Obst- und Gartenbauvereins lautet: Ja. Nur werden sie nicht so lange reichen wie sonst.

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Im April hat der Spätfrost in einigen Nächten viele Apfelblüten zerstört – ein paar sind aber durchgekommen.

Quelle: Julian Stähle

Werder. Das Wetter hat den Werderaner Obstbauern in diesem Jahr ordentlich die Ernte vermiest. Nach den niedrigen Erträgen bei den Kirschen und Erdbeeren bangen sie nun um die Äpfel. Walter Kassin, Vorsitzender vom Obst- und Gartenbauverein, rechnet mit nur 40 Prozent des sonst üblichen Ertrags bei der Apfelernte, wie er der MAZ auf Anfrage sagte. Bei den Pflaumen sieht es mit 40 bis 60 Prozent ähnlich aus. Viele Blüten, speziell an den Süßkirschen und Apfelbäumen, sind dem Spätfrost im April zum Opfer gefallen. Der sintflutartige Regen Anfang Juli habe sein Übriges getan und etliche Kirschen auf den Plantagen platzen lassen. „Und die, die noch am Baum hingen, haben die Stare geholt. Die Bauern haben wirklich versucht zu retten, was zu retten war“, sagt er.

Je nach Lage der Plantagen hat es die Obstbauern unterschiedlich hart getroffen. Beim Obsthof Wels etwa mit den Kirschplantagen in der Nähe von Kammerode habe es teilweise einen hundertprozentigen Ernteausfall gegeben. Auf der Glindower Platte war es im Durchschnitt nicht so dramatisch. An Sauerkirschen wurde Walter Kassin zufolge immerhin etwa die Hälfte der normal üblichen Menge geerntet.

Trotz aller Ausfälle konnten die Bauern immer Obst aus Werder auf dem Frischemarkt anbieten. „Allerdings nicht über die Länge und in der Masse, die wir sonst haben. Normalerweise bleibt auch noch was für das Kühllager übrig“, erklärt Walter Kassin. An vielen Stellen entlang der B 1 zwischen Glindow und Derwitz, zum Beispiel beim Obsthof Lindicke, war bislang zu lesen, dass die Selbstpflücke ausgefallen ist.

„Wir haben ein bisschen Kundschaft auf den Märkten verloren“, sagt der Chef des Obst- und Gartenbauverbandes. Das habe auch daran gelegen, dass einige gar nicht kamen, weil vermeldet wurde, dass alle Blüten erfroren seien. „Da wollen wir natürlich gegensteuern und können nur betonen, dass Obst da ist.“ Brombeeren und Himbeeren etwa hätten kaum gelitten und auch das Gemüse sprießt teilweise sogar besser, als in trockeneren Jahren. Ein Tomatenjahr werde es hingegen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nicht, schätzt Walter Kassin. Für ein gutes Weinjahr müsse man in den nächsten vier entscheidenden Wochen auf Sonne und Wärme hoffen.

Land Brandenburg will Landwirte unterstützen

Brandenburgs Landwirtschaftsministerium hat am Freitag zugesagt, Landwirte und Gärtner, die Frostschäden von mindestens 30 Prozent bezogen auf den Durchschnittsertrag der letzten drei Jahre nachweisen können, zu unterstützen.

In den Landkreisen und kreisfreien Städten erfolgt jetzt eine Erfassung der Frostschäden vom April sowie die der landwirtschaftlichen Schäden durch die starken Regenfälle im Juli.

Eine genaue Schadensdarstellung wird sich in vielen Betrieben nach Einschätzung des Ministeriums zum Ende der Erntesaison ergeben.

Um überhaupt Geld an Landwirte ausreichen zu können, ist eine Richtlinie nötig, die noch erarbeitet und bestätigt werden muss.

Für die Äpfel, die jetzt an den Bäumen hängen, sieht es gut aus. Das einzige, was ihnen bis zum Erntestart noch gefährlich werden kann, ist Hagelschlag. „Was wir nach jetzigem Stand sagen können ist, dass die Äpfel von guter Qualität sein werden. Ausdünnen ist nicht nötig“, so der Experte. Passend dazu steigt am Sonnabend, 9. September, wieder das Apfelfest auf dem Frischemarkt am Strengfeld. Neben dem Pomologen Fritz Budel sollen in diesem Jahr auch Fachleute aus den Bereichen Baumschule und Pflanzenschutz dabei sein.

Von Luise Fröhlich

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