Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
In Wildpark-West fährt der Bus jetzt stündlich

Neue Fahrpläne für die Linie 610 In Wildpark-West fährt der Bus jetzt stündlich

Ab dem 10. Dezember gilt ein neuer Fahrplan der Linie 610 zwischen Wildpark-West und Potsdam. Der Bus fährt nun stündlich und verbindet auch Geltow besser mit der kleinen Waldsiedlung. Das haben die Verkehrsgesellschaft Regiobus, der Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Gemeinde Schwielowsee am Mittwoch bei einem Pressegespräch bekannt gegeben.

Voriger Artikel
Besser und leiser durch Weseram
Nächster Artikel
Schotter für zwei Buckelpisten

Dieser kleine Bus wird die Wildparker künftig nach Potsdam und zurück bringen. Das Fahrzeug verbraucht weniger Diesel als ein großer Bus.

Quelle: Fröhlich

Wildpark-West. Die Wildparker sind auf den Bus angewiesen, denn es gibt weder einen Supermarkt, noch einen Arzt oder einen Geldautomaten in der kleinen Waldsiedlung. Umso erleichterter sind sie, dass ab dem 10. Dezember von Montag bis Freitag von 5 bis 23 Uhr stündlich ein Bus der Linie 610 nach Potsdam fährt. Das verkündeten die Busgesellschaft Regiobus, der Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Gemeinde Schwielowsee am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Bislang mussten die Wildparker bis zu zwei Stunden warten, wenn sie einen Bus verpasst hatten. Profitieren sollen nicht nur die Pendler, ob beruflich oder in der Freizeit, sondern auch die Schüler und die Soldaten der Hennig-von-Tresckow-Kaserne.

Der Wunsch nach einem dichteren Takt nach Potsdam, aber auch nach Geltow besteht schon lange, wie Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) erzählte. Bei den jährlichen Bürgergesprächen in Wildpark-West tauchte die schlechte Anbindung immer wieder als Problem auf. „Es war ein langer Weg, weil die Umsetzung nicht leicht war“, so die Bürgermeisterin. Planerisch sei diese Linie sehr interessant gewesen, berichtete Regiobus-Verkehrsleiter Thorsten Müller. Denn sie bringt Schüler aus Wildpark-West an zwölf verschiedene Schulen in Potsdam, die Soldaten zu den Fernlinien und die Pendler möglichst weit in die Landeshauptstadt – und wirtschaftlich soll sie auch noch sein.

Bus fährt außerhalb der Stoßzeiten nicht in die Innenstadt

Ginge es nach den Senioren im Ort könnte der Bus außerhalb der Stoßzeiten noch weiter ins Potsdamer Zentrum fahren, denn zwischen 9 und 14 Uhr sowie am Abend ist am Bahnhof Charlottenhof Endstation. Von dort könne man alle fünf Minuten in einen anderen Bus oder in die Straßenbahn steigen. „Wir gehen dort einkaufen, haben schwere Taschen, da ist das Umsteigen immer schwierig“, beklagte eine Frau. Dass die Stadt Potsdam eine bis zum Hauptbahnhof durchgehende Buslinie akzeptiert, sei aus Sicht von Vize-Landrat Christian Stein (CDU) unrealistisch. „Jeder Bus, der vom Umland direkt ins Zentrum nach Potsdam fährt, wird von der Stadt als Hindernis gesehen“, sagte er. Sollten massive Probleme beim Umsteigen auftreten, könnten sich die Bürger an die Busgesellschaft oder an die Gemeinde wenden. „Sehen Sie diesen Fahrplan als einen ersten Schritt. Wir sind durchaus bereit, ihn zu modifizieren“, sagte Thorsten Müller. Voraussetzung ist, dass die Linie entsprechend genutzt wird.

Anstelle eines großen Linienbusses setzt die Verkehrsgesellschaft zunächst auf ein barrierefreies kleineres Fahrzeug, das dem Fahrgastaufkommen entspricht. Mehr als 20 Menschen passen dort hinein. Es verbraucht bis zu zehn Liter auf hundert Kilometer weniger als ein normaler Bus. Geschaffen wird dieses Mehrangebot ohne Zuschüsse vom Landkreis oder der Gemeinde, so der Verkehrsleiter weiter. Mit Inbetriebnahme des neuen Fahrplans entfällt das Sammeltaxi, das die „Wildparker“ bislang von A nach B brachte.

Insgesamt 15 bis 20 Varianten geprüft

Auch der zuverlässige Anschluss an die Regionalbahn war ein wichtiges Kriterium für die Planung. Die Umstiegszeit wurde teilweise von fünf auf zehn Minuten verdoppelt. Darüber und über eine bessere Verbindung nach Dienstschluss am Freitag würden sich vor allem die Soldaten freuen, wie Oberstleutnant Jürgen Schrader sagte. „Wir sind ja sozusagen eine Pendler-Armee, weil wir aus ganz Deutschland kommen. Daher sind die Fernlinien wichtig.“ Dass der Bus nun stündlich fahre, sei grandios.

15 bis 20 andere Varianten habe Regiobus geprüft, bevor die Entscheidung für diese Linienführung und Taktung gefallen ist. Am Wochenende werden die Pläne an den Bushaltestellen ausgetauscht, sagte Thorsten Müller. 1000 Flyer mit Infos zum neuen Fahrplan sind zudem im Druck, die bald in den Briefkästen der Wildparker stecken sollen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt, denn am Sonntag fährt trotzdem noch kein einziger Bus.

Von Luise Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg