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In Bad Belzig ist Wohnraum Mangelware

Konferenz der Linken In Bad Belzig ist Wohnraum Mangelware

In Bad Belzig ist bezahlbarer Wohnraum eine Mangelware. Deshalb hat Jan Eckhoff das Thema – nach der Entwicklung der Mobilität auf dem Lande – für die zweite Konferenz der Linken zur Ausgestaltung seines Wahlprogramms gewählt. Er ist deren Kandidat für die Wahl des Bürgermeisters in der Kur- und Kreisstadt am 25. September und sucht Lösungen.

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Linken-Politiker und Bürgermeister-Kandidat Jan Eckhoff (rechts) im Gespräch mit Steffen Tschiersch (links) und Udo Kunze (2. v. l.).

Quelle: privat

Bad Belzig. Wohnraum – bedarfsgerecht und bezahlbar – hat sich in Bad Belzig und Umgebung zur Mangelware entwickelt. Deshalb hat Jan Eckhoff das Thema – nach der Entwicklung der Mobilität auf dem Lande – für die zweite Konferenz der Linken zur Ausgestaltung seines Wahlprogramms gewählt. Er ist deren Kandidat für die Wahl des Bürgermeisters in der Kur- und Kreisstadt am 25. September.

Erwartungsgemäß seien vielschichtige Hintergründe zu beachten, wurde festgestellt. Dennoch sei konstruktiv versucht worden, sich der Problematik zu nähern, berichten Beteiligte. Unsicherheiten gebe es demnach sowohl ob des prognostizierten negativen Trends der Bevölkerungsentwicklung als auch bei der Verschiebung von Familien- zu Singlehaushalten, deren Anteil heutzutage bis zu 30 Prozent beträgt „Es ist die langfristige Aufgabe der Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, ihr Angebot angesichts des gesellschaftlichen Wandels bedarfsgerecht umzugestalten“, so Jan Eckhoff, „bei der die Kommune sie aber nicht alleine lassen darf.“

Udo Kunze, Geschäftsführer der Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog), kam angesichts des bekannten Sanierungsbedarfs auf die schwierige finanzielle Situation seines Unternehmens zu sprechen, die maßgeblich aus den Verpflichtungen der 90er-Jahre resultiert. So seien bis zu 60 Prozent der Monatseinnahmen für die Tilgung der LBS-Kredite vorgesehen. Angesichts der trotzdem notwendigen Ausgaben für Reparatur und Wartung wären Investitionen wie beispielsweise der Einbau von Fahrstühlen, welche insbesondere älteren Mietern die Erreichbarkeit von Wohnungen in höheren Stockwerken garantiere, derzeit nicht möglich. Förderanfragen wurden negativ beschieden.

Die Bereitstellung von Wachpersonal oder der Einsatz einer von Jan Eckhoff ohnehin geforderten weiteren Politesse für Bad Belzig könnten womöglich Mehrkosten für Beseitigung von Hundekot, Müllablagerungen und Graffiti senken. Eine Alternative, die freilich allseits wenig Euphorie auslöste. Der Bewog-Chef appelliert deshalb einmal mehr an die Mieter, mit für ein sauberes Wohnumfeld zu sorgen.

Die soziale Durchmischung von kostengünstigen Wohngegenden wie dem Klinkengrund, wo immerhin fast 2500 Bad Belziger zu Hause sind, müsse künftig auf der Tagesordnung stehen, um der Entstehung von Problemvierteln vorzubeugen, so der Kandidat. Die Erhöhung der vom Maia-Jobcenter übernommenen Unterkunftskosten seien eine Schlüsselkomponente, um sozial Schwächeren das Wohnen außerhalb des Klinkengrunds zu ermöglichen, lautete die Forderung an den Landkreis.

Vorsichtig optimistisch äußerten sich die Anwesenden, unter denen Steffen Tschiersch als Chef der Belziger Wohnungsgenossenschaft 1919 (ehemals GWG) war, zur Aufnahme ins Programm „Soziale Stadt“, welches in nächster Zeit im Wohngebiet Klinkengrund umgesetzt werden soll.

Von René Gaffron

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