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Hohe Schlussrechnung für Mörzer Müllberge

Deponieberäumung teuerer als gedacht Hohe Schlussrechnung für Mörzer Müllberge

Ab auf die Kippe, Sand über den Müll, weg ist das Problem und in der Kasse klingelt das Geld. Nach diesem Geschäftsprinzip hat sich vor rund zehn Jahren auch in Mörz eine „Entsorgungsfachfirma" die Taschen gefüllt. Die Kosten für Aufräumen trägt wieder mal der Steuerzahler. Ob und in welcher Höhe die Einwohner vor Ort daran beteiligt werden, ist derzeit noch unklar.

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Ein halbes Jahr lang hatte die Mülltrennungsanlage in Mörz zu tun.

Quelle: Ralf Buschalsky

Mörz. „Zu glauben, die Renaturierung einer Mülldeponie gäbe es zum Nulltarif, wäre reine Utopie“, sagt Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling. Seit wenigen Tagen liegt auf seinem Tisch die Schlussrechnung für die Beräumung und Renaturierung der illegalen Mülldeponie Mörz. Mit 586 000 Euro liegt die Endsumme mehr als doppelt so hoch, wie die Fördersumme, die es bisher vom Land dafür gab.

„Die Rechnung habe ich nun ans Innenministerium weitergereicht, mal sehen, was daraus wird“, sagt Hemmerling, der zuversichtlich ist, dass auch der Rest, oder zumindest der größere Teil davon, vom Land getragen wird. Denn zusammen mit dem im März 2013 überreichten Fördermittelbescheid über 280 000 Euro gab es schon damals die Zusage, bei etwaigen Mehrkosten neu zu entscheiden. „Auch am Ende der im März 2015 abgeschlossenen Rekultivierung gab es zwischen Land und Kommune darüber eine letzte Verständigung“, sagt Hemmerling.

Dass das Geld nicht reicht, war schnell klar

Dass das vom Land aus dem Sonderfonds für überschuldete Kommunen überwiesene Geld nicht reichen würde, um die Zusage einer 100-Prozent-Förderung zu erfüllen, war den Fachleuten vor Ort schnell klar. Immerhin beliefen sich bereits die Schätzkosten der Gutachter auf 460 000 Euro, wie Baumamtsleiter Thomas Griesbach weiß. Für 336 000 Euro wurde der Auftrag zur Beräumung und Rekultivierung schließlich an die REA-Gmbh aus Drebkau vergeben.

„Dass die Kosten dann noch deutlich gestiegen sind, hat mehrere Ursachen“, sagt Griesbach. Denn auch in den als unbelastet geltenden Bereichen wurden zusätzlich mehr als 2 500 Tonnen Müll zutage gefördert, der aufwendig geschreddert oder in einer Sondermüllverbrennung entsorgt werden musste. Die Gebühren hierfür waren jedoch inzwischen auf das Doppelte angestiegen. „Dabei hatten wir noch Glück, dass rund zwei Drittel des Bodens nach dem Aussieben wieder zum Verfüllen verwendet werden konnten, sonst wär’s noch teurer geworden“, so Griesbach.

Ein kleiner Eigenanteil wäre gerecht

Im Niemegker Rathaus geht man fest davon aus, dass man sich in Potsdam an die getroffene Abmachung zur Übernahme der nun höheren Sanierungskosten hält. „Wenn nicht, muss ich das als Amtsdirektor in der Gemeinde vertreten und die politische Verantwortung dafür übernehmen“, sagt Hemmerling. Ein Argument, dass die Gemeinde zumindest einen Teil selber trägt, sieht er in der ursprünglichen Ausgangssituation, also der in den 90er Jahren stillgelegten Mörzer „Bürgermeisterdeponie“, die damals bereits beräumt werden sollte. Mit der Aussicht, dass das die Kommune nichts kosten würde, übernahm 2004 die „Entsorgungsfachfirma“ Reiff, deren Inhaber später wegen diverser, illegaler Müllverkippungsanlagen verurteilt wurde. „50 000 Euro hätte die ordnungsgemäße Entsorgung der Bürgermeisterkippe auch damals schon gekostet“, sagt Hemmerling. Wenn diese Summe nun die Gemeinde tragen müsste, wäre das ein Stück weit auch gerecht.“

Von Uwe Klemens

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