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Potsdam-Mittelmark In Werder florieren die Grundstücksgeschäfte
Lokales Potsdam-Mittelmark In Werder florieren die Grundstücksgeschäfte
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02:23 28.05.2018
Baustelle An der Chaussee in Werder – in der Blütenstadt floriert der Grundstücksmarkt Quelle: Luise Fröhlich
Teltow

Die Baulandpreise in Potsdam-Mittelmark sind 2017 weiter gestiegen – um 15 Prozent im Berliner Umland, im sogenannten Weiteren Metropolenraum um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darüber informierte am Freitag in Teltow der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Wilk Mroß, bei der Vorlage des Grundstückmarktberichts 2017. Zum Berliner Umland gehört der Bereich zwischen Teltow, Nuthetal und Werder (Havel), während Seddiner See schon zum Weiteren Metropolenraum gehört.

Dem Gutachterausschuss werden alle Urkunden über Grundstücksverkäufe, den Erwerb von Eigentumswohnungen und andere Immobiliengeschäfte zur Auswertung vorgelegt. 3796 solcher Urkunden kamen 2017 zusammen. „Das ist ein Allzeithoch. So viele Vertragsvorgänge wurden im Kreis noch nie registriert“, sagte Mroß. Er betonte, dass der Ausschuss auf die Preise keinen Einfluss habe. Der werde zwischen den Partnern frei ausgehandelt. „Wir sind nur die Protokollanten.“ Das Zahlenwerk sei eine staatliche Serviceleistung, so Mroß. Es dient Käufern, Verkäufern, Maklern, Sachverständigen und Verwaltungen als Orientierung.

Teuerstes Einfamilienhaus in Kleinmachnow kostete 1,8 Millionen Euro

Bei den Geschäften wurden 682,2 Millionen Euro umgesetzt, vier Prozent mehr als 2016. Erneut landete Werder mit 379 Verkäufen auf Platz eins im Landkreis, gefolgt von Teltow (364 Verkäufe) und Beelitz (287). Für Kleinmachnow wurden nur 158 Kaufverträge unterzeichnet. Trotzdem liegt die Gemeinde beim Geldumsatz mit etwa 118 Millionen Euro vorn. Das sind gut 17 Prozent des Umsatzes im gesamten Landkreis. Es ist daher auch nicht überraschend, dass in Kleinmachnow das teuerste Einfamilienhaus steht, das 2017 den Besitzer wechselte – für 1,8 Millionen Euro. Es handele sich um ein nach 2001 – und damit als neu geltendes – Haus, sagte Mroß. Den genauen Standort nannte er nicht. Die Daten der Käufer und Verkäufer werden bei der statistischen Erfassung der Urkunden nicht gespeichert.

Wilk Mros leitet das Kataster- und Vermessungsamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark und ist Vorsitzender des Gutachterausschusses. Er stellte in Teltow den jüngsten Grundstücksmarktbericht vor. Quelle: Archiv/Heiko Hesse

Der Durchschnittspreis für neue freistehende Einfamilienhäuser im Berliner Umland liegt bei annähernd 600 000 Euro. Im Weiteren Metropolenraum wird’s preiswerter: 274 000 Euro. Mit Reihenhäusern wurden im Umland im vorigen Jahr 300 000 Euro erzielt, mit Doppelhaushälften 364 000 Euro. Im Weiteren Metropolenraum wurden neue Reihenhäuser und Doppelhaushälften nicht gehandelt.

Beim Wohnungseigentum betrug der durchschnittliche Kaufpreis im Umland 2564 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche, weiter weg 1068 Euro. Die höchsten Preise wurden in Werder gezahlt: 4250 Euro pro Quadratmeter – dafür aber in Wasserlage. Interessenten an solch einem Standort – mit oder ohne Uferstreifen zwischen Grundstück und Gewässer – müssen grundsätzlich mit einem mittleren Wertfaktor von 1,5 rechnen, bezogen auf den jeweiligen Bodenrichtwert für Wohnbauland. Zudem hält sich die Zahl solcher Angebote in Grenzen: Im Landkreis wurden im vergangenen Jahr nur 13 Kaufverträge für Wassergrundstücke registriert. Wer sich nicht direkt am Wasser einrichten will, sondern auch mit einer Entfernung von bis zu 300 Metern leben kann, kommt kaum preiswerter davon: Wertfaktor 1,4.

Grünland und Forstflächen sind preiswerter geworden

Gutachter Mroß geht davon aus, dass die Preise weiter steigen werden und westdeutsches Niveau erreichen. In einigen ostdeutschen Großstädten sei das in guten Lagen schon jetzt der Fall.

Wer in dem Bericht nach sinkenden Preisen sucht, wird bei zwei Positionen fündig: Grünland und forstwirtschaftliche Flächen sind sowohl im Umland als auch im Weiteren Metropolenraum billiger geworden. In letzterem sind die Preise für Gewerbebauland immerhin konstant geblieben.

Die Broschüre kostet 35 Euro

Der Grundstücksmarktbericht wird jährlich vom Gutachterausschuss des Landkreises Potsdam-Mittelmark veröffentlicht. Dem Gutachterausschuss gehören 15 Experten an. Die meisten von ihnen arbeiten ehrenamtlich.

Erhältlich ist der Grundstücksmarktbericht für das Jahr 2017 in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Die Adresse lautet: Landkreis Potsdam-Mittelmark, Fachdienst Kataster und Vermessung, Potsdamer Straße 18 A, 14513 Teltow.

Angefordert werden kann das Dokument auch unter gaa@potsdam-mittelmark.de oder unter 03328/31 83 14.

Der Bericht liegt als Broschüre und als pdf-Dokument vor. Er kostet 35 Euro.

Ergänzend gibt der Ausschuss Material zu Bodenrichtwerten für Bauland heraus.

Von Stephan Laude

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