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Potsdam-Mittelmark Im Schnellgang durch die Ortsgeschichte
Lokales Potsdam-Mittelmark Im Schnellgang durch die Ortsgeschichte
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18:11 10.07.2016
Foto: Julian Stähle
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Saarmund

So schnell können 800 Jahre vergehen: Saarmund erlebte am Samstag eine Geschichtsstunde der besonderen Art, die zeitlich die Länge eines Fußballspiels hatte. Man könnte auch sagen: Saarmunds Geschichte war zwei Kilometer lang, bunt und voller Überraschungen – beim Festumzug, bei dem die Historie dem Publikum am Straßenrand im Schnelldurchlauf, mit Witz und Detailfreude dargeboten wurde. Für deren Darsteller gab es Szenenapplaus. 350 Menschen wirkten beim Festumzug zum 800-jährigen Bestehen des Ortes mit, um in 27 Bildern zu zeigen, was seit der Ersterwähnung Saarmunds 1216 bis heute passiert ist.

Saarmund, 9. Juli 2016 – 800 Jahre Saarmund, wenn das kein Grund zum Feiern ist! Ihr Jubiläum begingen die Saarmunder mit einem großen historischen Festumzug.

Da spielten zum Beispiel Schwester Berta, die sich einst um Kranke kümmerte und beim Festumzug mit Schwalbe fuhr, genauso eine Rolle wie Raubritter, die vor 600 Jahren Dank einer Geheimwaffe von der Nutheburg vertrieben werden konnten. Die „faule Grete“, von der die Rede ist, passte zum Festumzug in einen Handwagen des Geschichtsvereins, dessen Akteure den Streifzug in die Historie anführten. Als Saarmunder Burgherren und -damen der Hohenzollern erinnerten sie an die „faule Grete“. „Das war eine der ersten Kanonen. Die konnte nur drei Mal am Tag schießen und hieß deshalb ’faule Grete’“, sagte Angela Schneider vom Geschichtsverein.

Trotzdem eroberten die Burgherren mit ihrer Hilfe Saarmunds Burg von den Quitzows zurück. Auch das einst mächtige Adelsgeschlecht marschierte mit. Unter den Ritterrüstungen der gefürchteten Brüder von Quitzow steckten Martin und Fridolin Kühn. Den Titel „Raubritter“ verdienten sich die Quitzows einst, indem sie zahlreiche Fehden anzettelten und sich nahmen, was sie kriegen konnten – auch Saarmunds inzwischen verschollene Burg, die sich auf dem Areal der früheren Gärtnerei Büdke befunden haben soll. Der Umzug startete an der Straße „Kolonie“, wo sich 1750 die vom König gerufenen Kolonisten aus Sachsen niederließen. Gespielt wurden sie von Anwohnern, die heute in der Straße leben. Die Leute aus der Alleestraße erinnerten wiederum an den Weinanbau in Saarmund. Vor dem Dreißigjährigen Krieg sollen 120 Tonnen Wein im Jahr gekeltert worden sein.

Tradition, die bis heute währt, hat der Friseursalon Herrmann zu bieten, der 2019 hundert Jahre alt wird. Ingrid Herrmann, die seit 1958 im Geschäft ist, erinnerte mit ihrem Salonwagen an den Saarmunder Heiratsmarkt, der Mägden und Burschen jeden ersten Donnerstag im Monat in den Lokalen die Chance bot, den Mann oder die Frau fürs Leben zu finden. Schon 103 Jahre alt ist der Familienbetrieb Müller. Auf dem Wagen beim Umzug schmiedete der Nachwuchs – Erik (9) und Leon (10), die Enkel von Firmenleiter Helmut Müller. Als Leon vom Wagen stieg, zeigte er seine schwarzen Hände. „So sehen Schmiede aus“, sagte sein Opa.

Jubiläumsfest in Saarmund

Zum Festwochenende ist ein Fließenrelief in der Saarmunder Grundschule übergeben worden. 60 Fließen, die zum Relief vereint wurden, hatten Schulkinder mit Hilfe der Töpferin Andrea Soika gestaltet. Von der ersten Fließe mit dem Ortseingangsschild bis zur letzten mit dem Ortsausgangsschild sind Geschichten und Wahrzeichen Saarmunds festgehalten. Das Fließenrelief hängt im Schulfoyer, haltbar ist es 800 Jahre, sagte Initiatorin Elvira Schmidt.

Bereits am Freitagabend wurden bei der Festveranstaltung zwei Saarmunder mit dem Eintrag ins Goldene Buch geehrt. Ins Ehrenbuch der Gemeinde Nuthetal trugen sich Magdalena Grahl ein, die viele Jahre Ortschronistin war, und Karl Pradel, der zu DDR-Zeiten die Baukommission im Ort leitete und wichtige Saarmunder Projekte mit auf den Weg brachte – etwa den Bau von Feuerwehr, Kita und Schule.

Von Jens Steglich

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