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Hohenwerbiger Kunstkirche eingeweiht

Gotteshaus wird Ort der Künste Hohenwerbiger Kunstkirche eingeweiht

Kunst kann Menschen beflügeln und, wie es auch Engel können, das Dasein auf Erden verschönen. Eine Kirche der Kunst zu widmen ist deshalb also kein Widerspruch. In Hohenwerbig ist dies nun Wirklichkeit geworden. Mit einem großen Fest der Künste nahmen sie am Wochenende ihre Kunstkirche in Besitz.

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Pan Panazeh und das Welt-Karottenorchester im Einsatz.

Quelle: Uwe Klemens

Hohenwerbig. Eine Kirche derart zu füllen, dass am Ende nur Stehplätze bleiben, ist, zumindest elf Wochen vor Weihnachten, schon für sich genommen eine Kunst. Bei der Eröffnung des Hohenwerbiger Gotteshaus als Kunstkirche ist dieses Kunststück gelungen. Halb Hohenwerbig und viele Gäste von außerhalb hatten sich aufgemacht, um dabei zu sein, wenn sich Kunst und Schöpfer umarmen.

„Kunst verleiht dem Menschen Flügel und hilft ihm, das Schöne in der Welt zu sehen und mit Herz und Verstand zu leben“ brachte es Pfarrer Daniel Geißler auf den Punkt und nutzte für dieses Bild das Flügelrelief, dass während der gut dreijährigen Kirchensanierung unterhalb der Deckenkonstruktion als Wandschmuck entdeckt wurde. Ob sich der dazugehörige zweite Flügel oder gar ein ganzer Engel eines Tages finden wird, bleibt eine spannende Frage. So spannend, wie die Kunst.

Die Kunst spannt die weitesten Bögen

Wie weit sich der Bogen zwischen Spannung, Humor, Nachdenklichkeit und Sanftheit spannen lässt, gab es im Wanderfool-Theater Pan Panazehs, alias Sebastian David, zu erleben. Denn die Geschichten, mit denen der Wiesenburger in seinem Programm „Kunst aus dem Bauch raus“ große wie kleine Zuschauer in seinen Bann zieht, haben von alledem etwas. Ganz ohne Fingerzeig lernt man beim Zuhören und -Schauen, beim Mitsingen und Mitspielen eine Menge über sich, über seine Mitmenschen und nicht zuletzt über das Geheimnis der Schöpfung.

Dass sie auf der neu gebauten Bühne vor Publikum als Schauspieler agieren würden, hätten sich die Besucher Nele und Matthias vorab sicher nicht zu träumen gewagt. In Panazehs nepalesischer Ballade von der Motto und vom Gecko spielten sie dennoch die Hauptrolle.

Premiere für das Welt-Karottenorchester

Die bange Frage, wie viele Menschen die Bühne überhaupt tragen würde, beantwortete Pan Panazeh mit dem im selben Moment gegründeten Welt-Karottenorchester und Beethovens „Freude schöner Götterfunken“. Auf ausgehöhlten und gestimmten Mohrrüben hatten nicht nur die Musiker und ihr Dirigent, sondern auch das Publikum ihre helle Freude daran.

Auch für die vier jungen Damen der „Teenage Voices“, gerade mal vierzehn und fünfzehn Jahre jung, hatte der Auftritt in der Kunstkirche etwas Besonderes. Nach einigen Jahren im Kinderchor der Bad Belziger Chorleiterin Anke Bolz sind sie nun flügge geworden und haben vor wenigen Monaten ein eigenes Quartett gegründet. Die Eröffnung der Kunstkirche war ihr Premierenauftritt.

Mindestens ein Mal im Monat soll der Gottesraum künftig zum Ort der Kunst werden. Workshops, Konzerte, kreative Spielnachmittage, Theateraufführungen und gemeinsame Singenachmittage wird es geben. Ausführliche Informationen zum Programm kann man unter www.kunstkirche-hohenwerbig.de oder telefonisch unter 033843/51041 erhalten.

 

Von Uwe Klemens

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