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Potsdam-Mittelmark In Sorge um den Schlosspark
Lokales Potsdam-Mittelmark In Sorge um den Schlosspark
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18:01 20.03.2017
Der Petzower Schlosspark, einst von Lenné gestaltet, gehört heute der Stadt. Petzower wünschen sich für den Park nicht nur Pflege, sondern eine nachhaltige Gestaltung. Quelle: Foto: Gartenschläger
Petzow

Die Sonne lockt die Frühlingsblüher aus dem Boden, überall im Petzower Schlosspark sprießt es im zarten Grün, Gelb oder Weiß. Und das genau im Blickfeld von Peter Joseph Lenné, der ab 1820 mit Carl Kaehne die Gestaltung des Parks begann. Seine Büste steht auf einer Anhöhe und Karl-Heinz Friedrich ist sich sicher, über den Anblick des heutigen Parks wäre der berühmte Gartengestalter nicht glücklich. „Die Stadt als Eigentümer des Parks lässt zwar abholzen und schneiden , wo notwendig, aber wir vermissen ein zukunftsträchtiges und nachhaltiges Konzept mit Nachpflanzungen im Park“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. 1980 sei der Park nach vielen Jahren der Vernachlässigung wieder hergerichtet worden. Zum 200. Geburtstag von Lenné 1989 konnten sich die Besucher davon überzeugen. „Davon zehren die Stadt und die Anlage noch heute“, sagt Friedrich. „Es gibt zwar grundsätzlich eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt, doch ihre Anstrengungen für die touristische Erschließung des Ortsteils und den Erhalt des denkmalgeschützten Dorfensembles reichen nicht aus“, sagt Friedrich. „Bis heute fehlen eine öffentliche Toilette und erforderliche Parkplätze“, beklagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Er hofft, dass sich das bald ändert, denn Petzow erwartet weiterhin viele Gäste, und das nicht nur zum traditionellen Parkfest, Fahrradsonntag oder zum Silvesterkonzert.

Karl-Heinz Friedrich zu Gast im Museum Barberini in Potsdam. Der Vorsitzende des Heimatvereins Petzow hat jetzt ein neues Buch über seinen Heimatort herausgegeben. Quelle: privat

Der Heimatverein begeht in diesem Jahr seine Gründung vor 15 Jahren und will die Höhepunkte im Dorfleben und das Ortsbild weiter mitgestalten. Darüber hinaus hat der Vorsitzende Karl-Heinz Friedrich jetzt ein Buch mit dem Titel „ Petzow. Relativ absolut“ über die Perle in der Mark herausgegeben (ISBN 978-3-7431-9258-4). „Den Anlass für das kleine Wortspiel gab kein Geringerer als Theodor Fontane“, sagt Friedrich. „Nachdem der einmal auf dem Petzower Kirchturm stand und in die Runde schaute, bot sich ihm ,ein Landschaftsbild im großen Stil’. Und um seinen Worten noch mehr Gewicht zu geben, gab der Meister noch eins drauf: ,nicht von relativer Schönheit, sondern absolut’.“ In dem Buch hebt Friedrich die einzigartige Lage Petzows, eingebettet auf einer Landzunge zwischen drei Seen, hervor. „Der Ort sorgte schon immer für eine große Anziehungskraft. Preußen-König Friedrich Wilhelm IV., Schinkel, Lenné, Beuth waren hier. Fontane zog es nach Petzow, und er hatte der Welt viel zu berichten“, erinnert sich Friedrich. „Der preußische Musikpädagoge Carl Friedrich Zelter verbrachte hier Kindheitsjahre. Mancher Ufa-Größe war Petzow ein Begriff, den Schriftstellern der DDR sowieso.“

Der Petzower Gutsbesitzer Carl Friedrich August von Kaehne steht für Friedrich noch heute an der Spitze derer, die sich um das Dorf verdient gemacht haben. „Er schuf mit seinen Ideen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein einzigartiges dörfliches Ensemble, mit dem neogotischen Schloss im Mittelpunkt, mit Kirche, neugestalteter Dorfbebauung und dem Park.“ Und kein Geringerer als Karl Friedrich Schinkel entwarf die Kirche auf dem Grelleberg und andere, kleinere Bauten im Park. Friedrich, Jahrgang 1950, hat fast vier Jahrzehnte als Archivar gearbeitet und wohnt seit 1999 in Petzow. Seitdem fasziniert ihn die Geschichte des Ortes. „Wer das neue Buch liest und noch nicht in Petzow war, der kommt gewiss einmal her. Und wer in und um Petzow lebt, der muss es haben“, sagt der Autor. Die Verkaufserlöse fließen dem Heimatverein zu. Unter der Regie Friedrichs wurde 2002 der Verein gegründet und das Museum „Waschhaus am Haussee“ aufgebaut. 2014 erschien dessen Buch „Die Kaehnes in Petzow. Ein Ausnahmefall im deutschen Landadel“.

Von Regine Greiner

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