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Hunderte Besucher auch unterm Krankenhaus

Treuenbrietzen Hunderte Besucher auch unterm Krankenhaus

Hunderte Besucher erkundeten am Sonnabend die Johanniterkliniken in Treuenbrietzen und den nunmehr 101 Jahre alten Gesundheitsstandort. Dort erlebten sie, wie das denkmalgeschützte Ensemble einem steten Wandel unterliegt. Dabei gibt es einige Herausforderungen zu meistern.

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Erfolgreich und manchmal etwas missmutig

Helmplicht: Technik-Chef Andreas Ruhle führt Besucher durch die Kellergänge des Treuenbrietzener Johanniter-Krankenhauses.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Von tiefen Kellergängen bis hoch über die Dächer überrannt worden ist am Samstagnachmittag das Krankenhaus Treuenbrietzen. Im Rahmen der Nachfeier zum 100-jährigen Bestehen des Gesundheitstandortes folgten Hunderte Besucher der Einladung der Johanniter-Kliniken zu einem Tag der offenen Türen im Rahmen des Sabinchenfestes.

Schon kurz nach der Eröffnung waren die 250 Plätze für die insgesamt 15 Rundgänge zu drei Themenkomplexen ausgebucht. In Scharen zogen Interessierte durch die historischen Gebäude und die Außenanlagen. Dabei ging es auch an Orte, die Besuchern – und selbst den meisten Mitarbeitern des Klinikkomplexes – ansonsten verborgen sind.

Zentralrechner steuert die Haustechnik

„Jetzt wird es eng und dunkel“, sagt Andreas Ruhle. Der technische Leiter der Kliniken steigt nach der Besichtigung des 1954 errichteten und heute mit Holz, Öl und Gas betriebenen Heizhauses mit seiner Besuchergruppe über eine schmale Treppe in den Untergrund. Über rund 1000 Meter lange Kellergänge sowie Versorgungsschächte sind alle zentralen Gebäude des Krankenhauses unterirdisch miteinander verbunden. Auf rund 40 000 Quadratmetern Nutzfläche betreuen knapp 700 Mitarbeiter rund um die Uhr Patienten in 365 vollstationären Betten. Hinzu kommen Ambulanzen und Tageskliniken.

Unter Denkmalschutz

Unter Denkmalschutz: Der 100 Jahre alte Klinikkomplex braucht besondere Pflege.

Quelle: Thomas Wachs

„Gesteuert wird der gesamte technische Ablauf über einen großen zentralen Rechner“, erklärt Andreas Ruhle. Vier Mitarbeiter überwachen damit alle Prozesse. 16 Handwerker und Grünpfleger im Technik-Team kümmern sich unterdessen um die Pflege des historischen Komplexes. „Immerhin gibt es allein mehr als 2000 Holzfenster und rund 500 Türen, die alle unter Denkmalschutz stehen“, erläutert der Technikchef.

Seit Jahren stetig investiert

„Wenn in vier Jahren der jetzt begonnene neue Klinikbau und weitere Investitionen abgeschlossen sind, habe ich mitgewirkt, wie allein seit der Wende rund 100 Millionen Euro in die Sanierung, Umbauten und Erweiterungen geflossen sind“, sagt Andreas Ruhle. Er ist seit 1980 im Hause tätig. Aus den zur Wende „völlig maroden Gebäuden ist ein moderner Klinikkomplex geworden“, so Ruhle.

Dann geht es hoch hinaus – unter anderem zu den beiden Wassertürmen auf gut 100 Metern über Meeresspiegel. Sie waren einst für die eigene Wasserversorgung des Krankenhausse nötig. Denn es liegt auf den „Anstalter Bergen“ und somit deutlich über dem Niveau des Wasserturmes in der Stadt. Die Zeiten unbeschadet überdauert hat auch die schon 1914 beim Klinikbau installierte Turmuhr. „Seither gab es keine Reparatur, nur einmal wurden die Seile erneuert“, erklärt Ruhle. „Das richtige Gefühl für die sensible Technik der Uhr hat vor allem Werner Kaatz von unseren Schlossern“, erklärt der Technik-Chef.

Unterwegs auf Spuren des Arbeitslebens

Im Klinik-Park wandelt unterdessen Willi Kalisch mit Besuchern auf den Spuren seines früheren Arbeitslebens. Bis zum Rentenantritt im vorigen Jahr war der Treuenbrietzener 29 Jahre lang in der Abteilung für Grünpflege tätig. „Ich bin mit durch Dick und Dünn gegangen“, sagt Kalisch. Das insgesamt 24 Hektar große Areal mit Wäldern, Grünflächen und einer Parkanlage wird von vier Grünpflegern betreut.

Willi Kalisch (li) führt Besucher durch den denkmalgeschützen Klinikkomplex

Willi Kalisch (li.) führt Besucher durch den denkmalgeschützen Klinikkomplex.

Quelle: Thomas Wachs

Trotz des Denkmalschutzes, der komplett auf dem 1916 in Betrieb gegangenen Ensemble lastet, ist der Klinikkomplex einem steten Wandel unterlegen. „Nur durch die permanente Veränderung und Weiterentwicklung können wir das Haus zukunftsfähig halten“, sagt Christopher Rommel, der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, bei der Begrüßung der Festgäste.

In der Krankenpflegeschule testet Regina Semmler den „Alterungsanzug“, den ihr Lehrerin Stefanie Müller angelegt hat

In der Krankenpflegeschule testet Regina Semmler den „Alterungsanzug“, den ihr Lehrerin Stefanie Müller angelegt hat.

Quelle: Thomas Wachs

Auch abseits der gefragten Führungen wurde ihnen rund um den Gutshof und in verschiedenen Abteilungen den Nachmittag über ein breites Angebot mit Informationen und Unterhaltung geboten.

INTERVIEW

Dieter Klupsch

Dieter Klupsch

Quelle: Thomas Wachs

Dieter Klupsch (73) aus Treuenbrietzen hat am Sonnabend bei einer Führung hinter die Kulissen des Treuenbrietzener Krankenhauses geschaut.

Welche Beziehung haben Sie zum Krankenhausgelände am Rande der Stadt Treuenbrietzen?

Es ist seit jeher ein Teil unserer Stadt. Ich war auch schon mal als Patient hier. Zum Glück aber nicht so häufig.

Was interessiert Sie besonders bei der heutigen Führung?

Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie das alles hier schon vor 100 Jahren auf hohen Niveau gebaut wurde. Damals gab es ja schließlich noch nicht so viele technische Möglichkeiten wie heute. Der Blick hinter die Kulissen war sehr interessant. Die Führung vom Keller bis zu Dach hat mir gefallen. Wir haben viel erfahren, was ich so noch nicht gewusst habe.

Was wünschen Sie sie dem Haus für die Zukunft ?

Ich finde es schade, dass es heute hier alles nur noch spezialisierte Fachkliniken sind. Ich würde mir wünschen, dass dieses Krankenhaus darüber hinaus auch wieder für die Grundversorgung aller Bürger aus Treuenbrietzen und Umgebung zur Verfügung stehen könnte, so wie zu DDR-Zeiten. Schließlich hatte das Krankenhaus hier ja schon immer einen guten Ruf.


Von Thomas Wachs

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