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Erstmals Stimme für Europa

In Brück sind Kroatin und Holländer gute Nachbarn, Sonntag waren sie wählen Erstmals Stimme für Europa

Der Urnengang am Sonntag war für Lilyana Kunze eine Premiere. Sie ist Kroatin. Nach dem Beitritt ihres Heimatlandes im vergangenen Jahr durfte sie nun zum ersten Mal das Europäische Parlament mitwählen.

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Europäischer Treff in Brück: Kroatin Lilyana Kunze und Holländer Fred de Koning sind gute Nachbarn.

Quelle: Koska/Fröhlich

Brück. Die Resonanz war im Hohen Fläming allgemein höher als beim letzten Mal. Für die 67-Jährige besteht dazu ohnehin keine Frage. Vor drei Jahrzehnten zunächst nach Berlin gekommen, hatte sie dort meist in der Botschaft die Gelegenheit genutzt, ihre Stimme zu Wahlentscheidungen in Kroatien abzugeben. „Ich bin überzeugt, dass jede Stimme zählt. Und weil es mein Recht ist, zu wählen, mache ich davon Gebrauch“, sagt die Rentnerin. Einen deutschen Pass habe sie indes nie gewollt.

Im Planestädtchen, wohin Lilyana Kunze schließlich mit Ehemann Norbert zog, ist vor allem der Pyrenäenberghund Argus bekannt. Der Nachbar des Paares kommt indes aus den Niederlanden. Sie verstehen sich gut, wie die Begegnung am Gartenzaun belegt. „Ich weiß nicht warum, aber es war wohl das erste Mal, dass wir in Deutschland mitgewählt haben“, sagt der Vater von drei Kindern. Er freute sich, dass in Holland, wo die Wahl des EU-Parlamentes bereits am Freitag über die Bühne gegangen war, der Rechtspopulist Geert Wilders an Zuspruch verloren hat. Seit elf Jahren in Brück ansässig, ist ihm die Kommunalwahl nicht minder wichtig. „Da zählt die Person, nicht das Parteibuch“, sagt de Koning. „Ich sehe, wer sich engagiert und in der Kommune etwas bewirkt.“

Für Lilyana Kunze war der Wahltag mithin Anlass, ein wenig zu resümieren. Denn den Anschluss Kroatiens an die Europäische Union beurteile sie durchaus zwiespältig. „Ich befürchte, dass er nicht so viel besser macht, aber einiges teurer“, sagt die Politik interessierte Ruheständlerin. „Die Leute dort sind fleißig wie Bienen. Womöglich könnten sie sich selbstständig behaupten“, sind die Gedanken, die sie bei der Stimmabgabe begleitet haben.

Von Andreas Koska

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