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Hotel in Caputh wird zum Flüchtlingsheim

Bürgerversammlung am Mittwochabend Hotel in Caputh wird zum Flüchtlingsheim

In das ehemalige Hotel Goldener Anker in Caputh werden in den nächsten Wochen 30 jugendliche Flüchtlinge ohne Begleitung einziehen. Die Betreuung wird im Auftrag des Kreises der Verein Job übernehmen. Die meisten Caputher haben zur Bürgerversammlung im vollen Saal ihre Mitwirkung bei der Integration der Jugendlichen signalisiert.

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Stefanie George motivierte die Bürger, den Flüchtlingen beim Einleben im Anker-Haus zu helfen.

Quelle: Köster

Caputh. Der Saal an der Caputher Schule war am Mittwochabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Annähernd 300 Bürger wollten mehr über den vom Kreis angekündigten Einzug von jungen Flüchtlingen in das einstige Hotel Goldener Anker in Caputh erfahren. Die ersten acht von 30 Flüchtlingen zwischen 10 und 18 Jahre werden aller Voraussicht nach in den nächsten zwei Wochen einziehen. „Weitere können folgen, wenn der Eigentümer des Anker-Hauses die Brandschutzauflagen erfüllt hat“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter des Kreises, Thomas Schulz. Mit der Betreuung der Kinder und Jugendlichen von 15 Mitarbeitern rund um die Uhr hat der Kreis den Verein „Job“ beauftragt, der über 25 Jahre Erfahrung in der Jugendsozialarbeit in der Region verfügt.

In der Fragestunde wurde deutlich, viele Caputher wollen den Flüchtlingen beim Einleben helfen. „Ich sehe keinen Grund für Vorurteile, habe bereits selbst gute Kontakte zu Flüchtlingen. Je mehr wir beim Einleben helfen, um so besser lernen wir sie kennen“, sagte Stefanie George und bekam viel Beifall. Andere Bürger wollten genau wissen, wie sie den Flüchtlingen beim Lernen, bei der Ausbildung und Freizeitgestaltung helfen können.

Vertreter vom Netzwerk der Hilfe mit 200 ehrenamtlichen Mitstreitern in der Region boten Bürgern auf der Versammlung ihre Unterstützung an. „Schließlich haben wir bei der Betreuung der Familien in der Erstaufnahme in Ferch schon viele gute Erfahrungen sammeln können“, sagte eine Sprecherin der Initiative. Der künftige Heimleiter vom Anker-Haus, Hans Hansen, lud in der Bürgerrunde zu gemeinsamen Kochkursen und Begegnungen mit den Flüchtlingen ein. Wann die 30 Mädchen und Jungen einziehen, woher sie kommen und wie alt sie genau sind, konnte Thomas Schulz nicht sagen. „Die Flüchtlinge werden gerade deutschlandweit aufgeteilt, viel mehr wissen wir gegenwärtig noch nicht.“

Doch in der Bürgerrunde wurde auch die große Politik kritisiert. „Wir lassen jeden rein, der zwei Beine hat. Das kann nicht sein“, sagte eine Frau. Eine andere Dame beklagte die viel zu hohen Kosten für die Betreuung der Flüchtlinge. Zwei junge Väter äußerten ihre Sorgen, dass sie jetzt noch länger mit ihren Kindern beim Arzt warten müssen, wenn 30 Flüchtlinge in Caputh zum Arzt gehen. Andere konnten darüber nur den Kopf schütteln. „Was kann ich für die Kinder Gutes tun? Darum bin ich hier“, sagte Bürger Heinrich und sprach vielen aus dem Herzen.

Von Regine Greiner

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