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Immer mehr Kinder – Orte rücken zusammen

Borkheide/Borkwalde Immer mehr Kinder – Orte rücken zusammen

Die Waldgemeinden machen aus der Not eine Tugend. Weil es in Borkheide und Borkwalde immer mehr Nachwuchs gibt, stimmen sie die Investitionen für Tagesbetreuung und Schulerweiterung miteinander ab. Der Bedarf ist gewaltig.

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Bolzerei auf dem Hof der Hans-Grade-Grundschule in Borkheide. Auf dem Gelände der Bildungsstätte wird der Platz allmählich knapp.

Quelle: Andreas Trunschke

Borkheide/Borkwalde. Die Kitas in beiden Orten und die Hans-Grade Grundschule Borkheide sind praktisch voll. Deshalb werden seit einiger Zeit hier wie da Erweiterungspläne geschmiedet. Um sie tatsächlich realisieren zu können, machen die Waldgemeinden aus der Not eine Tugend und stimmen ihre Vorhaben miteinander ab.

Demnach konzentriert sich die Gemeinde Borkheide in Zukunft voll und ganz auf die Entwicklung des Schulstandortes. Mehr als 200 Erst- bis Sechstklässler – die Mehrheit aus Borkwalde – lernen dort inzwischen. Gerade ist eine Ausschreibung für den Innensanierung des Dachgeschosses im Hortgebäude gestartet worden. Die Erneuerung von Elektro-, Sanitär- und Heizungsanlagen soll 2018 stattfinden. Nach Klärung von Eigentums- und Finanzierungsfragen sind weitere Um- und Anbauten bis hin zur Errichtung einer neuen Turnhalle. Das kostet mehrere Millionen Euro.

„Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist es jedoch utopisch, dass die Kommune als Schulträgerin auch noch den Bedarf an Kindertagesstättenplätzen in vollem Umfang decken kann“, sat Sozialamtsleiter Lars Nissen. Deshalb sei vereinbart, dass die Gemeinde Borkwalde solidarisch zur Seite steht und nötigenfalls so viele Angebote schafft, dass hinreichend Vorschulkinder aus dem Nachbarort mit aufgenommen werden könnten.

Die Verwaltungsspitze des Amtes Brück sowie die Bürgermeister Andreas Kreibich (SPD) aus Borkheide und Renate Krüger (Linke) aus Borkwalde haben sich genau darauf verständigt. Als die Abgeordneten beider Ortsparlamente dieser Tage über die Absprachen in Kenntnis gesetzt wurden, regte sich zumindest kein Widerspruch. Das über fünf bis zehn Jahre abzustimmende Vorgehen soll noch in einer gemeinsamen Sitzung der Gemeindevertretungen Borkheide und Borkwalde besprochen werden – wohl im ersten Quartal 2018.

Baugleiche Tagesstätten

Die Kitas Borkheide und Borkwalde sind baugleich und wurden nach der Wende errichtet. Sie sind für 96 Kinder konzipiert. Vor einigen Jahren, als nur noch rund 60 Kinder die Einrichtungen besuchten, wurde eine Senkung der Kapazität beschlossen, jetzt wieder eine Erhöhung. Jeweils 100 Kinder dürfen die beiden Kitas besuchen.

In die Hans-Grade-Grundschule Borkheide wurden in diesem Jahr 34 Jungen und Mädchen eingeschult. Damit besuchen 208 Kinder die Bildungsstätte. Folglich ist das Kollegium so groß, dass zum ersten Mal mit Sabrina Klewitz wieder eine stellvertretende Direktorin gibt.

Die Angebote des Hortes werden von 170 Kindern genutzt.

Unberührt von den Abstimmungen bleiben die Vorhaben, die längst auf dem Wege sind. So greift ab sofort für die Tagesstätten „Regenbogen“ Borkwalde und „Sonnenschein“ Borkheide die Aufstockung der Kapazität auf jeweils 100 Plätze, zehn Prozent mehr als bisher. Daneben gibt es schon konkrete Planungen vom Treuenbrietzener Ingenieurbüro Paul und Störmer für den Anbau in der Tagesstätte Borkheide. Räume für weitere 20 Kinder sollen bis 2019 entstehen – möglichst mit der neuen 90-Prozent-Förderung des Bundes.

Mindestens ein weiterer Neubau ist in Borkwalde vorgesehen. Die Gemeinde möchte die Kita im Begegnungszentrum unterbringen. Von der Berlin-Brandenburgischen Entwicklungsgesellschaft gibt es Unterstützung. Sie verspricht sich davon, ihr 150-Hektar-Areal an der Holzhaussiedlung besser vermarkten zu können. Bestenfalls mit einem EU-Zuschuss. Nicht zuletzt besitzt die Kita-Sternchen-gGmbH aus Berlin ein Grundstück am Astrid-Lindgren-Platz, das ebenfalls diesem Zweck dienen könnte.

Dass die Angebote gebraucht werden, wird nirgendwo in Zweifel gezogen. Rund 60 neue Plätze sind laut Kitabedarfsplan des Landkreises für die beiden Waldgemeinden bis 2020 prognostiziert. Steigende Geburtenrate, anhaltender Zuzug und neuerdings zumindest teilweise Befreiung von Betreuungsbeiträgen deuten darauf hin, dass es noch mehr Nachfrage geben wird.

Von Andreas Koska

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