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In Lübnitz hängt der Kirchensegen schief

Saniertes Gotteshaus selten geöffnet In Lübnitz hängt der Kirchensegen schief

Der Förderkreis Alte Kirchen hat die Sanierung der Lübnitzer Kirche mit 4.500 Euro unterstützt. Insgesamt mussten rund 200.000 Euro aufgewendet werden. Doch davon kann die Allgemeinheit zu wenig erleben, weil die Kirche kaum geöffnet sei. Stimmt nicht, kontert der Gemeinderat. In Lübnitz hängt der Kirchensegen schief.

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Eine der seltenen Gelegenheiten, Kultur in der Lübnitzer Kirche und das Gotteshaus insgesamt zu erleben.

Quelle: René Gaffron

Lübnitz. Sie gehört zu den ältesten Dorfkirchen der Mark – die Kirche zu Lübnitz. Ein Förderverein hat das Gebäude vor dem Verfall gerettet und ausgebaut. Nur könne dies niemand erleben, behauptet Theda von Wedel-Schunk, die Regionalbetreuerin des Förderkreises Alte Kirchen. „Ich bin enttäuscht von der Situation in Lübnitz, leider wird die Kirche nicht mehr für Besucher als offene Kirche geöffnet, da es Probleme zwischen den Gemeindemitgliedern und der alternativen Gemeinschaft gibt“, sagt von Wedel-Schunk. Beim Förderkreis ist sie für Lübnitz zuständig.

Der Förderkreis hat die Sanierung mit 4.500 Euro unterstützt und auch medial begleitet. Insgesamt mussten aus den verschiedenen Töpfen rund 200 000 Euro für die Arbeiten aufgewendet werden. Ein von Christian Bonte-Freidheim gegründete Förderkreis hat die Gelder eingeworben. Bonte-Friedheim ist ein Enkel der letzten Gutsherrschaft in Lübnitz, der Familie von Lochow.

Die sanierte Lübnitzer Kirche

Die sanierte Lübnitzer Kirche.

Quelle: René Gaffron

Gegen die Einschätzung von Theda von Wedel-Schunk wehrt sich Bärbel Grabow, Mitglied des Gemeindekirchenrates. „Es stimmt doch nicht, im Schaukasten sind die Adressen und Telefonnummern von zwei Familien drin.“ Jeder Interessierte könne sich an diese Familien wenden. „Dann wird aufgeschlossen“, stellt Grabow klar. Durchgehend geöffnet und unbeaufsichtigt wolle man das Gotteshaus nicht lassen. Erst vor kurzem sei ein Opferstock aufgebrochen worden. Zudem seien auch andere Gegenständen aus der Kirche verschwunden. „Allerdings sind wir an manchen Sonntagen durchgehend da und betreuen Besucher“, sagt Grabow.

Fensterholz gibt Alter preis

Mit Hilfe eines Holzfensters der Lübnitzer Kirche wurde das Alter des Gotteshauses bestimmt. Das „Deutsche Archäologische Institut“ in Berlin hat festgestellt, dass die verwendete Eiche im Jahr 933 mit dem Wachstum begonnen hat und gut 250 Jahre alt wurde. Man geht davon aus, dass der Baum etwa 1208 gefällt worden ist.

Nach der Fällung wurde die Eiche ziemlich bald beim Kirchbau verarbeitet. Die Kirche ist im ersten Viertel des 13 Jahrhunderts erbaut worden, man geht von einem Baubeginn um das Jahr 1200 aus.

Die Restaurierung und Renovierung hat knapp 230000 Euro gekostet. Im ersten Bauabschnitt wurde der Turm saniert. Im zweiten Bauabschnitt kam das Kirchenschiff an die Reihe,mit Unterstützung der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ und der „Stiftung zur Bewahrung der kirchlichen Baudenkmäler“. Im dritten Bauabschnitt ist unter anderem der alte Anstrich der Empore mit der barocken Ausmalung erneuert werden.

Etwas desillusioniert ist hingegen der zuständige Pfarrer. „Das Dorf ist an der Kirche nicht interessiert“, wird Martin Gestrich deutlich. Der Geistliche ist zwar für die Hilfe und den Einsatz von außen dankbar, aber ihm ist die Gemeinde wichtiger als das bloße Objekt Kirche. „Die Gemeinde ist nahezu tot, ich möchte diese zwar nicht aufgeben, aber mir fehlen die Ideen“, malt er ein düsteres Bild. Für Gestrich ist Bärbel Grabow eine tragende Säule der kleinen Kirchengemeinde, sie sei für alles offen ist und engagiere sich, sagt er.

Die Tür zu dem Gotteshaus ist laut Förderkreis zu oft verschlossen

Die Tür zu dem Gotteshaus ist laut Förderkreis zu oft verschlossen.

Quelle: René Gaffron

Aufgrund der schlechten Erfahrungen wolle die Kirchengemeinde die Schlüssel nicht aus der Hand geben. Auch nicht der Lebensgut-Gemeinschaft. Diese betreibt im Ort alternative Landwirtschaft, kümmert sich um den Gutspark und wäre auch bereit, eine Patenschaft für die Kirchenöffnung zu übernehmen. Dass die Gemeinde dieses Angebot nicht annehme, „können wir nicht beeinflussen“, bedauert Andrea Feinbier vom Lebensgut. Die Gemeinschaft betreibt gegenüber der Kirche einen kleinen Bioladen, wo ein Kirchenschlüssel deponiert werden könnte.

Von Andreas Koska

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