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Im Einsatz für heimisches Obst und Gemüse

MAZ zu Hause ... in Werder Im Einsatz für heimisches Obst und Gemüse

Seit fast 140 Jahren engagiert sich der Werdersche Obst- und Gartenbauverein für den guten Ruf der Produkte aus den heimischen Gärten. Für die Bauern war es nicht immer leicht. Mittlerweile wird Werder aber wieder automatisch in einem Atemzug mit Obst und Gemüse aus der Region genannt. Schuld daran ist auch die Arbeit des Vereins.

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Walter Kassin in der Kirschplantage, die er in den 1970er-Jahren selbst mit angepflanzt hatte.
 

Quelle: Fotos: Gabbert, Stähle

Werder.  Der Obstbau und Werder sind seit jeher unzertrennlich. Seit fast 140 Jahren setzt sich der Werdersche Obst- und Gartenbauverein dafür ein, den Ruf der regionalen Erzeugnisse zu schützen und nach neuen Marktkonzepten zu suchen. Das sei gestern wie heute die Kernaufgabe, sagt der Vereinsvorsitzende Walter Kassin (72). Mit einem neuen Konzept hat der Verein 2015 den Frische- und den Wochenmarkt in Werder übernommen. Am 8. April beginnt die neue Saison.

Kassin hat 2014 den Werderschen Obst- und Gartenbauverein mit 14 Mitgliedern übernommen. Aktuell zählt die Gemeinschaft 25 Vollmitglieder, elf Fördermitglieder und 21 Ehrenmitglieder. 1996 knüpften acht Werderaner Obstbauern mit der Neugründung des Vereins an die 1878 begonnene Geschichte an. Zuvor haben die Obstbauern in der Blütenstadt einiges durchmachen müssen, wie Kassin berichtet. Vor der DDR-Zeit gab es etwa 100 Betriebe, die in verschiedenen Teilen Werders, je nach geografischer Ausrichtung, Ländereien besaßen. Zu DDR-Zeiten wurden sie dann zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen, einige Obstbauern wehrten sich dagegen. „Nach der Wende sind die Betriebe wieder auseinander dividiert worden, viele hatten keine eigenen Ländereien mehr und standen vor der Herausforderung, den Betrieb neu aufzubauen“, erzählt Kassin. Er selbst entschied sich dagegen, schloss nicht an die Tradition des Vaters an und ging stattdessen in die Politik. Viele Betriebe gaben auf.

Obstbau in den alten Gärten betreuen

Doch die Nachfrage nach frischem Obst und Gemüse aus der Region war da. Selbst die Berliner kamen wieder nach Werder, bis sie bemerkten, dass die Obstbauern auch auf ihren Märkten in Berlin vertreten waren. Daraufhin erlebte der Frischemarkt auf dem Strengfeld ein Tief. „Wir mussten lange dafür kämpfen, dass der Obstbau zum Tourismusfaktor wird“, sagt Kassin.

Zudem fühlt sich der Verein auch dazu verpflichtet, den Obstbau in den Gärten zu betreuen. Die vier Schuffelgärten am Galgenberg in Werder sind mittlerweile zu einer Attraktion für Besucher geworden. Ziel soll es sein, den nachfolgenden Generationen einen Einblick in das Leben und Arbeiten ihrer Vorfahren zu geben. Am 20. August gibt es einen Tag der offenen Tür am Galgenberg. Großen Andrang erfährt auch der Obstbauschnittkurs. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mittlerweile so breit aufgestellt sind“, verrät Kassin.

Neues Verkostungsmodell bei der Vergabe der Goldenen Kruke

Zu den Highlights gehört natürlich auch die Prämierung des besten Obstweins mit der Goldenen Kruke vor dem Baumblütenfest. In diesem Jahr gibt es eine neue Form der Verkostung. „Die Proben werden sortenweise auf den Tisch gestellt und jedes Jurymitglied kostet 20 bis 25 Proben allein und bewertet anschließend“, so Kassin. Dadurch falle zwar das gemütliche Zusammensitzen weg, aber die Jury könne sich so besser konzentrieren.

Gemeinsames Auftreten

Mitte des 19. Jahrhunderts drohte den Werderschen, vom Markt verdrängt zu werden. Immer mehr billiges Obst und Gemüse aus begann den Markt in Deutschland zu überschwemmen.

Mit dem Ziel, gemeinsam aufzutreten , wurde am 25. September 1878 der Obstbau-Verein Werder gegründet. Einheitliche Werbung, verbesserter Anbau und gründliche Ausbildung waren Hauptanliegen.

Zu den Mitgliedern des Vereins zählen unter anderem der Obsthof Lindicke, Obsthof Deutscher, der Biohof Werder, Gartenbau Thomas Giese, die Gärtnerei Gentz und der Werderaner Tannenhof.

Von Luise Fröhlich

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