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„Ich reiche ihnen die Hand“

Ramona Mayer im MAZ-Interview „Ich reiche ihnen die Hand“

Ramona Mayer, im Februar zur neuen Amtsdirektorin von Wusterwitz gekürt, musste Monate auf ihre Ernennung warten. Grund waren Widersprüche gegen das Wahlverfahren. Jetzt erläutert die 52-Jährige, was sie plant. Dem zerstrittenen Amtsausschuss möchte sie die Hand reichen und zur konstruktiven Sacharbeit ermutigen.

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Ramona Mayer, die neue Wusterwitzer Amtsdirektorin, freut sich auf die Aufgaben, die vor ihr liegen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Wusterwitz. Es war ein langwieriger Weg für Ramona Mayer, Amtsdirektorin von Wusterwitz zu werden. Selbst das Verwaltungsgericht in Potsdam musste sich mit der Wahl des Amtsausschusses beschäftigen. Nun ist die 52-Jährige drei Monate nach ihrer Wahl zur Amtsdirektorin ernannt worden.

Frau Mayer, seit fast einem Jahr führen Sie das Amt Wusterwitz kommissarisch und nun – nach einem zähen Wahlprozess – sind Sie seit zwei Wochen Amtsdirektorin. Wie geht es Ihnen nach dieser Zeit?

Gut! Und ich freue mich, dass wir jetzt die neue Stelle des Kämmerers ausschreiben können und ich damit Arbeit abgeben kann.

Sie haben parallel das Jahr als Kämmerin weitergearbeitet, das ist eine ziemliche Doppelbelastung, oder?

Ziemlich. Besetzt wird die Stelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Der Amtsausschuss war bei Ihrer Wahl gespalten. Es gab ein Patt, vier Mitglieder stimmten für Sie, vier gegen Sie. Ein US-Präsident würde in einer solchen Situation in seiner Siegerrede sagen: Ich werde Präsident aller Amerikaner sein. Was sagen Sie zu den Ausschussmitgliedern?

Ich reiche Ihnen die Hand. Herr Krauße tritt zwar jetzt aus dem Amtsauschuss zurück aus persönlichen Gründen. Für ihn rückt Christina Wartenberg nach. Ich finde es schön, dass jetzt eine Frau im Amtsausschuss sitzt. Allen drei Gemeinden und dem Amtsausschuss möchte ich sagen, dass ich mir eine konstruktive Zusammenarbeit wünsche. Nur so können wir etwas voranbringen.

Was möchten Sie voranbringen?

Die energetische Sanierung der Wusterwitzer Grundschule steht an. Wir haben ein erstes positives Votum bekommen über 225 000 Euro aus dem Leader-Fördertopf für die Schule. Die Gemeinde Wusterwitz muss 100 000 Euro Eigenmittel dazugeben. Sie hätte es wirklich nicht aus eigenen Kräften stemmen können. So eine Komplettsanierung ist ja doch eine Investition.

Es war eine der größten Summen bei der Vorstellung der Leader-Anträge vor ein paar Wochen. Wann soll die Sanierung beginnen?

Bis zum 30. November müssen wir alles eingereicht haben für die Beantragung der Fördergelder. 2018 wollen wir beginnen und auch fertig werden. Gebaut wird nur in den Schulferien, wenn die Klassenräume leer sind. Wir haben aber auch weitere Projekte vor.

Welche?

Für 55 000 Euro gibt es einen neuen Spielplatz in der August-Bebel-Straße in Wusterwitz.

Wie wollen Sie das Amt Wusterwitz familienfreundlich aufstellen?

Die Erweiterungsbauten beider Kitas sind besonders wichtig. Die Wusterwitzer Kita erhält einen 70 Quadratmeter großen Anbau für 140 000 bis 150 000 Euro, die Bensdorfer Kita für mindestens 80 000 Euro eine 40 Quadratmeter große Erweiterung.

Wie viele Kinder werden dort betreut?

In Wusterwitz gibt es 135 Plätze. Mit Ausnahmegenehmigung sind es jetzt 155 Jungen und Mädchen. Diese Zahl wird dann den festen Plätzen entsprechen. Die Bensdorfer Kita bietet 35 Plätze, mit Ausnahmegenehmigung sind es dort derzeit 43. Wir wollen dort künftig 35 feste Plätze haben. Durch die Anbauten werden die Arbeitsbedingungen für die Erzieher besser und das ist natürlich auch gut für die Kinder.

Wie sind die Perspektiven der Kindergärten?

Vor Jahren hieß es, die Bensdorfer Kita müsse 2019 schließen und die Wusterwitzer Kita habe Überkapazitäten und müsse die Plätze reduzieren. Nun wurde die Kitabedarfsplanung vom Jugendamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark überarbeitet. Wir können hoffen, dass junge Familien nach Wusterwitz ziehen. Es freut mich auch vor allem für Bensdorf, dass wir da jetzt mit 35 Kindern fest weitermachen können.

Von der Sparkassenchefin zur Amtsdirektorin

Die neue Wusterwitzer Amtsdirektorin Ramona Mayer ist gebürtige Brandenburgerin. Die studierte Diplom-Betriebswirtin lebte fast 24 Jahre in Wenzlow, bevor sie nach Wusterwitz zog. Dort lebt sie seit 28 Jahren.

Studiert hat sie im thüringischen Apolda und an der Fachhochschule Brandenburg. Fast zwölf Jahre war Ramona Mayer die Geschäftsstellenleiterin der Sparkasse Wusterwitz.

Die 52-Jährige ist verheiratet und Mutter einer erwachsenen Tochter.

Müssen Sie neue Erzieher einstellen?

Nein, durch den Betreuungsschlüssel haben wir jetzt 20 Erzieherinnen in Wusterwitz und in Bensdorf vier, sowie eine Auszubildende. Wir haben eine normale Fluktuation und da Erzieher in Rente gehen, haben wir schon laufend eingestellt. Wir halten immer das notwendige pädagogische Personal vor.

Steht eine Rentenwelle, wie es sie im Land Brandenburg vor ein paar Jahren bei den Lehrern gab, in der Wusterwitzer Verwaltung oder bei den Erziehern an?

Nein, die haben wir hinter uns. Es ist sehr gemischt, die Erzieher sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Bei den 17 Mitarbeitern der Verwaltung ist es ähnlich.

Welche Personalpolitik wollen Sie als Rathauschefin einführen?

Ich werde mit allen Mitarbeitern der Amtsverwaltung Einzelgespräche über ihre Perspektiven und Wünsche führen. Wir hatten eine kurze Beratung gleich zu Beginn meiner Einführung. Die Mitarbeiter hatten den Wunsch, dass sie um 6.30 Uhr anfangen können.

Das ist ja unfassbar früh?

Ich kann es verstehen. Es hilft jenen, die Kinder haben. Ein Mitarbeiter kommt auch aus Sachsen-Anhalt, dem Land der Frühaufsteher.

Und, machen Sie es jetzt?

Ja, ab Juli werden wir donnerstags schon ab 7.30 Uhr für die Bürger da sein. Wir probieren, ob der frühe Beginn angenommen wird. Ich denke schon. Es sind ja viele, die vor der Arbeit mit dem Zug irgendwohin müssen und so vorher etwas im Amt erledigen können. Bisher haben wir dienstags und donnerstags erst ab 9 Uhr geöffnet.

Ist dann früher Schluss?

Nein, erst um 15 Uhr.

Das Amt hat nur zwei Tage die Woche geöffnet. Reicht das?

Nach Vereinbarung kann man seine Dinge auch an einem anderen Tag erledigen. Wir arbeiten natürlich an jedem Tag in der Woche (lacht).

Was planen Sie im Straßenbau?

Wir brauchen unbedingt Gehwege in Viesen, um die Situation für Fußgänger dort sicherer zu machen. Eine sanierte Ortsdurchfahrt würde auch dem Ortsbild gut tun. Ich hoffe, dass es bis 2021/2022 passiert. Es ist abhängig davon, wann der Kreis die Straße saniert. In Rogäsen sind Gehwege am Dorfgemeinschaftshaus in Planung. In Zitz muss die Gemeinde entscheiden über den dritten Bauabschnitt rund um die Kirche.

Von Marion von Imhoff

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