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Hohe Würde für Bad Belzigerin

Landeskirche sagt Danke für Flüchtlingshilfe Hohe Würde für Bad Belzigerin

Sie gibt Deutschunterricht für Asylbewerber und hat ein offenes Ohr für die Belange der neuen Nachbarn. Für ihr Engagement wurde die Bad Belzigerin Ruth Koschel nun mit der Paul-Gerhardt-Medaille der Evangelischen Landeskirche ausgezeichnet.

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Ruth Koschel mit der Paul-Gerhardt-Medaille.

Quelle: Saskia Popp

Potsdam/Bad Belzig. Die Bad Belzigerin Ruth Koschel wird von der Evangelischen Landeskirche für ihr langjähriges Engagement für Flüchtlinge geehrt. Am Mittwochabend erhielt sie in der Potsdamer Kirche St. Nikolai beim Eröffnungsgottesdienst der Landessynode die Paul-Gerhardt-Medaille.

Mit dem Preis ehrt die Landeskirche Menschen, die sich durch außergewöhnliches kirchliches Engagement auszeichnen. In diesem Jahr steht die Verleihung ganz unter dem Eindruck der aktuellen Zuwanderung aus Kriegs- und Krisengebieten. Die 42-Jährige wird, so die Begründung der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesiche Oberlausitz (EKBO), für ihre seit vielen Jahren andauernde Initiative für Flüchtlinge in der Kreisstadt, den Deutschunterricht für Asylbewerber und die Begleitung einzelner Personen und Familien geehrt. Die Paul-Gerhardt-Medaille soll, so die Hoffnung der Kirche, andere Menschen zu mehr Engagement ermutigen.

Ruth Koschel selbst sieht ihr Engagement differenziert. „Zuallererst ist es mein Beruf, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten“, sagt die 42-jährige Bad Belzigerin, „alles darüber hinausgehende ist einfach nur mein persönliches Menschsein gegenüber den Nachbarn.“ Sie wehre sich gegen den Begriff des Ehrenamtes, betont Koschel. „Ich übe doch kein Amt aus, ich bin Vertraute, Nachbarin, vielleicht Freundin, aber keine Amtsträgerin.“ Sie helfe, sagt die dreifache Mutter, weil sie in einer Beziehung zu den Menschen stehe, nicht, weil sie einen Vertrag unterschrieben habe.

Die weiteren Preisträger 2015

Marita Leßny (61), aus Berlin. Als Kirchenälteste in der Gemeinde zum heiligen kreuz engagiert sich Leßny seit mehr als zehn Jahren für Flüchtlinge. Seit 2015 ist sie stellvertretende Vorsitzende und Beauftragte für die Flüchtlingshilfe.

Dorothea Röger (59) aus Forst/Lausitz. Röger war 2013 Mitbegründerin der „Forster Brücke“, die sich um geflüchtete Menschen kümmert und Anlaufstelle für Helfer ist.

„Gerade der Einsatz vieler Ehrenamtlicher in Gemeinden und Einrichtungen der Kirche hat maßgeblich dazu beigetragen, dass eine Kultur des Willkommens entstanden ist“, heißt es in der Begründung der Preisvergabe.

Der Pfarrer der Bad Belziger Mariengemeinde, Martin Gestrich, wundert sich nicht über die Auszeichnung für Ruth Koschel. Vielmehr freut ihn die Anerkennung der freiwilligen, unentgeltlichen Arbeit, die Koschel leistet. „Sie hat eine offene Tür und ein offenes Herz für die Nöte der Menschen im Asylbewerberheim“, so der Pfarrer. „Ihre Verpflichtung hat sie einfach als Mensch gesehen. Ruth Koschel ist die wichtigste Brücke in der Gemeinde zu den neuen Nachbarn in der Stadt.“

Drei ehrenamtlich engagierte Frauen hat die Landeskirche in Potsdam ausgezeichnet

Drei ehrenamtlich engagierte Frauen hat die Landeskirche in Potsdam ausgezeichnet.

Quelle: Saskia Popp

Neben Ruth Koschel bekamen die Berlinerin Marita Leßny und die aus der Lausitz stammende Dorothea Röger die Paul-Gerhardt-Medaille. Sigrun Neuwerth, Präses der Landessynode, betont den besonderen Charakter des Preises. „Die drei Personen werden stellvertretend für all jene geehrt, dich sich für Geflüchtete einsetzen“, unterstreicht Neuwerth in ihrer Laudatio.

Die Herbstsynode zu den Haushaltsangelegenheiten der Evangelischen Kirche tagt noch bis zum 14. November in Potsdam. Die Synode ist das oberste Leitungsgremium der Kirche, ihre Mitglieder werden von den Kirchenkreisen und den Arbeitszweigen der Kirche berufen oder gewählt. Während des Eröffnungsgottesdienstes der Herbstsynode wird traditionell die Paul-Gerhardt-Medaille verliehen.

Von Saskia Popp

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