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Immer mehr Kranke im Landratsamt

Drastischer Anstieg der Ausfälle in Kreisverwaltung Immer mehr Kranke im Landratsamt

Stress? Überstunden? Leistungsdruck? Immer mehr Mitarbeiter der Kreisverwaltung von Potsdam-Mittelmark fallen offenbar immer länger aus. Die Zahl der Langzeitkranken ist in den zurückliegenden Jahren drastisch angestiegen. Allein von 2010 zu 2011 summierten sich die Fälle von 81 auf 114.

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Quelle: dpa

Bad Belzig. Stress? Überstunden? Leistungsdruck? Immer mehr Mitarbeiter der Kreisverwaltung von Potsdam-Mittelmark fallen offenbar immer länger aus. Die Zahl der Langzeitkranken ist in den zurückliegenden Jahren drastisch angestiegen. Allein von 2010 zu 2011 summierten sich die Fälle von 81 auf 114. Im vorigen Jahr waren dann schon 127 Beschäftigte länger als sechs Wochen arbeitsunfähig geschrieben. Das sind Fakten, die aus den Personalberichten der Verwaltung hervorgehen.

Doch woran liegt die deutliche Zunahme der Zahl der Langzeitkranken? Und weswegen fallen die Betroffenen aus? Fragen, auf die im Landratsamt offenbar Ratlosigkeit herrscht. "Wir wissen es nicht", sagte Verwaltungssprecherin Andrea Metzler auf Anfrage der MAZ. Über die Art der Krankheiten dürfe wegen des Datenschutzes keine Angabe eingeholt werden. "Darüber führen wir auch keine Statistik", erklärte Metzler. Und über die Ursachen könne man nur spekulieren.

Ein naheliegender Grund des Anstieges der Fallzahlen könne der relativ hohe Altersdurchschnitt der Verwaltungsmitarbeiter sein, sagte die Sprecherin. "Das ist aber nur eine Vermutung." Ebenso Spekulation sei die Zunahme von psychischen Erkrankungen, so Metzler. Laut den Statistiken mehrerer Krankenkassen ist die Zahl der Burnout-Fälle im Land Brandenburg erheblich angewachsen (die MAZ berichtete). Der Stressreport 2012 hatte ebenso für Aufsehen gesorgt.

Der Personalchef der Kreisverwaltung, André Köppen, war gestern nicht für die MAZ zu sprechen. Versagt möglicherweise sein so genanntes Gesundheitsmanagement? Mit großem Aufwand bietet das Landratsamt seinen Beschäftigten Gesundheitstage sowie Beratungen aller Art. "Die werden gut angenommen", berichtete die Personalratsvorsitzende Bärbel Zimmermann gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Auch sie sieht im hohen Altersdurchschnitt eine mögliche Ursache für den gewachsenen Langzeit-Krankenstand. "Nach unserer Wahrnehmung ist auch die psychische Belastung gestiegen", sagte sie. "Die Arbeitsverdichtung hat zugenommen, der Stress am Arbeitsplatz ist mehr geworden", so die Vertreterin der über 1000 Beschäftigten.

Alarmiert vom Anstieg der Zahlen ist auch die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Kreistag, Astrit Rabinowitsch (Die Linke). "Wir müssen die Ursachen dafür finden, sonst entsteht eine gefährliche Spirale", sagte sie. Die Arbeit werde auf die anderen Beschäftigten verteilt, die deswegen zunehmend unter Druck gerieten. "Das ist ein Teufelskreis", warnte Rabinowitsch.

Der hohe Krankenstand in der Verwaltung fällt besonders im Vegleich zur Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) auf. In dem kreiseigenen Betrieb waren voriges Jahr von rund 90 Beschäftigten gerade einmal zwei Mitarbeiter länger als sechs Wochen krank.

Von Hermann M. Schröder

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