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Potsdam-Mittelmark Im Kino gab’s den ersten Kuss
Lokales Potsdam-Mittelmark Im Kino gab’s den ersten Kuss
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06:25 21.04.2017
Aus dem „hässlichen Entlein“ der vergangenen Jahre ist ein schöner Schwan geworden: Das Landhotel Diana steht am Eingang zur Teltower Altstadt. Quelle: kkh
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Teltow

„Fast jeder, der zu uns kommt, hat eine Verbindung zum Haus. Erst gestern hat eine Dame erzählt, dass sie hier im Kino den Film Titanic gesehen hat“, berichtet Kathrin Franell, Geschäftsführerin des Teltower Landhotels Diana, das Ende 2016 im ehemaligen Diana-Kino eröffnet hat. „Andere berichten von ihren Jugendweihen im Haus oder Lehrerinnen von Schulaufführungen mit ihren Klassen. Paare haben sich im Kino das erste Mal geküsst und Jüngere erzählen von E.T., Dirty Dancing und den langen Warteschlangen.“

Mit diesem Anblick des verfallenen Kinos mussten die Teltower und ihre Gäste viele Jahre lang leben. Quelle: MAZ/Archiv

Auch auf den Biergarten wird Franell angesprochen und so sei sie schon gespannt, wie dieser im Sommer von den Gästen, die in erster Linie aus Teltow und der Region bis nach Mahlow und dem Süden Berlins kommen, angenommen werde. Die ersten sitzen jedenfalls schon jetzt mal mit Decken draußen, wenn die Sonne scheint. „Es ist Retro – die Leute, die reinkommen, sagen, es ist wie eine Wiederauferstehung und das freut uns natürlich, dass wir es so getroffen haben.“

Auf der Eiskarte werden traditionelle Diana-Klassiker zu finden sein. Für den Schweden- und den Schwarzwald-Kirsch-Becher wurden Franell die Originalrezepte verraten. Damit und mit einem alten Bild des „Café Diana“ auf der Karte werde verstärkt der Bezug zur Vergangenheit hergestellt. „Das Haus ist ja ein altes Eiscafé“, so die 44-Jährige, die jede Menge Ideen hat. „Demnächst haben wir hier eine Vitrine für unsere selbst gemachten Kuchen“, erzählt sie. „Dann kann man richtig Kaffee und Kuchen zelebrieren.“

Kathrin Franell (44) leitet das Landhotel. Im Winter sollen auch wieder Filme gezeigt werden. Quelle: kkh

Bereits im Februar wurden zudem die Events gestartet, so war der Bäketaler Karnevalsverein zwei Mal im Haus und der irische Abend am St. Patrick’s Day war innerhalb einer Woche ausverkauft. Festtagsbrunchs mit Live-Musik, ein Artistik-Event, Konzerte oder Sommer-Barbecues sind geplant. Der Sonntagsbrunch sei „von Beginn an ein Klassiker“, freut sich Franell, 120 bis 140 Gäste seien jedes Mal im Saal. Eher in der Winterzeit darf das Diana dann auch wieder mal zum Kino werden – Filme sollen gezeigt werden. Aber die Teltower sollen auch selber sagen, mit welchen Filmen sie in Verbindung stehen, betont die Betreiberin, die selber an Streifen wie „Das Doppelte Lottchen“ oder eine Edgar-Wallace-Nacht denkt.

Auf die Frage, ob sie immer im Haus sei, lacht Franell und antwortet: „Ja!“ Sie habe auch stets den Rundumblick. „Der Gast ist wichtig. Ich bin gerne ein Gastgeber. Wenn die Atmosphäre gut ist, bleiben Sie auch sitzen. Natürlich sind Kuchen, Kaffee und Steak auch wichtig – aber wenn die Atmosphäre nicht gut ist, kommen Sie nie wieder.“ Und für Jugendliche, versichert sie, gebe es auch Pommes und Schnitzel. „Der Gast ist hier König – und das darf er auch sein.“

Johannes Riedel gibt den Desserts den letzten Schliff. Die Diana-Küche gibt sich regional. Quelle: kkh

Die Geschäftsführerin setzt auf ihr Team, das derzeit aus zehn Festangestellten und Servicekräften besteht, die am Wochenende aushelfen, mischt aber selber überall mit. Um alles zu verstehen, macht sie auch Housekeeping oder Service. „Das macht die Seele des Hauses aus“, ist sie überzeugt. „Nur die Küche – die ist wirklich Profilbereich. Da kann ich eine Erdbeere auf die Grütze obendrauf legen, aber das ist nicht wirklich eine Hilfe.“ Die Gäste loben die Gastronomie, sagt Franell stolz, und ergänzt überzeugt: „Zu Recht!“ Alles werde frisch zubereitet, keine Convenience-Produkte genutzt. „Frisch und regional – das war unsere Herzensangelegenheit, das bleibt so und wird auch gut angenommen.“ Um künftig unabhängiger von Lieferanten zu sein, hat das Diana jetzt außerdem ein Stück Land in Mahlow erworben um eigenes Gemüse und Beeren anzubauen.

Ist das jetzt ihr Leben, für immer? „Zumindest für die nächste Zeit – auf alle Fälle möchte ich es erst mal weiterführen. Wenn ich Dinge mit Herz mache, dann bin auch sehr beständig, denn dann ist es keine Arbeit, sondern Seele.“ Klar käme das Privatleben derzeit zu kurz, aber das bekomme sie gut in die Balance. Gastgeberin sei sie jedenfalls auch noch außerhalb ihres Betriebes gerne – ganz falsch kann das Konzept also nicht sein.

Von Konstanze Kobel-Höller

Der Kreisverband Potsdam-Mittelmark der Linken ist in Sorge um den Weltfrieden. Er sammelt daher Unterschriften und Argumente für die Abrüstung. Außerdem initiiert er Beschlüsse in Stadt- und Gemeindeparlamenten weit über Fläming und Havelland hinaus.

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