Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Am Hasenkamp treiben es die Vermieter bunt
Lokales Potsdam-Mittelmark Am Hasenkamp treiben es die Vermieter bunt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:35 05.11.2018
Julia Bettermann (l.) und Jana Kübler von der Verwaltungsgesellschaft Nordost blicken von einem Balkon auf die Häuser der Hasenkamp-Siedlung in Lehnin. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Hausmeister Bernd Schroeter hat wieder einmal alle Hände voll zu tun. Er gibt Schlüssel aus. Für die Mieter in den neun Wohnblöcken in der Straße Am Hasenkamp ein weiteres Zeichen dafür, dass in ihrem Viertel ein frischer Wind eingezogen ist. Die Zeit der vagabundierenden Mülltonnen ist vorbei. Jetzt gibt es Rollcontainer an drei zentralen Plätzen. „Hinter Gittern und abschließbar“, berichtet Schroeter. Das macht auch die Arbeit für die Männer vom Abfallwirtschaftsbetrieb APM leichter.

Über viele Jahre war das Wohnviertel Am Hasenkamp in Lehnin keine Vorzeigeecke. Doch die Eigentümergesellschaft hat eine Sanierungsoffensive gestartet. Die Mieten sind trotzdem bezahlbar geblieben. Und die Leerstandsquote sinkt.

Die Klärung der Müllfrage ist nur ein Detail im Sanierungsprogramm für ein Quartier, das über viele Jahre nicht zu den Vorzeigeecken Lehnins gehörte. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die grauen Fassaden und abgenutzten Außenanlagen gibt es nicht mehr. Die drei- und vierstöckigen Häuser mit den Nummern 1 bis 34 sind bunt geworden. Die Eingänge leuchten in allen Farben des Regenbogens. „Wer eine Hausnummer nicht auf Anhieb wiederfindet, weiß, dass er ins rote, grüne, gelbe oder blaue Haus muss“, scherzen Objektverwalterin Jana Kübler und ihre Kollegin Julia Bettermann von der GV Nordost Verwaltungsgesellschaft.

Auch die beiden Spielplätze wurden auf Vordermann gebracht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ihr Unternehmen mit Sitz in Berlin managt seit 2016 die Vermietung der 216 Hasenkamp-Wohnungen für eine Eigentümergemeinschaft. Seit Anfang 2017 laufen die Modernisierungsarbeiten mit dem Ziel, Lehnins Randlage aus der Schmuddelecke zu holen. Mit Erfolg. „Vor zwei Jahren hatten wir eine Leerstandsquote von 50 Prozent. Mit der Sanierung stieg die die Nachfrage. Heute sind über 70 Prozent der Wohnungen vergeben – und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Menschen fühlen sich wieder wohl hier. Neben neuen Mietern kommen ehemalige Bewohner zurück“, berichtet Objektverwalterin Kübler.

Mieter machen es sich gemütlich

Investiert wird nicht nur in frische Fassaden, gemalerte Treppenhäuser, gepflasterte Parkplätze, Containerflächen und erneuerte Spielplätze. „Alle freien Wohnungen werden durchsaniert. Es gibt neue Fußböden, Fenster, Bäder, Tapeten und Wohnungseingangstüren“, zählt Nordost-Managerin Bettermann auf. Den Stamm-Mietern bleibt es freigestellt, ob sie neue Fenster ordern wollen. Doch viele machen von dem Angebot Gebrauch. Es gab mal Aufgänge, in denen Wohnungen vor lauter Müll nicht zu vermieten waren. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Mit Blumentöpfen und Deko-Artikeln machen es sich die neuen Bewohner auch vor der Wohnungstür gemütlich.

Hasenkamp-Hausmeister Bernd Schroeter. Quelle: Frank Bürstenbinder

Verändert hat sich auch die soziale Mischung. Zu DDR-Zeiten lebten viele Mieter von Landwirtschaft, Obstbau und NVA. Mit der Wende machten sich Arbeitslosigkeit und Tristesse breit. Heute kommen Zugezogene, für die eine Quadratmetermiete von sechs Euro in einer sanierten Wohnung ein Argument sind, sich in Lehnin niederzulassen. Darunter auch ausländische Familien. Dann gibt es junge Leute, die Arbeit in der Region gefunden haben. Und es gibt jene, die geblieben sind und sich verwundert die Augen reiben, dass aus ihrem Quartier doch noch ein schöner Lehniner Flecken wird.

Schandfleck Kaufhalle

Bis zum Jahresende soll auch der letzte noch eingerüstete Wohnblock in neuen Farben erstrahlen. Auch dort werden Wechselsprechanlagen zum Standard. Kabelfernsehen löst den wilden Wald der Satellitenschüsseln ab. Der Wasser- und Abwasserverband Werder-Havelland erneuert im Auftrag der Kommune das Kanalnetz. Damit es auch im Freien heimelig wird, lassen die Eigentümer im Herbst Bäume pflanzen. Was so gar nicht mehr ins Bild passt, ist der marode Zustand der ehemaligen Kaufhalle. „Wir würden das Grundstück sogar kaufen, um es für das Wohngebiet umzunutzen“, berichtet Objektverwalterin Kübler. Doch der private Eigentümer lehnte bisher hab. So gibt es Am Hasenkamp auch für die Zukunft Entwicklungspotenzial.

 

Von Frank Bürstenbinder

Der mit 5000 Mitgliedern größte Verband der Volkssolidarität im Bundesland hat am Wochenende in der Werft verdiente Ehrenamtler geehrt. Werner Czech etwa hat viele hundert Spuren in Fotoalben hinterlassen

04.11.2018

Vor dem Sport kommt die Begleithundeprüfung. Dort muss ein Hund zeigen, dass er auf seinen Besitzer hört, auch im Freilauf auf Zuruf zurückkommt und wesentliche Kommandos befolgt. Dobermann Bandit gehorcht.

04.11.2018

Was erzählt ein schwarzer Fleck am Boden über die Geschichte einer fast 250 Jahre alten Dorfkirche. Eine ganze Menge – meint Teltow-Flämings Kreisarchäologe Stefan Pratsch. Er gräbt zurzeit in Kaltenborn.

03.11.2018