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Ideenschmiede für familiengerechte Gemeinde

Stahnsdorf Ideenschmiede für familiengerechte Gemeinde

Gemeinde strebt Zertifizierung an und lädt ihre Einwohner zur Mitarbeit ein. In einem Workshopverfahren im März, das auch World Café genannt wird, können sie ihre Vorschläge zur Verbesserung der Bedingungen in Stahnsdorf einbringen.

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Werbung für das World Café: Bürgermeister Bernd Albers und Fachbereichsleiterin Anja Knoppke vor dem Veranstaltungsort

Quelle: Stephan Laude

Stahnsdorf. Jetzt sind die Bürger am Zug: Das Anfang 2016 begonnene Auditverfahren „Familiengerechte Kommune“ startet am 11. März in die nächste Phase. Dann sind alle Einwohner von 14 bis 17 Uhr in die Grundschule „Heinrich Zille“ eingeladen, um sich in Form eines sogenannten World Cafés – einer Workshop-Methode – mit eigenen Ideen an dem Projekt zu beteiligen und Vorstellungen einzubringen.

Der Begriff „Familienfreundliche Kommune“ wird in Stahnsdorf sehr weit gefasst. Mit Familie sei nicht nur die klassische Mutter-Vater-Kind-Familie gemeint, sagte Anja Knoppke, Fachbereichsleiterin Soziales, am Mittwoch bei der Vorstellung des Projektes. Es gehe zum Beispiel auch um die Senioren. Entsprechend vielfältig sind die Themen, die beim „Stahnsdorfer World Café“ behandelt werden sollen. Als Schwerpunkte werden die Bereiche „Wohnumfeld und Lebensqualität“ sowie „Senioren und Generationen“ bearbeitet. Einzelne Aspekte betreffen dann Kultur, Freizeit und Begegnung, Wohnraum und Wohnen, öffentlicher Nahverkehr und Nahversorgung, älter werden und jünger sein in Stahnsdorf. Die moderierte Diskussion soll an mehreren Tischen erfolgen, die im Rotationsprinzip besetzt sind. Zum Abschluss der Veranstaltung werden die Ergebnisse auf einer Schautafel präsentiert.

Mit der damit eingeleiteten Beteiligungsphase sollen nach den Vorstellungen der Gemeindeverwaltung einerseits Ideen für den Dialog zwischen Politik und Bürgern gesammelt, andererseits die Bürger „mitgenommen“ und Bedarfe erkannt werden. „Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt, und hoffen auf viele Teilnehmer, denn die Menschen sollen ihren Ort aktiv mitgestalten“, sagte Bürgermeister Bernd Albers (BfB). Bis zum Sommer wollen Verwaltung, Fraktionen, Kitas, Schulen, Vereine und Organisationen, Zielvereinbarungen erarbeiten. Diese fassen die Handlungsfelder und die von den Bürgern im „World Café“ herausgearbeiteten Ideen so zusammen, dass ein Beschluss der Gemeindevertretung zur Bestätigung der Zielvereinbarungen möglich wird.

Im zweiten Halbjahr wird dann ein unabhängiges Gremium des in Bochum ansässigen und bundesweit aktiven Trägervereins „Familiengerechte Kommune“ die Ergebnisse seit Beginn des Prozesses begutachten. An dessen Ende stünde dann die Zertifizierung der Gemeinde für drei Jahre, in denen die Kommune über Erfolge und Fortschritte, aber auch Herausforderungen und Ansätze zu deren Lösung berichtet.

Im Land Brandenburg durften beziehungsweise dürfen sich nach Angaben von Robert Fechner, Fachbereichsleiter Kultur in Stahnsdorf, bisher zwei Kommunen mit dem angestrebten Titel schmücken: Hennigsdorf hatte das Zertifikat bis Juni 2016, für Oranienburg gilt es noch bis Juni 2018. Nach drei Jahren stehen die Kommunen vor der Entscheidung, das Zertifikat zu verlieren oder eine Bilanz-Auditierung vorzunehmen und das Zertifikat zu bestätigen. Hintergrund der Zertifizierung ist nicht zuletzt, dass für viele Menschen Familiengerechtigkeit bei der Auswahl des Wohn- und Arbeitsortes ein wichtiges Kriterium ist. Nach Erkenntnissen des Trägervereins gelten Kommunen mit dem Zertifikat aber auch bei Unternehmen als besonders attraktiv.

Wie Anja Knoppke sagte, können Kinder, deren Eltern sich am „Stahnsdorfer World Café“ beteiligen, während der Veranstaltung betreut werden. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit zum Malen und Basteln.

Info: „Stahnsdorfer World Café“, Sonnabend, 11. März, 14 bis 17 Uhr, Aula der Heinrich-Zille-Grundschule, Friedrich-Naumann-Straße 74.

Verein Familiengerechte Kommune

Der Verein Familiengerechte Kommune wurde nach einer Pilotphase im März 2011 von Vertretern der Bertelsmann-Stiftung und der Ruhr-Universität Bochum gegründet.

Hauptamtliche Geschäftsführerin ist die diplomierte Sozialarbeiterin und Betriebswirtin Beatrix Schwarze.

Zweckbestimmung des Vereins ist die Auditierung von Kommunen und Kreisen als „familiengerecht“. Ein Audit untersucht, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien geforderte Standards erfüllen.

Beim Audit können sich Kommunen oder Kreise nicht um einen Preis bewerben. Es ist also nicht vergleichbar mit dem brandenburgischen Landeswettbewerb „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“.

Der Verein will mit seiner Arbeit einen Beitrag zur Stärkung der Familiengerechtigkeit in Deutschland leisten.

Kontakt: info@familiengerechte-kommune.de

Von Stephan Laude

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