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Illegaler Müll verschwindet später

Neuendorf Illegaler Müll verschwindet später

Die Entsorgung und der Abriss der Fläming-Sortieranlage in Neuendorf bei Niemegk wird bis 2019 gestreckt. Ursprünglich sollten die Berge von rund 70 000 Tonnen illegal gelagerten Mülls zum Jahresende komplett verschwunden sein. Doch lief erst jetzt die Ausschreibung der Spezialarbeiten an. Startschuss für den ersten Abschnitt soll nun im Herbst sein.

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Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling (3. v. l.) hofft seit Dezember, dass die Neuendorfer Müllberge schnell verschwinden.

Quelle: Foto: Th. Wachs

Neuendorf. Eigentlich sollten Bagger schon seit März kräftig schaufeln und Lastwagen die illegalen Hinterlassenschaften der einstigen Müll-Sortieranlage in Neuendorf bei Niemegk längst abtransportieren.

Doch verschiebt sich der Start des zunächst mit Gesamtkosten von rund acht Millionen Euro kalkulierten Sanierungsprojektes nun voraussichtlich bis zum Herbst. Dabei sollten im Auftrag der Brandenburgischen Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) die riesigen Müllberge eigentlich schon bis zum Jahresende ganz verschwunden sein. Das hatte Brandenburgs Umweltminister, Jörg Vogelsänger (SPD), kurz vor dem Jahreswechsel medienwirksam bei einem Ortstermin angekündigt. Jetzt gehen die beteiligten Landesbehörden davon aus, dass die Entsorgung der seit fast 17 Jahren auf dem Gelände der einstigen Kartoffel-Sortieranlage lagernden Müllberge in mehreren Bauabschnitten bis zum Jahr 2019 erfolgen soll.

Nach Abriss soll Wald wachsen

Das Areal der Neuendorfer Kartoffel-Sortieranlage war nach der politischen Wende als „Fläming-Sortieranlage“ für Müll genutzt worden.

Die Betreiber überzogen die genehmigten Annahmemengen jedoch deutlich.

Kriminelle Geschäftemacher hatten riesige Müllmengen angenommen aber nie sortiert oder gar ordnungsgemäß entsorgt.

Die Entsorgung und der Abriss aller Gebäude erfolgen nun mit Steuergeld. Anschließend ist eine Wiederaufforstung geplant.

 

Denn erst jetzt im Mai konnte die Ausschreibung für die Arbeiten veröffentlicht werden. Anders als zunächst geplant, muss diese nun europaweit erfolgen. „Zur Vorbereitung waren umfängliche Unterlagen zu erarbeiten“, sagt Jens-Uwe Schade, der Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage der MAZ. Zudem habe die von Minister Vogelsänger am 28. Dezember übergebene Sanierungskonzeption „Fragen aufgeworfen, die im Landesamt für Umwelt zunächst geklärt werden mussten“. Dabei ging es unter anderem um weiteren Untersuchungsbedarf und mögliche Entsorgungswege, teilt Jens-Uwe Schade mit.

Müllberge in Neuendorf bei Niemegk

Müllberge in Neuendorf bei Niemegk.

Quelle: Thomas Wachs

Erst wenn am 2. August der Zuschlag an eine Entsorgungsfirma erteilt worden ist, könne festgelegt werden, welche Abfallmengen konkret in welchem Zeitraum beräumt werden können. Das hänge auch von Haushaltsmitteln ab. „Gegenstand des jetzt laufenden Vergabeverfahrens ist der erste Bauabschnitt 2017/18. In diesem sollen bis zu 21 000 Tonnen der insgesamt 70 000 Tonnen Abfälle beräumt werden“, sagt Jens-Uwe Schade.

Der Niemegker Amtsdirektor Thomas Hemmerling hofft, „dass dieses Jahr wenigstens noch die Reste des großen Müllbrandes verschwinden und die eingestürzte Halle abgerissen wird“. Konkrete Informationen zum völlig neuen Zeitplan erwartet der Verwaltungschef aus einem Gespräch bei Minister Vogelsänger. „Dazu sollen die örtlichen Vertreter demnächst eingeladen werden“, sagte Hemmerling diese Woche in der Sitzung des Amtsausschusses.

Rundgang mit Ministern über das Müll-Gelände

Rundgang mit Ministern über das Müll-Gelände.

Quelle: Thomas Wachs

Immerhin hat die Gemeinde Rabenstein/Fläming ihre Hausaufgaben längst gemacht. Voriges Jahr erwarb sie das 3,2 Hektar große Gelände in Neuendorf vom Geschäftsführer der Firma Deutsche Gleisrückbau-GmbH, dem es inzwischen wieder gehörte. Der Ankauf zum symbolischen Preis von einem Euro war Grundlage für den Einsatz des Geldes aus dem Landeshaushalt für die Sanierung des zuletzt als „Fläming-Sortieranlage“ genutzten früheren Landwirtschaftsbetriebes am Ortsrand.

Die Finanzierung des nun bis 2019 gestreckten Projektes sei gesichert, „soweit das bisher möglich ist“, sagt der Ministeriumssprecher: „Das für die Jahre 2017 und 2018 erforderliche Geld ist im Haushaltsplan bereits enthalten. Für die Jahre danach hat das MLUL entsprechende Vorsorge im Entwurf des Haushaltsplans getroffen. Das letzte Wort hat aber hier natürlich der Landtag als Haushaltsgesetzgeber“, sagt Jens-Uwe Schade.

Für Bürger und Lokalpolitiker ist die Situation um das Mülllager seit jeher ein großes Ärgernis. Dort gab es im November und Dezember 2011 zwei mehrtägige Großfeuer.

Von Thomas Wachs

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