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In Cammer rollen die Bagger an

Ortsdurchfahrt auf L 88 gesperrt In Cammer rollen die Bagger an

Mit weiträumigen Umleitungen leben müssen Kraftfahrer ab sofort für die Landesstraße 88 zwischen Brück und Golzow. Dieses und nächstes Jahr wird die Ortsdurchfahrt in Cammer unter Vollsperrung komplett saniert. Die Dorfbewohner freuen sich auf den lange ersehnten Ausbau der maroden Straße. Geschäftsleute fürchten jedoch auch Umsatzeinbußen.

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In Cammer wird ab sofort die Ortsdurchfahrt saniert.

Quelle: Andreas Koska

Cammer. Schilder künden schon seit Tagen davon. Jetzt sind auch Arbeiter mit ihren schweren Baumaschinen im 530 Einwohner zählenden Dorf Cammer angerückt. Die seit langem erhoffte Sanierung der Ortsdurchfahrt hat an einigen Nebenbauplätzen begonnen.

„Der eigentliche Anlass für den Ausbau ist die marode Straßenentwässerung“, betont Jürgen Franke. Der Dezernatsleiter Bau beim Landesstraßenbetrieb erläuterte den Anwohnern in dieser Woche den jetzt beginnenden ersten Abschnitt bei der Realisierung des Vorhabens. Das Land Brandenburg investiert demnach rund 500.000 Euro in die Arbeiten zwischen Bockwindmühle und Parkeinfahrt. „Die Gemeinde trägt nur einen recht geringen Anteil von 7000 Euro dazu bei“, erklärte der Chefplaner. Dabei handle es sich um die Reparatur eines Gehweges. Der Fachmann dämpfte ein wenig den vor Ort verbreiteten Optimismus, dass es eine Routinebaustelle werde und alles problemlos verlaufen müsse. „Im Bereich der Einmündung Kietzstraße müssen Archäologen tätig werden und die Wahrheit kommt erst zu Tage, wenn die Baugrube geöffnet ist“, sagte Franke vorbeugend.

Sanierung in zwei Bauabschnitten

Bisher ist geplant, die Sanierung in diesem Bereich am 13. November abzuschließen. In dieser Zeit werden Anlieger eine Umleitungsempfehlung im Dorf erhalten. Für den Durchgangsverkehr wird der Ort gänzlich gesperrt. Schon in Brück und Golzow soll auf die Sperrung aufmerksam gemacht werden. „Falls wir bemerken, dass der Durchgangsverkehr über die enge, für Lastwagen ungeeignete Umleitung rollt, werden wir die Polizei informieren und um Kontrollen bitten“, kündigte Johannes Reichert von der Firma Eurovia an. Sie hat den Auftrag erhalten. Der Bauleiter warb bei den Anliegern um Verständnis für Einschränkungen, die es in den nächsten Wochen geben wird.

Weiträumige Umleitungen

Die Umleitung in Richtung Brück ist während der Straßenbauarbeiten in Cammer von Golzow aus über Bad Belzig und die Bundesstraßen 102 und 246 ausgewiesen.

Kraftfahrer aus Brück, die in Richtung Brandenburg an der Havel unterwegs sind, sollten eine weiträumige Umfahrung zum Beispiel über die Autobahnen 9 und 2 einplanen. Denn auch die B 102-Ortsdurchfahrt Golzow ist wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich noch bis September gesperrt.

Die Arbeiten in Cammer sind allerdings nicht die letzten Straßenbauprojekte in der Region.

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten in Cammer soll die Sanierung der Bundesstraße  102 in Ragösen beginnen. Auch in Lüsse wird im Herbst an der Bundesstraße  246 gebaut.

Betroffen von den Arbeiten ist auch der Busbetrieb von Thomas Wetzel, die seine Betriebsstätte in der Kietzstraße hat. Auch die Schul- und Linienbusse werden die Umleitung nutzen müssen. Deshalb werden die Haltestellen verlegt. In Richtung Brück wird an der Gaststätte „Deutsches Haus“ und auf dem Rückweg in der Lehniner Straße beim Bäcker Wernitz gehalten. „Deshalb entfallen dort die Parkplätze“, teilte Bürgermeister Ulf Dingelstaedt mit.

Bürger haben Straßenbau lange erhofft

Bei der Bäckerei freut man sich dennoch - so wie im gesamten Dorf - über die Straßensanierung. Allerdings wird der Zeitraum der Bauarbeiten schon als Herausforderung interpretiert. „Viele unserer Kunden, vor allem LKW-Fahrer, halten kurz an, um bei uns einzukaufen. Diese Kunden werden uns fehlen Da auch die Parkplätze verschwinden, könnte es sein, dass weniger Einheimische bei uns einkaufen“, äußert Bäckermeister Toralf Wernitz seine Befürchtungen.

Die Anwohner der Umleitungstrecken haben andere Ängste. „Ein Tempolimit von 10 Kilometer je Stunde wäre dort angebracht“, sagte Jean Sternberg. Er hat eine kleine Tochter und fürchtet deshalb den stärkeren Verkehr vor dem Wohnhaus. Johannes Reichert versprach, diesen Wunsch an die Kreisstraßenbehörde in Werder/Havel weiterzugeben. Der Bauleiter rechnet damit, dass maximal die Begrenzung auf 30 Kilometer je Stunde angeordnet wird.

Nach Abschluss der Bauarbeiten in diesem Jahr, wird ab März 2016 im zweiten Bauabschnitt die restliche Ortsdurchfahrt saniert. „Die Leistungen werden gerade ausgeschrieben“, teilte Jürgen Franke mit. Spätesten Ende kommenden Jahres soll dann die gesamte Sanierung der Landesstraße 88 in Cammer vollendet sein.

Von Andreas Koska

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